Süddeutsche Zeitung
Murakamis Eigenbrötler hören beim Spaghettikochen Rossini-Opern oder frage sich, welche Nachteile sich im Alltag ergäben, wenn man die Erde nicht als Kugel, sondern als riesigen Kaffeetisch auffasste. Sie bestehen Abenteuer, die man auch von Stphen Kings Figuren erwarten würde. Der Ich-Erzähler, der im Krieg um geheime Daten zwischen die Fronten rivalisierender Gruppen gerät, besiegt als einsamer Großstadtheld schließlich seine Gegner. Allerdings nicht, wie Chandlers Philip Marlowe, in den Straßen von Los Angeles, sondern in den trostlosen Tokioter Tunnelsystemen.
Kurzbeschreibung
Sein frühes Meisterwerk, an das'Kafka am Strand'anknüpft: Nie wieder hat Haruki Murakami einen so fantasievollen, wahnwitzigen und melancholischen Roman geschrieben.
Mit kühner Fantastik und Fabulierkunst verbindet Japans größter zeitgenössischer Romancier in seinem frühen und seit langem im Deutschen vergriffenen Roman zwei Welten, von denen die eine Hard-boiled Wonderland und die andere Das Ende der Welt heißt: Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt erzählt im Wechsel der Kapitel und der Zeiten von zwei parallelen und wundersamen Reisen. In einem futuristisch brutalen Tokyo der fernen Gegenwart, tobt ein Datenkrieg zwischen dem"System"der Kalkulatoren und einer Datenmafia, der"Fabrik"der Semioten. Ein genialer und greiser Professor hat durch ein sicheres Codierverfahren im Unterbewusstsein allen Datendiebstahl unmöglich gemacht. Der Held und Ich-Erzähler in Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt überlebt die Bearbeitung seines Gehirns, aber nach einem Überfall auf das unterirdische Geheimlabor des Professors ist der implantierte"Psychokern"wie eine Bombe im Hirn nicht mehr beherrschbar. Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt ist ein faszinierendes Leseabenteuer, rasant konstruiert zwischen den beiden Welten - einer realen an der Schwelle des Todes und einer anderen, zeitlos und zugleich seelenlos.
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