Karthago gegen Rom - 2 Metropolen mit beständig wachsenden Expansionsbestrebungen prallen aufeinander. Der unvermeidliche Entscheidungskrieg wird zur Bühne für einen der größten Feldherren aller Zeiten: Hannibal!
Politische Verwicklungen, strategische Verwirrungen, geniale Pläne und das Rennen um die Vormachtstellung im Mittelmeerraum werden in Haefs' Roman meisterhaft geschildert. Nicht immer exakt wie ein Geschichtswerk, dafür aber voller Leben und Leidenschaft, beschreibt Haefs den römisch-karthagischen Konflikt und zwar aus Sicht eines griechischen Kaufmanns, der in Karthago (Quart Hadasht) lebt.
Was mich an diesem Roman besonders beeindruckt hat, ist die Art, wie nicht bloß historische Ereignisse geschildert werden, sondern mit welcher Liebe selbst kleinste Details beschrieben sind und sich zu einem Bild formen. Man wähnt sich im Mittelmeerraum des 2. vorchristlichen Jahrhundert, einer Welt voll fremder Menschen, Riten und Gerüche, die uns so fern und doch in vielem so nah scheint.
Für den ein oder anderen dürfte die markige Sprache des Romans etwas gewöhnungsbedürftig sein - Antigonos, unser griechischer Kaufmann, flucht gern und viel, womit er nicht allein steht -, doch wenn man nicht zu zart beseitet ist, sollte einen das genausowenig davon abhalten diesen grandiosen Roman zu lesen, wie die äußerst blutigen Scharmützel, bei denen die Beschreibung oftmals sehr ins Detail geht.
Volle fünf Sterne für diesen "Roman Karthagos", der weit über Hannibals Marsch über die Alpen hinausgeht.