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Nach Jahrzehnten treffen sich zur verabredeten Stunde zwei Männer: Hermann, der Ich-Erzähler, und Arnold. Die Beiden waren schon als Schüler Freunde gewesen. Und trotzdem sie später getrennte Wege gingen, blieben doch ihre Leben durch eine Frau, das heißt deren (sowie des einen oder des anderen?) Tochter schicksalhaft miteinander verstrickt. In Hermanns rückschauender Erzählung entwirren sich nach und nach manche der unsichtbaren Lebensfäden. Vor allem aber entfaltet sich das Bild einer unendlichen Tochterliebe. Diese Liebe gilt Hannah. Doch Hannah ist tot. Sie wurde unter nicht restlos geklärten Umständen von einem Bus überfahren, nachdem Hermann ihr das Geheimnis ihrer Herkunft enthüllt hatte.
Ganz nach dem Muster von Sandor Marais Glut in weiten Teilen ein kaum gebremster Monolog, nimmt das Gespräch der alten Männer manch interessante Wendung. Es handelt von Wahrheit und Wahrhaftigkeit, von der Freundschaft, vom Egoismus der Liebe und der Demut des Verzichts. Von der Unendlichkeit, der Vergeblichkeit und vom Tod. Vom Leben eben. --Alexander Dohnberg -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Die Geschichte ist als Lebensbericht bzw. -beichte angelegt. Zwei seit der Schulzeit befreundete, ältere Männer, der eine Schriftsteller, der andere Musiker, wollen ihr Leben in Ordnung bringen. Der eine hat Tochter und Frau verloren, der andere ist an Krebs erkrankt. Sie versuchen ihre gemeinsame Geschichte, ihr Leben, in dem Hannah, die Tochter des Schriftstellers Hermann und begnadete Geigerin, eine zentrale Rolle spielte wahrheitsgemäß zu rekonstruieren. Doch erst einmal hält Hermann einen Monolog, unterbrochen einzig durch ergreifende Konzert-Aufnahmen von Hannah.
Die Art, wie der Erzähler mit Worten Hannahs Spiel zu beschreiben versucht, wie er von ihrer Technik und ihrem Ausdruck spricht, verrät die präzise Kenntnis dieses Instruments. Unverkennbar also Armin Mueller-Stahl, der ausgebildete Konzertgeiger. Unverkennbar aber auch, wie diese Worte gesprochen, wie die Sätze intoniert werden. Kein Gedanke, keine detaillierte Beschreibung, keine Überlegung und philosophische Reflexion, ohne dass der Sprecher dies mit seiner Stimme unterstreichen oder betonen würde. Armin Mueller-Stahl, der Autor, lässt hören, dass er ein Könner des gesprochenen Wortes ist.
Das Leben kennt keine Grenzen. Es kommt und geht wie es will. Einer der vielen Sätze, die nachklingen, in lebhafter Erinnerung bleiben. Hermann vermisst Hannah! Er leidet unter ihrem Tod mehr als unter dem seiner Frau Helen. Sein Bericht über das Geschehen klingt einerseits wie ein Befreiungsschlag, andererseits ist es ein letztes Aufbäumen gegen Arnold. Gegen den Freund, der vermeintlich jede Gelegenheit nutzte, ihm weh zu tun. Die Reise nach Marokko, ursprünglich als Hochzeitsreise nach 35 Jahren Ehe mit Helen gedacht, bringt das Unausweichliche ins Rollen. Hannah erfährt, wer wirklich ihr Vater ist, wendet sich ab und kommt tragisch ums Leben. Helen, die Mutter kapituliert daraufhin vor dem Krebs.
Am Anfang dieser langen Geschichte steht ein mephistophelischer Plan eines Mannes, der seinen besten Freund in die Rolle eines betrogenen Betrügers, seine Frau zum Mitspielen in einer schicksalhaften Inszenierung zwingt. Die Vater-Tochter-Beziehung erinnert an Homo Faber von Max Frisch. Der Vater hier jedoch ist ein selbst verliebter Artist und Schriftsteller, der zwischen Literatur, Phantasie und Wirklichkeit schwer trennen kann. Unglück ist für ihn ein literarischer Schatz und eignet sich zum literarischen Verarbeiten. Arnold nennt ihn einen Narziss und Mephisto, einen, der im wirklichen Leben an allen Menschen vorbei lebt. Illusion und Spiel kennzeichnen auf weite Strecken seine Existenz. Schließlich macht Arnolds Schlusswort deutlich, dass Hermanns Interpretation seit nunmehr 40 Jahren eben nur seine Sicht der Dinge ist. Arnold hat die Wirklichkeit ganz anders erlebt; er hat dem Freund bei Helen den Vortritt gelassen
Autorenlesung, Spieldauer: ca. 195 Minuten, 3 CD. Mit ausführlichem Booklet. --culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .
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