Jazzthing, September/Oktober 2008
"Der Titelsong beginnt als entschlacktes Bass-Gesangs, beinahe kammermusikalisch. Kristiina Tuomis angenehm samtene, auch in höheren Lagen nicht versiegende Stimme durchwandert poetische Labyrinthe. Das Gleichgewicht zwischen Text und Musik, das So.Weiss ohnehin als außergewöhnliche Band markiert, verschiebt sich auf dem zweiten Album stellenweise sogar in Richtung einer sprachlichen Fokussierung. Instrumente dienen der Untermalung der poetischen Botschaft. Susanne Folk, die auch die Texte schreibt, schwebt mit Saxophon und klangfülliger Klarinette über den feinsinnigen Kompositionen. Dazu setzt Roland Fidezius' Kontrabass eine bedächtige, dunkle Gegenstimme. Im Dialog mit Tuomis fragilem Timbre entstehen dichte Passagen, aber auch Freiräume mit improvisatorischem Gehalt, exemplarisch bei "After All This" voll charmantem Rhythmus und anklagenden Worten an den (fiktiven) Ex. Fremdmaterial kommt von Sir Thomas Wyatt aus dem Spätmittelalter ("I Find No Peace) oder Robert Frost aus dem letzten Jahrhundert ("My November Guest"). Im Grunde geht es darum, glücklich zu sein. Selbst wenn dieses Gefühl nur kurz andauert." hd
Biographie der Mitwirkenden
Kristiina Tuomi: voice Susanne Folk: sax, clarinet, voice Roland Fidezius: double bass & Special Guests: Tino Derado: accordion Ketan Bhatti: drums & percussion