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5.0 von 5 Sternen
Hammerhart!, 28. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Harder, better, faster, stronger: Die geheime Geschichte des englischen Fußballs (Broschiert)
Was man schon immer über Englands Fußball wissen wollte, sich aber nie getraut hat zu fragen, wird einem hier bis ins kleinste, skurrilste Detail erklärt. Vor allem, warum das Land traditionell keine Techniker, dafür aber jede Menge Raubeine hervorgebracht hat. Das Buch ist super-witzig geschrieben, man legt es gar nicht mehr weg. Am besten ist das Kapitel über Jimmy Hill, "Mr Football", der Mann, der auf der Insel alles war: Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Präsident, Manager und TV-Reporter. Great!
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5.0 von 5 Sternen
Komplett, amüsant, stilsicher und höchst lesenswert, 8. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Harder, better, faster, stronger: Die geheime Geschichte des englischen Fußballs (Broschiert)
In der KiWi-Reihe "Ball und Welt" gehört Raphael Honigsteins 'Harder, better, faster, stronger" ganz eindeutig die Pole-Position. Der Autor vermag es, den britischen Fußball in seiner ganzen Faszination und Eigenheit einzufangen und mit dem gebührenden Respekt, aber auch bisweilen mit einer distanzierten Ironie zu beschreiben. Und obwohl das Buch nur 200 Seiten umfasst, erscheint es extrem gut recherchiert und komplett.
Die besondere Mentalität und ihre Auswirkungen auf das Spielsystem gehören genauso zu den Themen, wie das immer noch besondere Fantum auf der Insel und seine Auswüchse in den Hooliganismus und die Entstehung der Casuals. Doch bei aller Faszination behandelt Honigstein auch die dunklen Seiten des Fußballs wie zum Beispiel das ambivalente Verhältnis von Liga und Presse oder das Parallelgeschäft bei Transfers, bei dem im Verborgenen alle möglichen Leute mitverdienen. Doch dort, wo Birgit Schönau in 'Calcio' in einem fast schon oberlehrerhaften Ton den Fußball abfeierte und sich Javier Cáceres in 'Futbol' auf wenige Punkte beschränkte, gibt es an der Geschichte des englischen Fußballs fast nichts auszusetzten. Honigsteins Stil besticht durch seine pointierte Schärfe und die Eindrücke des Lesers wechseln von erstaunt über amüsiert zu gut informiert. An einigen Stellen ist das Buch in seiner Darstellung urkomisch.
Fazit
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Komplett, amüsant, stilsicher und höchst lesenswert. Das sind die vier Grundzutaten von Honigsteins Buch, die das Buch zielsicher zum Höhepunkt der Reihe "Ball und Welt". Das mag damit zusammenhängen, dass der britische Fußball dem deutschen sehr ähnlich ist, dennoch ist das Buhc eine absolute Pflichtlektüre für alle Fußball-Fans.
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5.0 von 5 Sternen
Eine Meinung aus englischer Sicht, 21. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Harder, better, faster, stronger: Die geheime Geschichte des englischen Fußballs (Broschiert)
Als Engländer und lange-leidender England-Supporter, der seit 12 Jahren in good old Germany lebt, möchte ich ein bisschen englischen Senf zu diesem Buch beitragen. Dies vorweg: Ich finde das Buch sehr gut gelungen und würde es jedem empfehlen, der sich für englischen Fussball, aber auch für englische Kultur interessiert (denn man kann das eine nicht ohne das andere behandeln). Vor allem die Mischung aus journalistischer, historischer, socio-politischer Perspektive ist m.E. eine wahre Meisterleistung. Wobei die Gefahr bei so einem Buch immer präsent wäre, dass man sich in Platitüden und Sensationsjournalismus über den englischen Fussball auf der einen Seite, in fachwissenschaftliche Langweile auf anderen Seite verfallen könnte. Ich glaube, ich wäre da reingefallen :-). Auch die Distanz, die Honigstein behält zu dem Sport, den er offensichtlich liebt (wie ich!), bewahrt er das ganze Buch hindurch. Trotzdem, merkt man, während man liest, dass Honigstein bewundert sehr, was er beschreibt. Und das ist gut so!
