Es stellt sich bei einem Sachbuch immer die Frage, wen bzw. was der Autor erreichen möchte. Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich definitiv um eine Publikation, die sich an die Praktiker wendet. Dies mag auch ein Grund sein für die negative Bewertung eines "Studenten" (siehe vorhergehende Rezension). Hierzu sei gesagt, dass man im ersten Teil des Buches einen kleinen theoretischen Abriss zum Thema Handlungsorientierung findet. Der ist knapp gehalten und wenig hilfreich bei einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Handlungsorientierung. Eine theoretische Herangehensweise findet nur im Ansatz statt, eine argumentative Bearbeitung des Themas ist nicht erkennbar.
Aber das will die Autorin auch nicht erreichen! Hier handelt es sich um eine praxisorientierte Sammlung von Ideen. Und die ist, das werden die meisten Geschichtslehrer bestätigen, sehr hilfreich. Man möchte eben nicht eine langatmige theoretische Abhandlung lesen, wenn man für den nächsten Unterrichtstag mehrere Unterrichtsstunden vorbereiten muss. Aber genau für diesen Zweck ist das Buch gut geeignet. An konkreten Beispielen wird demonstriert, wie man geschichtliche Themen vermitteln kann. Hier werden eben Ideen aufgezeigt und darüber hinaus auch z.B. Möglichkeiten der Bewertung von Ergebnissen einer solchen Stunde / Reihe. Die Umsetzung dieser konkreten Ideen in anderen Unterrichtsreihen, d.h. die Integration in den aktuellen Unterricht, wird dem Lehrer nicht abgenommen. Aber genau dafür werden wir ja schließlich auch bezahlt.
Als Fazit lässt sich sagen: im stressigen Schulalltag kann das Buch sehr hilfreich sein. Es gibt Anregungen. Aber es unterstützt allenfalls die Unterrichtsplanung. Zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung ist das Werk nur ansatzweise geeignet.