ich habe mich im Vorfeld über die Handpresso informiert und jetzt selber festgestellt, dass das Produkt in erster Linie ein Spielzeug ist.
Die Verarbeitung, das optische Design und die Haptik sind sehr gut. Wegen der geringen Menge an heißem Wasser ist es unbedingt erforderlich, die Handpresso und die Tasse mit heißem Wasser vorzuwärmen. Nur so hat der Espresso annähernd brauchbare Trinktemperatur. Das ist gerade im Freien eine eher aufwändige Prozedur die es praktisch unmöglich macht, mit jemanden anderen eine gemeinsame Tasse Espresso zu trinken. Die Durchlaufzeit ist auch eher lange. Das ist einerseits langweilig und zum Teil schon anstrengend den Handpresso >30 Sekunden still über einer Tasse zu halten und andererseits werden zum Ende hin bereits Bitterstoffe aus dem Kaffee gelöst.
Im Vergleich zu anderen Outdoor Espressomaschinen ist der Brühdruck tatsächlich ausreichend hoch, konstruktionsbedingt geht der Druck beim Brühen jedoch kontiunierlich zurück und reicht gegen Ende gerade noch dazu aus, das ganze Wasser aus dem Behälter durch den Kaffeepad zu drücken.
Der Espresso ist abgesehen von der trotz Vorwärmen grenzwertig niedrigen Temperatur recht gut. Das haben mehrere Freunde bestätigt.
Die Kaffeepad (ESE-Pads) sind praktisch nur über das Internet zu bekommen (zumindest habe ich sie noch nirgens gefunden) und sind in der Anwendung recht praktisch. Allerdings sind die Pads einzeln (!) in Kunststofftüten verpackt und verursachen daher vergleichsweise viel Verpackungsmüll (den jeder Benützer hoffentlich wieder mit nach Hause nimmt).
Der Spaßfaktor kommt gerade in größerer Runde nicht zu kurz, gerade Technikfreaks werden begeistert sein.
FAZIT: ein nettes, gut verarbeitetes, und daher auch sehr teures Spielzeug, das bei entsprechender Verwendung (Vorwärmen!) einen recht passablen Espresso bereitet. Für alles darüber hinaus nicht praktikabel, weil:
x zu umständlich für den Alltag
x zu viel Müll pro Tasse Espresso
x die Pads vergleichsweise schwer zu bekommen sind
x das Gerät schwer ist.