Kurzbeschreibung
Verletzungen von Persönlichkeitsrechten, körperliche Übergriffe, Freiheitsberaubung und sexuelle Gewalt sind Extremvarianten ausbeuterischen bzw. unprofessionellen Verhaltens. Nachweislich kommen diese Verhaltensweisen von MitarbeiterInnen gegenüber Minderjährigen auch im Kontext von Institutionen vor, die sich eigentlich der Behandlung, Pflege, Betreuung und Erziehung widmen sollten.
Trotz der seit den 70-er Jahren intensiv geführten Debatte zum sexuellen Missbrauch werden diese Übergriffe häufig verschwiegen, ignoriert und damit tabuisiert, sodass ihre Aufdeckung und Aufarbeitung erschwert bzw. verhindert wird und die betroffenen Kinder und Jugendlichen mit und in traumatisierenden Gewaltsituationen allein gelassen werden. Für die Täter besteht oft nur ein geringes Risiko der Entdeckung und Sanktionierung ihrer Taten, und häufig unterbleiben präventive Maßnahmen zur Vermeidung von massivem Fehlverhalten. In diesem Werkbuch wurden Beiträge und Materialen zusammengetragen, die Aspekte der Täter-Opfer-Dynamik analysieren, rechtliche Rahmenbedingungen und Reaktionsweisen sowie sozialpädagogische Handlungsformen zur Aufdeckung und Vermeidung von Fehlverhalten aufzeigen und Ressourcen und Widerstände bei der Umsetzung von Weiterbildungsmöglichkeiten benennen. Das Buch enthält zudem eine Sammlung berufsethischer Standards und Prinzipien für sozialpädagogische Arbeitsfelder sowie Zusammenfassungen eines ExpertInnenhearings zu einzelnen Aspekten. Das Buch wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Diakonischen Akademie Deutschland gGmbH sowie der Universitäten Rostock und Ulm gefördert
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Autorenportrait
Prof. Dr. Jörg Michael Fegert, geb.1956, ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie/Psychotherapie der Universität Rostock sowie Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Nervenheilkunde der Universität Rostock