Ich möchte zu Beginn meiner Rezension zunächst herausstellen, welche Eigenschaften/Funktionen das Gerät nicht besitzt. Ich war mir beim Kauf dessen bewusst und sehe es daher nicht als Schwäche an, da ich diese Funktionen einfach auch nicht benötige.
- Das Gerät besitzt kein 3G-Modul und somit auch keine direkte Möglichkeit, über das Mobilfunknetz zu surfen/Daten abzurufen
- Das Gerät hat kein GPS-Modul, um es als übergroßes Navi benutzen zu können ;-)
- Das Gerät besitzt keine Kameras/Webcams für z.B. Videotelefonie
- Das Gerät besitzt mit der installierten Android-Software keinen Zugang zum "großen" Android-Market
Dies wars aber auch schon mit den "Negativ-Punkten", die mir (wie bereits geschrieben) bewusst waren und auf die ich auch explizit verzichten kann: "Belohnt" wird man dafür mit einem sehr guten Preis (nicht mal die Hälfte des günstigsten iPads!, Stand September 2011). Mir gings einfach darum, ein Tablet zu haben, mit dem ich per WLAN zu Hause auf der Couch im Internet surfen kann und ab und zu ein kleines Spielchen zocken kann, ohne gleich den PC hochfahren zu müssen. Einen PC oder ein Notebook ersetzt ein Tablet aber meiner Meinung nach (noch) nicht.
Da viele das Gerät nicht mit der Original-Software ("Stock-Rom") - welche auf Android 2.2 basiert - betreiben und rezensieren, möchte ich zudem explizit auf die Erfahrungen des Tablets mit der Hersteller-Software eingehen. Für Android-Neulinge (wie ich einer bin) bzw. Personen, die im Alltag bisher nur mit Windows zu tun hatten will ich hinzufügen, dass es sich bei Android eher um ein "Baukasten" bzw. modulares Betriebssystem handelt. So benötigt man z.B. als Task-Manager oder Datei-Explorer/Manager separate Programme, da diese im eigentlichen Betriebssystem noch nicht enthalten sind. Android-Experten oder Bastlern mag daher die Hersteller-Software viel zu eingeschränkt und unflexibel sein - ich als Neuling bin froh, eine relativ einfach und simpel aufgebaute Oberfläche vorzufinden.
Nun zum Gerät selber: Es ist komplett aus Kunststoff gefertigt - die Rückseite in einem matten schwarz, der Rahmen ist in silber lackiert; das Display ist aus spiegelndem Kunststoff. Die Verarbeitung ist gut bis sehr gut, auch die Haptik wirkt nicht billig. Es gibt zwar Tablets mit hochwertigeren Materialien - diese kosten aber auch deutlich mehr. Das Gewicht (ca. 750g) ist zwar höher als z.B. beim iPad, geht aber in Ordnung, solange man das Tablet zumindest mit der Unterkante aufliegen lässt - also gut fürs "Rumlümmeln" auf der Couch geeignet. Der Touchscreen ist kapazitiv - reagiert also auf Berührung und nicht wie resistive Bildschirme ausschließlich auf Druck. Der Verpackung liegen ein Ladegerät, ein USB-Kabel sowie ein Kurzanleitung bei. Ein Microfasertuch zum Reinigen des Displays sollte man sich zusätzlich zulegen.
Als Anschlüsse besitzt das Hannspad einen Mini-USB-Anschluss (USB 2.0; zum Verbinden mit dem PC, Kabel wird mitgeliefert), einen Mini-HDMI-Anschluss (HDMI 1.3a; zum Ausgeben von HD-Videos z.B. auf dem TV, ein Adapter fehlt leider), einen Kopfhöreranschluss und eine Anschlussbuchse fürs Netzteil/Ladegerät. Zudem ist ein micro-SD-Slot vorhanden, mit der der interne Speicher erweitert werden kann. Als Hardware-Tasten gibt es einen Ein-/Aus-Button sowie eine Taste zur Lautstärke-Regelung. Ein eingebautes Mikro sowie ein Lautsprecher ist zudem vorhanden.
Zu den "inneren" Werten:
-Display: das Display bietet auf 10,1 Zoll Diagonale eine Auflösung vom 1024x600 Pixeln - also ausreichend um Webseiten in voller Breite ohne Zoomen darzustellen. Teurere Tablets bieten hier zwar meist eine etwas höhere Auflösung bei gleichzeitig geringerer Diagonale und wirken dadurch schärfer, "pixelig" wirkt das Hannspad dennoch nicht. Wie bereits geschrieben spiegelt das Display stark (wie eigentlich bei allen Tablets), die Helligkeit ist aber in Gebäuden mehr als ausreichend, so dass dies auch nicht weiter stört. Die Helligkeit des Displays kann man automatisch per Sensor oder manuell regeln (lassen). Im Automatik-Modus wird meist die Helligkeit etwas heruntergeregelt, was dem Stromverbrauch zu Gute kommt. Die Empfindlichkeit des Touchscreens ist gut bis sehr gut und reagiert zuverlässig auf Eingaben, zudem beherrscht das Display "Multitouch"- bzw. Gesten. Zum Steuern des Tablets werden neben dem Touchscreen noch drei Sensor-Tasten (Startseite, Menü und "Zurück") verwendet. Die oft bemängelte Blickwinkelabhängigkeit empfinde ich als absolut ausreichend und zufriedenstellend - allerdings besitze ich auch die Version "1653" des Pads - die alte Version "1633" muss hier deutlich schlechter sein. Daher beim Kauf unbedingt auf die Version achten!
