Angel, die am Anfang sympathisch wirkt, agiert auf ihrem Rachefeldzug derartig grausam, dass sie am Ende fast schlimmer dasteht als die Männer, an denen sie Rache nimmt. Man kann darin auch eine Art von Emanzipation erblicken; aber während die "Hardboild-Männer" noch einen gewissen Moralkodex verinnerlicht haben, sucht man diesen bei Angel vergeblich (ich meine nicht die Porno-Sachen, sondern ihre Einstellung zur Gewalt). Angels Grausamkeit würde der Geschichte vielleicht nicht schaden, wenn man die Handlung als glaubwürdig und gelungen bezeichnen könnte; aber letzten Endes ist die Handlung doch eher dürftig. Nachdem die Geschichte interessant begonnen hat, erschöpft sie sich bald in einer Aneinanderreihung von Gewalt- und Racheakten, die zu lesen man trotz des an sich guten Erzählstils der Autorin irgendwann müde wird.