Ein paar kleine Differenzen mit einigen Behauptungen hätte ich trotzdem:
1. Die Behauptung, dass viele Engländer 'auf einem Auge' blind wären, wenn's um Fairplay im Fussball geht, stimme ich nur bedingt zu. Honigstein behauptet, u.a., dass Maradonna mit der 'Hand Gottes' das berühmte Tor gegen England in Mexiko 86 erzielte, und dafür auf der Insel bis heute verachtet wird (vor allem von mir), was stimmt. Weiter, dass englische Spieler auch böse Fouls begehen, und Ungerechtigkeiten verüben würden, stimmt natürlich auch. Dass Michael Owen eine Schwalbe gegen Argentinien in Frankreich 1998 gemacht hat, stimmt leider auch. Aber, dass die Engländer diese Sachen 'übersehen', verdrängen oder 'vertuschen' wollen würden, quasi weil es ihnen passt, stimmt nicht. Nur, weil es in der Klatschpresse nicht groß problematisiert wurde, bedeutet lange nicht, dass englische Fans auf einem Auge blind wären, zumindest sind sie nicht blinder als andere Fussballfans. Ich habe immer gesagt, dass Michael Owen eine Schwalbe in dem Match gegen Argentina gemacht hat, und sich dafür schämen sollte. Aber das ist m.E. nicht der springende Punkt. Der Punkt ist der: Im Gegensatz zu Maradonna, der sein ungerechtes Goal in seiner Autobiographie verherrlichte, würde Michael Owen nie und nimmer dasselbe tun. Zumindest habe ich nie gehöhrt oder irgendwo gelesen, dass ein englischer Spieler ein Foul oder eine Schwalbe verherrlicht hat. Ich kanns mir auch nicht vorstellen. Das mag auf den ersten Blick wie ein unwichtiger Unterschied aussehen, aber ich glaube nicht, dass es unwichtig ist. Ich meine, dass genau darin ein Aspekt des englischen (auch britischen) Fussballs von Honigstein missverstanden wird. Natürlich, wissen wir, dass auch englische Spieler böse Fouls und Ungerechtigkeiten verüben ABER wir würden sie nicht akzeptieren und verherrlichen. Dieses Gefühl, dass man sich schämen sollte für 'dirty play', dass es Werte gibt, die quasi 'über dem Fußball' stehen, gibt es halt nicht in Ländern, wie z.B. Argentina - bei den Latinos halt - und das kann man als gut oder schlecht empfinden wie man will aber Fakt ist, dass das den englischen, bzw. britischen Fußball ausmacht. Steven Gerrard wir auf der Insel genauso verpönnt für seine Schwalben als, z.B, die 'Ausländer' (wie Honigstein sie nennt.)
2. Was das Tor (und das war wohl ein Tor Herr Honigstein!) von John Terry beim Euro 2004 gegen Portugal im Viertelfinale anbelangt.....bis heute behaupte ich, dass das nie und nimmer ein Foul war. Schauen Sie sich das Video auf You Tube an. Der Torwart, John Terry und - von hinten - Sol Campbell springen alle hoch. John Terry wird von Sol Campbell von hinten leicht nach vorne geschoben und stößt dabei gegen den Torwart. Was soll er tun - sich in Luft auflösen?! Der Torwart springt aber auch gegen John Terry. Das ist nie im Leben ein Foul. Wenn überhaupt, ist es ein Foul an John Terry von Sol Campbell. Zu behaupten, dass 'alle das im Stadion gesehen' hätten, ist schlichtweg falsch. Und das hat nichts mit der Interpretation des Regelments zu tun. Wenn ein Keeper nicht an den Ball ran kommt (weil er bspw. zu klein ist) und dabei gegen den Gegenspieler springt, ist das kein Foul. Ob England dann das Spiel gewonnen hätte, wer weiß.......aber wir Englandfans fühlten uns zurecht betrogen. Dies bedeutet lange nicht, dass die Mediahysterie der Boulevardpresse in England gegenüber Urs Meier berechtigt war -natürlich nicht! Aber lassen wir bitte die Kirche im Dorf. Das war NIEMALS ein Foul und das Tor hätte gelten müssen.
Anyway, sorry, da habe ich mich etwas gehen lassen.......
Fazit: Ein ganz tolles Buch! Kauft es!
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