Was Patricia Clough hier gelungen ist, ist zwar ein "Schnellschuss", aber was für einer ?
Im Wettbewerb mit einer anderen Biografie hat sie ziemlich gut recherchiert. So gut es eben ging.-
So ist ein Portrait entstanden, das es in sich hat.
Hannelore Kohl, ein Kind der Zeit. In ihrer Kindheit geprägt- und zwar derart, daß es sich nicht mehr wegwischen ließ.
Wie sollte es auch !
Wenn die Brandbomben fallen und wenn ein Kind zusehen muß, wie z.B.auch vergewaltigt wird (in jedweder Art), dann ist es eben geprägt für immer.
Und dann entsteht in dem Menschen wohl soetwas wie ein Widerstand, nur gegen was , so fragt man sich. Trauer, die man immer in sich trägt ?
Das Bild von Lord Snowdon mitten im Buch spricht Bände.
Da ist aber auch ein Bild, wo sie vorne sitzt und hinter ihr die zwei prächtigen Söhne. Das haut hin. Und d a s ist es, was sie geleistet hat, was jede Mutter eben leistet.
Ist das nicht viel ?
Langt das etwa nicht ?
Für Hannelore Kohl anscheinend eben nicht.
Gut ausgebildet, besser als manch eine andere in ihrer Zeit, hätte sie mehr Möglichkeiten gehabt als nur den Traum von heiler Familie ( und das ist schon Glück, wenn auch ein romantisches, bürgerliches eben ! ).
Die bürgerliche Sicherheit war es, die sie suchte und fand, wieder suchte. Erträumt hat sie wohl einwenig Glück. Das hat sie aber bestimmt gefunden, auch an der Seite ihres Mannes und ihrer Söhne, ihrer Freunde und Freundinnen ( bei all den Möglichkeiten ! ).
Somit wäre ein Liebesgedicht eher angebracht als ein Buch, ein Gedenken eher als großflächiges Auftragen, ein mutiger Toast auf eine mutige Frau eher als ein trauriges Schulterhängenlassen.
Ja, diese Frau war mutig und ging uns voran in ihrer eigenen Art.
Das müssen wir einsehen lernen.