-Prozessor: Das Hannspad basiert auf der aktuellen Tegra-II-Plattform von Nvidia mit den T20 DualCore-Prozessor mit 2x 1GHz. Als Arbeitsspeicher besitzt das Pad 512MB RAM, was ausreichend und mehr ist, als die meisten Tablets dieser Preisklasse. Somit reagiert das Pad (nahezu) ruckel- und verzögerungsfrei bei Eingaben. Programme sind sehr schnell geladen und auch Videos stellen kein Problem dar. Zum Starten aus dem ausgeschalteten Zustand benötigt das Hannspad ca. 45 sek. - ist aber dann voll einsatzfähig. Aus dem Standby/Ruhezustand dauert es gerade mal 1 Sekunde. Der Hauptspeicher ist mit 16GB ausreichend dimensioniert (knapp 14GB sind frei verfügbar) und mehr als der übliche Durchschnitt dieser Klasse.
-Akku: Der Akku bzw. die Laufzeit ist sicherlich eine der größten Stärken des Hannspads. Beim "normalen" Surfen und gelegentlichem Spielen beträgt die Akkulaufzeit ca. 10 Stunden (Display-Helligkeit auf "Automatisch") - dies ist wirklich top! Für das komplette Aufladen benötigt das Gerät ca. 3,5h.
- Konnektiviät: Wie bereits geschrieben besitzt das Hannspad nur ein WLAN-Modul, dies aber mit dem zur Zeit schnellsten n-Standard, was ein schnelles Surfen im Internet und downloaden ermöglicht. Der Empfang ist durchwegs gut. Zudem beherrscht das Tablet Bluetooth 2.1 und man kann somit indirekt über ein Bluetooth-fähiges Handy als Router auch mobil ins Internet gelangen. Beim Anschließen per USB an den PC wird das Pad automatisch als Wechseldatenträger erkannt.
- Software: die auf Android 2.2 basierende Software nennt sich "Tap 'n Tap" und ist eindeutig auf Einsteiger bzw. Einfachheit ausgelegt. Dies hat natürlich zur Folge, dass der Benutzer im vergleich zu "offenen" Android-Versionen Einschränkungen in Kauf nehmen muss. Dies ist u.A. der fehlende Zugriff auf den Android-Market - hier steht dem Hannspad-User lediglich der "Android-Pit"-Market mit "nur" 4000-5000 Apss zur Verfügung - ich finde dies mehr als ausreichend, denn wer braucht ernsthaft mehrere 100000 Apps? Zudem braucht man sich für Android-Pit nicht zu registrieren (die notwendige Registrierung in Form eines Kontos bei google zur Nutzung des Android-Markets ist vielen zunächst nicht bewusst!). Als weitere Möglichkeit besteht außerdem, sich die Apps per *.apk-Datei manuell aus anderen Quellen runterzuladen.
Der Startschirm an sich ist dreiteilig: ein Hauptschirm, auf dem sämtliche installierten Apps als Icon angeordnet sind (leider nur in alphabetischer Reihenfolge möglich). Daneben (vom Startschirm einfach rechts oder links "sliden") gibts es zwei konfigurierbare Bildschirme mit drei Fenstern, die frei mit Nachrichten, Wetter etc. belegt werden können. Somit hat man die aktuellsten Ereignisse immer schnell im Blick. Der integrierte Browser arbeitet zuverlässig und schnell, Flash-Videos sind kein Problem. Alternativ ist der "Dolphin HD"-Browser (kostenlos) zu empfehlen. Auch das Einrichten von email-Konten geht sehr einfach, denn man muss nur email-Adresse und Kennwort eingeben - die notwendigen Einstellungen von bekannten email-Anbietern (z.B. GMX) holt sich die Software selbstständig. Für mehrere Benutzer lassen sich verschiedene Benutzerkonten (für email und Kalender) einrichten. Auch auf anstehende Software-Updates weißt die Software selbstständig hin und installiert alles automatisch - sehr komfortabel. Alles in Allem läuft die Software relativ stabil und es gibt nur ab-und-zu einen Absturz. Dann reichte bisher einfach ein langes Drücken der Einschalttaste und das Gerät konnte neu gestartet werden. Den auf der Rückseite befindlichen Reset-Knopf musst ich noch nie verwenden. Weitere installierte Apps/Software sind Office-Programme (Tabellenkalkulation etc.), ein ebook-Store, Musik-/Video-Player, Bildbetrachter, das Spiel "Angry Birds" sowie mehr oder weniger nützliche Tools wie z.B. Taschenrechner und Einkaufsliste.
Zum Sichern von Apps und Daten empfiehlt sich die kostenlose App "TitaniumBackup". Hierzu muss das Gerät allerdings "gerootet" ("Freigeschalten") werden. Da dies vom Hersteller nicht gewünscht ist, kann man dies mit Hilfe der App "z4root" auch nur temporär machen.
Zusätzlich Info für Android-Neulinge: die meisten Anwendungen werden in Android nicht wirklich geschlossen, sondern laufen im "Hintergrund" weiter. Hier empfiehlt es sich, die nicht benötigten Anwendungen über das (umfangreiche) Einstellungsmenü zu beenden, oder sich z.B. den kostenlosen "ES Taskmanager" zu installieren. Zum Deinstallieren von Apps zieht man das Icon der App einfach in den Papierkorb in der rechten untern Ecke des Bildschirms.
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