oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Hanns Johst: "Der Barde der SS": Karrieren eines deutschen Dichters
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Hanns Johst: "Der Barde der SS": Karrieren eines deutschen Dichters [Gebundene Ausgabe]

Rolf Düsterberg
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
Preis: EUR 44,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 2 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Donnerstag, 16. Februar: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 462 Seiten
  • Verlag: Schöningh; Auflage: 1., Aufl. (1. Juni 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3506717294
  • ISBN-13: 978-3506717290
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 15,4 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.586.291 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Rolf Düsterberg
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Rolf Düsterberg auf Amazon

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

«Der Barde der SS» brr. Für Hanns Johst, zwischen 1935 und 1945 der literarische Repräsentant des NS-Regimes, hat sich die Fachwissenschaft erstaunlich wenig interessiert. Ein paar Aufsätze, einige Lexikonartikel, eine einzige Monographie aus dem Jahr 1970 – das ist alles. Das Buch von Rolf Düsterberg füllt also eine Lücke, und es füllt sie so, dass der Kreis der offenen Fragen sich deutlich einengt. Es verfolgt die Karriere dieses merkwürdigen Literaten, der zeitlebens mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuss steht, von ihren Anfängen im expressionistischen Drama über die völkischen Texte der Weimarer Zeit bis hin zum nationalsozialistischen Multifunktionär, der nach einem Fehlstart als erster Dramaturg in Berlin ab 1935 Ämter sammelt wie Göring Orden: Reichskultursenator, Präsident der Dichterakademie, Leiter der Reichsschrifttumskammer, endlich sogar, als Intimus von Heinrich Himmler, SS-Gruppenführer. Düsterberg schildert dies alles auf sachkundige, durchweg aus umfangreichen Archivrecherchen schöpfende Weise, die bei aller Klarheit des Urteils doch stets differenzierend bleibt, etwa in Bezug auf Johsts eher schwach zu nennendes Engagement auf dem Feld der rassistischen Vernichtungspolitik oder mit Blick auf einen gewissen Paternalismus, der es diesem jovialen Despoten erlaubt, von Fall zu Fall missliebig gewordenen Kollegen wie z. B. Gottfried Benn Schutz und Unterstützung zu gewähren. Besonders lesenswert: die ausführliche Darstellung der verschiedenen «Entnazifizierungs»-Verfahren, die sowohl die Fähigkeit Johsts zur Selbstreflexion als auch die Kritikfähigkeit der bundesdeutschen Spruchkammern und Gerichte in wenig günstigem Licht erscheinen lässt, um es milde auszudrücken. Was genau es freilich war, das Johst Anfang der zwanziger Jahre so weit nach rechts rücken liess, das ist auch nach diesem informativen Buch noch immer des Nachdenkens wert, ebenso wie die Frage, was Zunftkollegen von Rang wie Klabund, Oskar Loerke, Thomas Mann seinerzeit veranlasst hat, in Johst eine Hoffnung der jungen deutschen Literatur zu sehen.

Kurzbeschreibung

Der Himmler-Vertraute und SS-Gruppenführer Hanns Johst (1890-1978) war einer der hochgefeierten Dichter der NS-Bewegung und als Präsident der Reichsschrifttumskammer (RSK) auch einer ihrer hochrangigsten Kulturfunktionäre. Im Zentrum der vorliegenden Biographie steht das staatspolitisch-ideologische Wirken des RSK-Präsidenten, der auch als zunächst expressionistisch orientierter, dann schon frühzeitig völkischer Schriftsteller schon vor 1933 ausgesprochen erfolgreich war.

Johst genoss gerade in seiner Eigenschaft als Dichter auch bei seinesgleichen Akzeptanz und war somit für die NS-Führung von unschätzbarer Eignung, weil er gleichsam von innen heraus wesentlich an der ideologischen Ausrichtung des literarischen Lebens in Deutschland beteiligt werden konnte. Inwieweit sich Johst dabei auch in den praktischen Dienst des Eroberungskrieges, der Ostkolonisierung und des rassistischen Vernichtungsprogramms des Dritten Reiches stellte, ist ein weiterer zentraler Punkt des Buches. Der Dichter sollte als deutscher Tacitus im Auftrag von Himmler, dessen Nähe er erfolgreich suchte, die Saga des Großgermanischen Reiches für die künftigen Generationen deutscher Kolonialherren verfassen.

Eine kritische Biographie dieser Persönlichkeit, die das literaturpolitische und ideologische Wirken Johsts in den Kontext seiner Gesamtentwicklung stellt, stand bisher aus. Das betrifft ebenso seine geistig-soziale Entwicklung in der Zeit vor dem Dritten Reich wie auch seine dem Krieg folgende Lebenssituation, die zunächst von einem fast zehn Jahre währenden Entnazifizierungsverfahren dominiert war, aus dem er gleichwohl quasi rehabilitiert hervorging. Dazu sind neben anderen Quellen das Gesamtwerk des Dichters und mehrere Tausend unveröffentlichte Einzeldokumente aus zahlreichen Archiven ausgewertet worden.

