Im Unterschied zu Veröffentlichungen, die entweder einen theoretisch bestimmten Managementansatz oder aber einen begrenzten Aufgabenbereich des Bildungsmanagements behandeln, öffnet dieser Band den Blick für die komplexe Struktur und Vielfalt des Managements von Bildungsbetrieben. Ermöglicht wird das durch ein zugrunde liegendes, auf der Basis von Literaturauswertungen entwickeltes Strukturmodell, das im ersten Kapitel von Michael Gessler erläutert wird. Kernstück ist eine Matrix, die verschiedene Prozesskategorien (Basisprozesse, Steuerungsprozesse, Innovationsprozesse) und Objektkategorien (Bildungsprodukt, Bildungspersonal, Bildungsorganisation) für das Managementhandeln vorgibt. In den anschließenden 15 Beiträgen stellen die 19 Autorinnen und Autoren gemäß diesem Strukturmodell relevante Rahmenbedingungen und Funktionen sowie spezielle Handlungsfelder des Bildungsmanagements vor (Lehren und Lernen, Wissensmanagement, Bildungsmarketing, Qualitätsmanagement, Transfermanagement und Evaluation, Personalmanagement und -führung, Bildungscontrolling, Projektmanagement, Programmentwicklung, Entrepreneurship, Change Management). Die Beiträge selbst sind in sich abgeschlossen und lehrbuchmäßig didaktisiert. Sie referieren jeweils den Stand der Erkenntnis und Forschung über das jeweilige Handlungsfeld und geben praxisorientierte exemplarische Einblicke in Modelle, Methoden und Instrumente für das praktische Managementhandeln. Durch diese "Durchstrukturierung" der Beiträge gelingt in dem Band eine lesefreundliche qualitative und stilistische Ausbalancierung der verschiedenen Beiträge. Im Einzelnen und im Gesamt bieten die Beiträge so systematisierte, wissenschaftliche begründete und zugleich praxisorientierte, anschauliche Übersichten und Einblicke zum Bildungsmanagement in Bildungsbetrieben der beruflichen und allgemeinen Weiterbildung. Für Praktiker und für Studierende ist dieses Werk gleichermaßen nützlich und lesenswert.
PD Dr. Karin Dollhausen, Rezension in der Zeitschrift "Weiterbildung. Zeitschrift für Grundlagen, Praxis und Trends", Ausgabe 3, 2010, S. 41-42.