Eins sei vorweggenommen: Die "Crows" werden wohl niemals wieder ein solch wegweisendes Album (für das Roots-Pop-Genre) fertigbringen, wie ihr Erstes (1993).
Aber nachdem die letzte Scheibe (1999), bis auf wenige Titel, doch eher enttäuschte, zaubert "Hard candy" doch wieder ein Lächeln in mein Gesicht. Freunde des ersten Streichs "August and everything after" werden erleichtert aufatmen. Die Jungs können`s ja doch noch. Und zwar Songs schreiben, die einem wohlig vertraut vorkommen und sich mit bittersüßen Melodien als Ohrwurm entpuppen.
Offensichtliche Verneigungen Richtung "Byrds"(im Titelsong) oder auch "The Band" (Richard Manuel is dead) sind doch nur allzu verständlich. Schließlich sind oder waren das noch Bands an denen man sich orientieren konnte. Und warum sollen die "Crows" das nicht auch tun ? Ein interessanter Ausflug in Burt Bacharach`sche Gefilde gelingt Adam Duritz gemeinsam mit "everybody`s darling" Ryan Adams in dem Stück "Butterfly in reverse". Also, ich sehe da Audrey Hepburn oder auch Grace Kelly duchs Zimmer schweben. Irgendwie bezaubernd.
Wunderbar und einer der schönsten Titel, "Black and blue", zart und melancholisch vorgetagen, gesanglich unterstützt von der charmanten Leona Naess.
Alles in allem ein gutes Album, klasse Songs, auch mit instrumentalen Highlights der beiden Gitarristen (geiles Slide-Solo auf "Up all night")und schönen Hammond-Passagen von Charles Gillingham und nicht zuletzt Duritz` Stimme, die man entweder mag oder nicht. Ich mag sie.
Deshalb, absolut empfehlenswert, Herrschaften!