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Happiness

Hurts Audio CD
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Musik erfreut sich vor allem dann großer Beliebtheit, wenn sie aus der Not heraus geboren ist, egal ob sie von Susan Boyle stammt oder, wie hier, von der Band Hurts und ihrem synthielastigen Debütalbum Happiness. Mit verhallten Sounds und moderatem Tempi hat es deren Musik auch hierzulande in die Charts geschafft. Die Verwandlung vom Sozialfall zum Star ist das zeitgemäße Pendant zum Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär der Nachkriegsjahre, ein Phänomen, das die große Masse vermutlich weitaus mehr fasziniert, als die besonderen Fähigkeiten der Senkrechtstarter. Hut ab, wenn man es wie Adam Anderson und Theo Hutchcraft schafft, der tristen Misere als Arbeitsloser in Manchester zu entfliehen, bis hin auf die Bühne der Berliner Fashion Week und flugs unter die Fittiche des Plattenlabels der Fantastischen Vier. Bevor sie ihre Band Hurts zum Laufen brachten, besserten sie neben dem Musikmachen ihre Arbeitslosenunterstützung jahrelang mittels Filmen von Greyhound-Hunderennen oder Jobs bei Veranstaltungen der British Superbikes auf. Dann auf einen Schlag, der Durchbruch. Plötzlich werden sie für das Cover ihres Albums von jenem Mann fotografiert, dessen Erscheinen Initiatoren renommierter Modemesse entgegenbangen -kommt er oder kommt er nicht- Hedi Slimane, kürzlich noch Designer bei Dior Hommes. So viel zum äußeren Glamour, doch wie sieht es aus mit der Musik? Sie kann nicht ganz Schritt halten mit dem visionären Organisationstalent und dem goldenen Händchen für das rechte Maß an Medienpräsenz. Ausgerechnet der Hidden Track "Verona", ganz am Ende wie die Perle in einer Muschel im Song "Water" verborgen, erweist sich als reizvollste Stück des gesamten Albums. Es würde einem Rufus Wainwright alle Ehre machen, mit seiner Instrumentierung aus Klavier, schmachtender Violine, Zimbeln und einem heroischen Männerchor. Doch leider dauert das Vergnügen nur zwei Minuten. Ein musikalisches Kuckuckskind mit starker Persönlichkeit, von dem man sich fragt, was es inmitten der Brut seiner 11 anderen eher durchschnittlich begabten Song-Geschwister zu suchen hat. Die sind, laut Hutchcraft, Ergebnis ihrer musikalischen Suche nach Italo-Disco. Damit man sie nicht irrtümlich neben Umberto Tozzi einordnet, erhielten sie von ihren Schöpfern die Bezeichnung 'Disco Lento' (was immer das auch sein mag). Dennoch ist Happiness ein erstaunliches Album, jedoch weniger wegen seiner Songs, sondern vielmehr aufgrund der Energie seiner Macher und der Resonanz, die sie damit in der Öffentlichkeit hervorrufen.
Andreas Schultz

motor.de

Don't believe the hype: Auf ihrem 80s-Pop-Album „Happiness“ geben die Hurts ein so jammervolles Bild ab, dass sich wahrlich die Frage nach der Ernsthaftigkeit stellt. Es hat ja schon etwas Sozialromantisches: Da raffen sich zwei vormals arbeitslose englische Twentysomethings zusammen und sprechen im edlen Zwirn bei einer Plattenfirma vor. Theo Hutchcraft und Adam Anderson hatten es bis vor wenigen Monaten alles andere als leicht. Um ihre berufliche Perspektivlosigkeit zu verarbeiten, entschlossen sich die beiden, dass 80er-Musikprojekt Hurts aus dem Boden zu stampfen. Soweit zumindest die gern zitierte Legende. Im Interview mit dem Musikexpress äußerte sich Anderson unlängst zu der traurigen Vorgeschichte: „Als wir vor einem Jahr mit Hurts anfingen, waren wir arbeitslos und so unglücklich wie nie zuvor in unserem Leben. Da schreibt man schon automatisch keine lustigen Lieder.“ Gesagt getan. Mit ihrer melodramatischen Single „Wonderful Life“ werfen sie kurzerhand eine musikalische Blendgranate auf den Markt, die vom NME bereits früh mit Pauken und Trompeten angekündigt wurde. Ein Song, der mittlerweile bei Get The Clip auf VIVA und vor den stündlichen Nachrichten auf n-tv läuft. Ganz nebenbei steigen die beiden Dandys mit dem Track auf Platz zwei in die deutschen Singlecharts ein und bekommen die Glückwünsche dafür von Anne Gesthuysen im ARD-Morgenmagazin. Die Sache mit den Hurts hat sich wohl nicht bloß auf der Depeche Mode-Party herumgesprochen. Mission erfüllt? Scheint so. Doch hat der Hype seine Berechtigung? Beim Hören ihres Debütalbums „Happiness“ kommt man ins Grübeln.

