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Vielleicht sind die treuen Celtic-Fans selbst nach der unglücklichen Niederlage im UEFA-Cup-Endspiel gegen Porto noch fröhliche Menschen, ihre Songs sind es definitiv nicht. Die Musiker Mogwai verfallen zwar nicht in Depressionen, doch diese gut 40 Minuten sind geprägt von einer chronischen Traurigkeit, die dennoch von packender Schönheit ist. Noch mehr Keyboards, Kammermusik und Epik machen sich breit, die Gitarren geben das Kommando häufig ab.
Happy Music For Happy People klingt erneut komplex, sehr durchdacht aber nicht verschachtelt. Vielmehr wie das Meer in Tideregionen: Mal fließt das Wasser langsam ab, hinterlässt ein glänzenden, leicht gekräuselten Teppich auf dem Boden. Dann bildet es reißende Priele, Springfluten sogar, die Sekunden später verebben, und still liegt es dann da. Überhaupt ist die Platte im stetigen Fluss, wogt hin und her, löst die einst geschaffenen Songstrukturen von Rock Action wieder auf und füllt alles mit erhabener Musik. Man möchte darin ersaufen. --Sven Niechziol
Das gesamte Album klingt überraschend homogen und ruhig und ist von Anfang bis Ende hörbar ohne den Hörer mit zu vielen sperrigen Klängen oder zu komplexen Verschachtelungen zu beanspruchen.
Getragen werden die Kompositionen nach wie vor vom typisch-melancholischen Gitarrengeplinker und den langsamen Drums, jedoch haben Mogwai, wie Anfangs schon erwähnt, ihre Klangwelten auf vielfältige Weise erweitert. So tauchen sanfte Violinen- und Cellitupfer, Pianopassagen und Orgelklänge die Klanglandschaften in erfrischend neue Farben während die, dezent eingesetzten, altbekannten lo-fi Synthieklänge den Hintergrund der Kompositionen ausmachen.
Auch Gesang wurde diesmal wieder minimal eingesetzt. Verzerrte und unverständliche Stimmklänge in "Hunted by a freak" und "Killing all the Flies" und wenige Zeilen Text in "Boring Machine disturbs Sleep" sind das Maximum.
So positiv wie der Albumtitel suggeriert klingt "Happy Songs for Happy People" dann allerdings doch nicht (Wie wir das halt von Mogwai gewohnt sind...) Nach wie vor sind die Songs melancholisch und etwas schwermütig. Im Vergleich zum depressiven "Come on Die Young" ist es jedoch eine beinahe Ashcroft'sche bittersüße Melancholie in der an zahlreichen Stellen doch die Sonne durch die Wolkendecke bricht.
Anspieltipps zu geben ist auch in diesem Fall recht schwer. Denn wie so viele Alben ist auch "HSFHP" ein Gesamtkunstwerk bei dem ein Song an den anderen anknüpft, wer würde auch diese wunderbare Reise durch zerstückelung einfach kaputtmachen wollen? Dennoch gibt es Songs die besonders hervorstechen.
Track 2: "Moses? I Amn't" - Eingeleitet und unterlegt von warmen aber traurigen Orgelklängen wächst der Song durch Cellostreicher und einem langsamen lo-fi Bassdrum zu einer Komposition an, die durchaus von Clint Mansell und dem Kronos Quartett hätte stammen können.
Track 6: "Ratts of the Capital" - Ist mit seinen über 8 Minuten Länge das Zentrale Stück das Albums. Eine typisch Mogwai'sche Komposition die mit einer zerbrechlichen Gitarrenmelodie und schleppenden Drums beginnt, bei ca. 2 Minuten Spielzeit eine Pause einlegt um dann eine, 3-minütige, Bassgetragene Lärmlawine auf den Hörer herabrollen zu lassen und dann sanft ausklingt. Genial.
Genauso empfehlenswert sind "Killing All the Flies", "I know you are but what am I?" und "Boring Machines disturbs Sleep", dass mit seinen breiten, atmosphärischen Klängen durchaus an die Klanglandschaften von Sigur Rós errinert.
Und auch wenn die Platte beim durchhören recht eingägig klingt verdient sie mehr als einen Durchlauf und auf jeden Fall Aufmerksamkeit. Denn all die kleinen, musikalischen Details wollen entdeckt werden und haben es auch verdient. (Ich hab z.B. das Xylophon in "Ratts of the Capital" erst nach dem ca. 4 Durchlauf bemerkt...)
Eine musikalische Reise und klangtechnischer Rebellismus der sich dem komplett offenbahrt, der sich die Mühe gibt.
Für mich eine 8.8 von 10.0.
Danke für die Aufmerksamkeit.
Sie haben es wieder mal geschafft. Alles in allem ist es ein sehr ruhiges Album geworden, aber ich bin mir sicher, dass sie es live wieder krachen lassen werden. Für alle, die MOGWAI noch nie live gesehen haben, es aber mal wollen: UNBEDINGT etwas für die Ohren mitnehmen! Auch wenn man es diesem Album (so wie dem Vorgänger auch) nicht anhören mag: Auf der Bühne übertreiben sie etwas doch etwas, was eigentlich ziemlich schade ist.
Zum Album: Gleich schon der Opener geht ins Ohr. Er geht unscheinbar los, hat aber eine Melodie, die mir nicht mehr aus dem Ohr geht. So geht es weiter, und ehe man sich versieht, sind die rund 42 Minuten rum. Es wird mit roboterähnlichen Stimmen gespielt, auf Ruhe folgt ab und zu mal ein Gitarrengewitter, Klavier und Cello kommen zum Einsatz, ebenso Klänge, die dem Computer entsprungen sind, richtig gesungen wird nur einmal.
Meiner Meinung nach, werden MOGWAI von Album zu Album immer besser, da sie einfach mehr experimentieren und nicht nur die Gitarren sprechen lassen. Auch wenn der Albumtitel anderes vermuten läßt: Es ist mehr eine CD für den Herbst oder Winter.
Die japanische CD kommt übrigens noch mit einem Bonus-Track: "sad dc".
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