...aber trotzdem nicht grundsätzlich schlecht.
Mit Hard News, geschrieben 2002, beschließt Jeffery Deaver seine Thriller-Trilogie mit der ungewöhnlichen extrovertierten Heldin Rune. Leider erreicht dieser 3. Fall nicht ganz die Qualität und Spannung der Vorgängerromane "Manhatten Beat" und "Tod eines Pornostars".
Nichts desto trotz ist "Hard News" ein typischer Deaver. Eine interessante und phantasievolle Story, unerwartete Wendungen und ein typisches "Show-down"-Finale.
Worum gehts:
Mittlerweile ist Rune als Kamera-Frau und Produktionsassistentin feste Mitarbeiterin eines New Yorker Fernsehsenders, als ihr der Brief des wegen Mordes einsitzenden Randy Boggs auf ihren Schreibtisch flattert, in dem dieser vehement seine Unschuld beteuert und um Hilfe bittet. Runes Ehrgeiz erwacht und nach einem persönlichen Gespräch mit Boggs beginnt sie ihm zu glauben und versucht seine Unschuld zu beweisen. Brisant ist jedoch, dass das Opfer des Mordes der Chef von Runes Fernsehsender war.
Auf ihrer Suche nach den wahren Hintergründen des Mordes gerät Rune schnell in Gefahr. Ihr wichtigster Zeuge für die Unschuld Boggs stirbt unter mysteriösen Umständen, ihre Interviewbänder verschwinden und ein Killer heftet sich auf ihre Fersen.
Damit nicht genug, denn gleichzeitig verschwindet ihre Hausboot-Mitbewohnerin Claire von einem Tag auf den anderen nach Boston und lässt ihre kleine Tochter bei Rune zurück, die sich nun um Courtney kümmern muß.
Bewertung:
Wie in allen seinen Romanen legt Deaver auch in "Hard News" großen Wert auf eine hohe Spannung. Der Thriller kommt schnell in Fahrt und lässt keine Langeweile aufkommen. Deaver skizziert seine Heldin Rune mit sehr viel Liebe und stellt sie überaus menschlich und verletzlich dar. Ansonsten aber sind aber die handelnden Personen so knapp wie möglich beschrieben - wichtiger ist Deaver die Story. Leider vermisst man in "Hard News" so ein bißchen das Besondere, das Besondere an Wendungen, das Besondere an Motiven usw. Das Ende ist doch sehr konstruiert und verliert damit an Glaubwürdigkeit und Spannung - obwohl wie typisch für Deaver alle Anzeichen auf einen anderen Täter deuteten. Dies hat mir am Ende dann die bis dahin gute Lesefreude ein wenig eingebremst. Trotzdem ist lohnt sich der Kauf und das Lesen von "Hard News" - ein 3-Sterne Deaver ist immer noch besser als der sonstige Thriller-Mainstream am Markt.
Hard News lässt sich übrigens auch gut lesen, wenn man die beiden ersten Teile der Trilogie nicht kennt. Allerdings empfehle ich trotzdem mit den beiden anderen Teilen anzufangen - vor allem, weil sie die deutlich besseren sind.