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Dass die Paare am Ende richtig happy sind, kann man eigentlich nicht behaupten. Eher schon der Leser, weil es Doris Dörrie einfach versteht, spritzige Dialoge zu schreiben, was sie schon in zahlreichen Kurzgeschichten und Filmen bewiesen hat. Warum es nun ausgerechnet ein Drama hat sein müssen, und ob das Stück auf der Bühne tatsächlich funktionieren würde, kann uns eigentlich egal sein. Denn das Buch ist amüsant, kaum Regieanweisungen, die den Lesefluss beeinträchtigen würden. Keine schwermütigen "Szenen einer Ehe" à la Ingmar Bergmann, eher ein tragikomisches Ringen um das Liebesglück wie bei Woody Allen. Und am Ende freut man sich richtig auf den nächsten Film von Doris Dörrie. Da wird man solchen Paaren mit Sicherheit wieder begegnen. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
S. V. Drei Paare, zwei Probleme, eine Katastrophe so lautet die Kurzfassung dieses Dramas, das mit etwas platter Ironie das unmögliche Happy End bereits im Titel verkündet. Konfliktstoff des Stückes bilden, natürlich, die Liebe und das liebe Geld. Charlotte und Dylan (mässig glücklich, unlängst zu Reichtum gelangt) haben ihre Freunde Emilia und Felix (verkracht, bankrott) sowie Annette und Boris (total verknallt, normal verdienend) zum Essen eingeladen. Die Stimmung ist von Anfang an gereizt, was angesichts der so unterschiedlich mit Minne und Manna gesegneten Protagonisten ja nicht weiter überrascht. Giftzwerg Felix krönt den Abend mit der Organisation eines erotischen Tastspiels, bei dem die jeweiligen Partner einander halb nackt mit verbundenen Augen erkennen sollen. Das Experiment geht in die Unterhose, die Illusion «Lebensglück» flöten, und der Vorhang fällt. Wie immer bei Doris Dörrie zwischenmenschelt es gewaltig. Doch scheint die Autorin die Beziehungsmuster diesmal nach einer Vorlage aus «Haus und Hobby» gestrickt zu haben. Ausgangslage und Verlauf der Handlung sind ebenso gefällig wie durchschaubar. Über die nach Schema F agierenden Figuren würde sich jeder Gruppentherapeut freuen, dies umso mehr, als sie sich lediglich durch das ihnen aufgedrückte Etikett unterscheiden, nicht aber durch Sprache oder Verhalten. Und der Witz, sonst ein Markenzeichen Doris Dörries, hat dran glauben müssen wie der Braten, den Charlotte noch vor Ankunft der Gäste übers Balkongeländer schmeisst. Würden alle geschädigten Egos und kriselnden Duos so kleine Komplexhaufen machen, wären Literatur- und Seelenlandschaften flach wie das Meer. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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