Schon der Albumtitel stellt gewissermaßen eine arglistige Täuschung am Käufer dar. Wer sich ohne Hintergrundwissen die Platte zulegen will, dem sei die Mitnahme des Kassenbons zu empfehlen. Denn Fröhlichkeit verkörpern die Songs auf „Happiness“ nun wahrlich nicht. Kredenzt werden stattdessen Stücke, die ihr Heil in einer gesunden Melancholie finden und hin und wieder mit einem Teelöffel Hoffnung abgeschmeckt werden. Nimmt man nun das musikalische Gewand der Klagelieder unter die Lupe, fühlt man sich zwei Jahrzehnte zurückversetzt: Das Duo setzt dem 80s-Revival die Krone auf. Wem schon bei La Roux der Geduldsfaden riss, dem verpassen die Hurts nun endgültig das K.O. Im Opener „Silver Lining“, einem langsamen Stück mit stampfenden Beat und den obligatorischen Synthies, zeigt vor allem Sänger Theo Hutchcraft, wie die Spielregeln bei den Hurts aussehen. Mit welch übertriebener Inbrunst er die Worte „there is no way back“ ins Firmament haucht - das geht schon ins Mark. Mit seiner (nicht gänzlich schlechten) Stimme überspannt Hutchcraft den Bogen des guten Geschmacks um Weiten. Mit dem Pfeil der Ernsthaftigkeit würde er nicht mal der DSDS-Jury ins Herz treffen. Perfektion kann auch nach hinten losgehen. Sein gefühl- und jammervolles Geseier wirkt wie ein satirischer Abgesang auf stimmliche Schmachtfetzen eines George Michael. Im Chartbreaker „Wonderful Life“ das selbe Spiel: Lässt man den Song auf sich wirken, hat man spätestens beim Refrain diese Gänsehaut, die man bekommt, wenn man sich fremdschämt. Grund dafür ist vor allem diese eine Textzeile, die es nicht verdient hat, zitiert zu werden. Rein musikalisch dreht es einem hingegen nicht den Magen um: Der gute, dramatische Aufbau des Tracks, sowie die krachende Instrumentierung verdienen Anerkennung. Was das Duo jedoch in „Stay“ anrichtet, kann schon nicht mehr ernst genommen werden. Strophen mit Textzeilen wie „and now I try to / tell you that I need you / here I am without you“, vorgetragen natürlich mit dem typischen Schmalz-Timbre aus dem Munde Hutchcrafts. Noch schlimmer: die „Stay“ schreienden Chöre, die Erinnerungen an DJ Bobos „Pray“ wecken.

Wer sich nicht bis zur nächsten Killers-Platte gedulden kann, der wird von Hutchcraft und Anderson vertröstet: Mit dem Song „Sunday“ haben die Hurts wohl ihr „Human“ geschaffen. Eine schnelle Nummer mit fetzigen Streichern, der man schon jetzt Heavy Rotation in Funk und Fernsehen versprechen kann. Ebenso knallig ist das Stück „Better Than Love“, welches vor allem Aerobic-Trainern ein gefundenes Fressen sein wird. Der Rest der Scheibe, speziell Tracks wie „Blood Tears And Gold“ und „Unspoken“ wirken schwach bis einschläfernd. Zudem fehlen „Happiness“ die Ecken und Kanten. Selbst simple Klavierballaden („Water“) klingen einfach überproduziert. Hat man die LP einmal durchgehört, so stellt man sich gewiss die Frage, ob das Band-Konzept, sprich der schmalzige Gesang und die pathetischen Texte, wirklich ernst gemeint sind. In jenem Musikexpress-Interview lautete der Tenor der Gruppe dazu: "Wir wissen, was wir tun, und wir wissen, warum wir es tun. Es ist ein Missverständnis, dass viele Denken, wir seien superernst." Die Hurts-Attitüde als große Mogelpackung? Ob die Texte nun ernst gemeint sind oder nicht: Ihre Musik macht dies nicht besser. Die ist wohl leider so gemeint.Auf "Happiness" mimen die Hurts die Pet Shop Boys des neuen Jahrtausends, zwei traurige Jungs mit dem gleichen Herrenausstatter wie Heaven 17. Die Platte klingt nicht wie ein langersehntes Pop-Werk, sondern eher wie der Soundtrack zur nächsten Til Schweiger-Schmonzette. Wer zu Timmy Ts „One More Try“ den ersten Kuss hatte, der wird auch mit „Happiness“ glücklich.


