Rafael Kubelik erweist sich als hochsensibler und brillanter Dirigent dieses Werkes. Die Besetzung ist ideal, vor allem die jungen Sängerinnen Helen Donath (Ighino) und Brigitte Fassbaender (Silla) sind eine ungetrübte Freude. Dietrich Fischer-Dieskau ist ein hochintelligenter Borromeo, Hermann Prey ein herrlich cholerischer Graf Luna. Friedrich Lenz als Bischof von Budoja zieht alle Register komödiantischen Talents. Nicolai Gedda ist das Nonplusultra in der Titelpartie, nicht so hart wie James King, nicht so weich wie Fritz Wunderlich, seine Diktion ist perfekt, die Gesangslinien sind optimal, die winzigen Probleme mit dem heiklen Schluß sind bei ihm deutlich weniger als bei allen anderen. John van Kesteren, Karl Ridderbusch, Victor von Halem und eine erlesene Sängercrew bilden den Rest dieses Ensembles