Ohne, daß ich mich vorher über Sharrie Williams informiert hatte, bin ich insofern „unbedarft" an diese Rezension herangegangen.
Ich entdecke eine ungewöhnliche CD, gefüllt mit verschiedenen Musikstilen.
Also - zunächst ganz kurz, im „brainstorming"-Verfahren - fällt mir spontan ein:
moderner Gospel, Memphis Soul, Funk, Balladen, Modern Chicago Blues, Rock, Bernard Allison mit Sängerin....Ähnlichkeiten zu Koko Taylor, Ann Peebles, Denise LaSalle, Aretha Franklin....
Zwei sehr gospelorientierte Stücke, „Travelin'", „The Glory Train", hart rockender Blues, „Hard drivin' woman", „Big fall", Just you & me", eine ungewöhnliche Ballade fast mit Pop-Ambitionen, „I'll give you me"(stark!), drei schöne, soulvolle Balladen, „Blues lover", „Selfish", „My old man", zwei funkige, groovende Titel, „My best friend's gone", „Gospel Blues", ein schleppender Blues-Rock, „Crazy for you", der Klassiker „I'd rather go blind"(überzeugt mich hier allerdings nicht so) und ein wunderschöner Slow-Blues, „How much can a woman take" (hiervon mehr bitte!) sorgen für bunte Abwechslung.
Sharrie Williams besitzt eine ungeheuer ausdrucksvolle Stimme, die je nach Titel alles „rauskitzelt" oder sich sehr gefühlvoll zurücknehmen kann.
Durch die Studioproduktion habe ich jedoch manchmal den Eindruck, daß die herrlich perfekt eingespielte Band etwas eingeengt erscheint und daß sich die langsam entwickelnde Energie aufstaut und nicht losbrechen kann. Die Band hat oft auch nur eine Begleitfunktion. Soli sind relativ knapp gehalten. Insofern dürfte ein Livekonzert schon sehr beeindruckend sein.
Keine CD für den reinen Bluesfreund, aber eine Empfehlung für jeden, der sich mit Black Music beschäftigt. Kurzum - schon eine tolle CD - allein wegen der Stimme! ( und allein wegen „I'll give you me")