Aus der Amazon.de-Redaktion
Dass Handtaschen durchaus nützlich sind, ist eine der Wahrheiten, die ein Mann nie im Leben laut äußern würde, die er im Stillen aber doch akzeptiert. Und, wenn er ehrlich ist, wünscht er sich ganz insgeheim selbst manchmal eine praktische Aufbewahrungsmöglichkeit für Schlüsselbund, Brieftasche, Zigarettenschachtel und die Zehnerpackung Kondome, ohne die "mann" heutzutage ja nicht mehr aus dem Haus geht.
Doch warum so viel hineinstopfen? Und warum so ein Getue um die Auswahl der richtigen Tasche? Die Antworten auf diese Fragen werden der Männerwelt auf ewig verschlossen bleiben, und so werden laut Annette Anton auch in Zukunft die klassischen bärbeißig-verständnislosen Männerfragen wie "Warum hast du fünf Lippenstifte dabei?", "Können wir den Koffer heute nicht zu Hause lassen?" oder auch "Kann ich mein Notebook in deine Handtasche stecken?" nicht verstummen.
Aber das ist Männergetue und somit unwichtig. Dass die Art der Handtasche und deren Inhalt auf engste Weise mit der Identität ihrer Trägerin korrespondiert, ist jeder Frau eine Selbstverständlichkeit. Und so gibt es kaum ein Accessoire, auf dessen Auswahl so viel Sorgfalt verwendet wird, wie die Handtasche, denn sie soll ja schließlich (im typisch weiblichen Umkehrschluss) genau das Richtige über die Persönlichkeit ihrer Trägerin aussagen.
Annette C. Anton, die zuletzt mit dem Nachschlagewerk der Alltagsüberflüssigkeiten und Lifestyle-Peinlichkeiten Was die Welt nicht braucht hervorgetreten ist (und somit, wie jeder Mann sofort bissig bemerken würde, mit ihrem neuen Buch bei ihrem alten Thema geblieben ist), widmet sich in ihrem Handtaschenbuch auf sehr unterhaltsame Weise der Beziehung zwischen Frauen und ihrem "besten Stück". Augenzwinkernde Lifestyle-Betrachtungen und ernste Ausführungen über Designtrends und berühmte Handtaschenträgerinnen aus Geschichte und Gegenwart mischen sich zu einem ebenso kompetenten wie vergnüglichen "Was Sie schon immer über Handtaschen wissen wollten, aber nie zu fragen wagten".
Manches ist ein bisschen bemüht (wie etwa der Versuch, vom lebenslangen Handtaschenkaufverhalten, immer dieselbe Marke oder jedes Mal eine neue?, auf Monogamie oder Promiskuität der Trägerin zu schließen); und der auf dem Buchcover groß angekündigte "Handtaschen-Persönlichkeitstest" erreicht mit gerade einmal zehn Fragen bestenfalls das Niveau von Frauenzeitschriften-Psychotests. Doch das sind nur Kleinigkeiten, insgesamt bereitet das Buch viel Spaß und ist jeder Handtaschenfetischistin (und welche Frau ist das nicht?) wärmstens ans Herz zu legen.
Bleibt nur die Hoffnung, dass die Leserinnen das Buch nicht wie alles andere auch in den endlosen Tiefen ihrer Handtasche verschwinden lassen und es dort ein tristes Dasein zwischen krümelverklebten Labello-Stiften, Bierdeckeln mit obskuren Telefonnummern und losen Tampons zu fristen hat, denn das hätte es nicht verdient. --Christoph Nettersheim
Kurzbeschreibung
Frauen ergeht es mit ihrer ersten Handtasche wie mit der ersten großen Liebe: Man vergisst sie nicht und kann sich ein Leben ohne sie nur schwer vorstellen. Kritisch beäugt von den Männern ist die Handtasche ein unersetzbarer Begleiter in allen Lebenslagen. In diesem typisch weiblichen Gebrauchsgegenstand spiegelt sich vor allem die Identität der Trägerin wieder. Farbe, Form und Inhalt verraten, wer sie ist, wer sie vielleicht gerne sein würde - und wer sie auf keinen Fall sein will.
In einer unterhaltsamen Mischung aus eigenen Handtaschen-Erfahrungen und Episoden aus Film, Presse, Literatur und Geschichte entwirft Annette C. Anton das Bild einer lebenslangen Beziehung zwischen Frauen und ihrem liebsten Stück: Was sagt meine Handtasche über mich aus? Wie gestaltet sich die Beziehung zwischen mir und meiner Handtasche? Welche Designtrends dominieren in den verschiedenen Jahrzehnten und Epochen? Wie sieht das Innenleben meiner Handtasche aus?