kulturnews.de

Was war das für eine Aufregung, als Hurts vor einigen Monaten die grandiose Single "Wonderful Life" veröffentlichten. Sänger Theo Hutchcraft und Maschinenfreund Adam Anderson warfen sich in elegante Anzüge, bedienten sich ganz großer Pathos-Gesten und erinnerten mit der düsteren Schwarz-Weiß-Ästhetik von Video, Cover, Promofotos an die Popgeschichte ihrer Heimatstadt Manchester. Vom Comeback des New-Romantic-Wave à la Spandau Ballet war die Rede, als Referenzen kamen Human League, OMD und die frühen Depeche Mode ins Spiel, und selbst die Rehabilitation von 90er-Chartspop wurde erwartet. Jetzt liegt mit "Happiness" das langerwartete Debüt des Duos vor - und die Enttäuschung ist groß. Okay, neben "Wonderful Life" sind mit "Blood, Tears and Gold" und "Sunday" noch zwei weitere, potentielle Singlehits vertreten, doch ansonsten langweilen Hurts mit sehr billigen, komplett vorhersehbaren Melodieverläufen, und auch die Texte kommen meist über banale Plattheiten nicht hinaus. Das Album ist komplett überproduziert, doch Hall, Chorgesang und zuckrig-dicke Synthieschichten können die Schwächen beim Songwriting nicht überkleben. So führt der Hype die beiden Jungs bestenfalls ins Hausfrauenradio. Und sollte jemals eine weitere Fortsetzung der französischen Teeniekomödie "La Boum" angedacht werden, könnte man Hurts um den Soundtrack bitten. (cs)

Kurzbeschreibung

Seit fast zehn Jahren müht sich die Popwelt nun an einem adäquaten Revival der 80er und doch ist dabei bislang nichts herausgekommen, was die Aufmerksamkeit länger als einen Wimpernschlag hätte fesseln können. Hurts aus Manchester
scheinen das Versprechen nun einzulösen. Mit Wonderful Life und Blood, Tears & Gold kursierten zunächst nur zwei Videos des Duos im Internet. Kaum ein Blogger hat es sich nehmen lassen, die Band als die große Pophoffnung des Jahres
2010 zu feiern. Und in der Tat verstehen es Theo Hutchcraft und Adam Anderson so bravourös einen dem Disco Lento nahestehenden Synthisound mit so betont kühl, eleganten Stylings zu verschmelzen, dass kaum eine Erwartung der multimedialen
Popgesellschaft unerfüllt bleibt. Es wundert deshalb nur leidlich, dass auch die Modewelt, von Slimane über Michalsky bis zu Boss, der Band längst zu Füßen liegt. Hutchcraft und Anderson nehmen den Rummel um ihr Debüt gelassen und doch
spürt man die Aufregung bei beiden Männern, wenn Theo Hutchcraft von einem Anruf Rick Rubin´s erzählt, der sich persönlich
nach Fortschritten bei der Albumproduktion erkundigte. Mit Better Than Love entliessen Hurts einen ihrer Fortschritte in die
Welt. Der dritte Song und die erste Uptemponummer der Band läutete erste Konzerte in ganz Europa ein. Schnell kursierten auch die
ersten Videomitschnitte der Konzerte. Das Bild wurde runder. Die bange Frage, ob die Band den hohen Erwartungen, die eine Pophymne wie Wonderful Life geweckt hat, gerecht werden kann, darf inzwischen mit einem klaren Ja beantwortet werden, auch
wenn das Debütalbum der Band noch immer auf sich warten lässt.
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