Tags

 (Was ist das?)
Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte.
 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

 

Kundenrezensionen

1 Rezension
5 Sterne:    (0)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
3.0 von 5 Sternen (1 Kundenrezension)
 
 
 
 
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
Die hilfreichsten Kundenrezensionen

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Ist Schreiben und Leben dasselbe, 23. November 2006
Von 
J. Knorr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Hanns Johst: "Der Barde der SS": Karrieren eines deutschen Dichters (Gebundene Ausgabe)
Von den expressionistischen Anfängen, gedruckt bei Kurt Wolff und Franz Pfemfert, der Teilnahme am Kutscher-Kreis, über die Mitgliedschaft in Rosenbergs Kampfbund für deutsche Kultur, die Präsidentschaft der Reichsschrifttumskammer bis hin zu gelegentlicher Autorschaft für die EDEKA-Kundenzeitschrift Die kluge Hausfrau, veröffentlicht unter Pseudonym  so geht die Karriere eines deutschen Dichters, der seit Lukács immer einmal wieder als Paradebeispiel für die objektive Gemeinsamkeit von Expressionismus und Faschismus herzuhalten hatte. Mussten sie so ausgehen?

Hanns Johst (1890-1978), den Verfasser von Der Einsame und Schlageter, hat die Literatur- und Theaterwissenschaft, von wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, lieber ausgelassen. Nun hat der Osnabrücker Literaturwissenschaftler Rolf Düsterberg die erste umfassende Biographie vorgelegt, in acht selbstständigen Kapiteln insbesondere die anrüchige politische Entwicklung des Dichters chronologisch aufbereitet.

Düsterberg rechnet Johst dem Expressionismus gar nicht erst wirklich zu und erzählt die Karriere des Dichters als eine, zwangsläufige, Karriere zum Nationalsozialisten und SS-Führer. So hat auch Johst sie gern dargestellt, selbst zu einer Zeit noch, da sich andere Schreibtisch-Täter längst mit flinkem Bekenntnis zu Demokratie und Wirtschaftswunder in den bundesdeutschen Literaturbetrieb hatten einkaufen können. Der zeigte Johst die kalte Schulter, verstand sich dieser doch ebenso wenig auf Konzessionen an die Kolonie der vier Sieger, wie er sich auf Konzessionen an die Weimarer Republik verstanden hatte. Johst blieb bis zu seinem Tod 1978 überzeugter Nationalsozialist. Düsterbergs Erklärungen aber, wie Johst dazu wurde, überzeugen nicht.

Um den Überzeugungen Johsts auf den Grund zu kommen, wäre der Weimarer Republik auf den Grund zu kommen. Das scheint in unserem historischen Moment dringlich, da sich der Ausnahmezustand in der Politik der Gegenwart immer mehr als das herrschende Paradigma des Regierens erweist  Agamben benennt, was wir erleben. Düsterberg benennt zwar, was Johst erlebte, mag dem aber nicht auf den Grund gehen. Was sich dem Bild von der Linearität seiner Entwicklung nicht widerspruchslos einpassen will, zieht Düsterberg nur selektiv zurate, Johsts Werk beispielsweise. Es bedürfe keiner übermäßigen interpretatorischen Anstrengungen, um in den Texten des Autors dessen eigene Positionen, Stellungnahmen und Wertungen zu erkennen. Doch nicht einmal Johst selbst hat Intention und Ausdruck in eins gesetzt, der Bekenntnis-Autor war sich  auch vor 1945  der Differenz von Text und Autor durchaus bewusst: Ein Dialog im Drama wird zum Bekenntnis des Dramatikers erklärt. Ein schmutziges Mittel, durch falsche Karten ein gestelltes Spiel zu gewinnen. Die Bedingnisse seines Schreibens vor 1933 wie die seines Verstummens nach 1933  als Dichter, nicht als Propagandist  bleiben in Düsterbergs Darstellung unscharf. Dass Düsterberg für die Druckausgabe auf die ursprünglich vorgesehene Dokumentation wichtiger Texte Johsts verzichtet hat, ist bedauerlich.

Seine Arbeit will Düsterberg als eine literaturpolitische Biographie verstanden wissen, ohne aber Biographie als literarische Gattung zu entfalten und zugleich zu reflektieren. Für die Rekonstruktion von Johsts äußerem Leben, besonders während der Zeit des Nationalsozialismus und der Entnazifizierungs-Farce danach, konnte Düsterberg neben den in München archivierten Spruchkammerakten und Materialien aus dem Bundesarchiv Berlin, der Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin, auch den umfangreichen Nachlass auswerten, den die Tochter Krista Johst 1985 dem Deutschen Literaturarchiv Marbach a. N. übergeben hatte. Der schriftstellerische Nachlass wird aufzuarbeiten, der Rolle Artur Kutschers für Johsts dramatisches Werk, Johsts Tätigkeit als Erster Dramaturg am Berliner Schauspielhaus, Johsts Verhältnis zu Gottfried Benn weiter nachzugehen sein. Rolf Düsterberg hat neue Fährten ausgelegt.

Orientierte sich das deutsche Theater seit der Nachkriegszeit vordergründig an dem Erbe des linken Theaters der zwanziger Jahre und des Exils, so wirkten untergründig immer auch Postulate Völkischer Dramaturgie weiter, und das bis heute. Sie wissenschaftlich aufzuarbeiten ist das eine, ihr auf dem Theater beizukommen das andere. Wie umgehen mit den Dramen der Möller, Rehberg, Langenbeck, Baumann und  Johst?
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
 
 
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen



Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de