In dem Handbuch für Lebensmittelchemiker" wird der Versuch unternommen, dem Leser in zahlreichen Kapiteln die lebensmittelrechtlichen Grundlagen zur Beurteilung von Lebensmitteln, Futtermitteln, Bedarfsgegenständen und Kosmetika zu geben. Zunächst wird das Rechtsgefüge auf europäischer Ebene erläutert, bevor auf den Verkehr mit Lebensmitteln auf europäischer Ebene eingegangen wird. Es folgen Kapitel über die Grundlagen der amtlichen Kontrolle, dem Verkehr, der Akkreditierung von Prüflaboratorien und die moderne Analytik. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass es nicht möglich ist, das komplette Spektrum der analytischen Vielfalt der Methoden hier wieder zu geben. Hierüber könnte eine Vielzahl von Büchern geschrieben werden, die sich nur mit dieser Thematik befassen. Das Handbuch soll jedoch nicht mehr oder weniger dazu dienen dem interessierten Leser einen Überblick über alle relevanten Teilaspekte des Lebensmittelrechtes geben, die für die abschließende Beurteilung eines Produktes notwendig sein können. Hierzu gehören neben der instrumentellen Analytik auch sensorische Prüfmethoden sowie die Kenntnis über Lebensmittelinhalts- und Zusatzstoffe, Pflanzenschutzmittel, Tierbehandlungsmittel, Kontaminanten und Rückstände. Nach Behandlung dieser Themengebiete wird in den nachfolgenden Kapiteln auf einzelne Produktgruppen eingegangen.
Jedes Kapitel wurde hierfür von Autoren verfasst, die sich besonders in dem Themenkomplex auskennen und gliedert sich allgemein in die Bereiche Waren-/Stoffgruppen, Beurteilungsgrundlagen, Warenkunde, Qualitätssicherung und Literatur. So sinnvoll die Aufteilung auch erscheinen mag, so verschieden wird diese Vorgabe in den einzelnen Kapiteln umgesetzt. Jeder Autor setzt seine eigenen Schwerpunkte und versucht dem Leser auf seine eigene Weise das jeweilige rechtliche Gebiet zu vermitteln. Wie detailliert dies geschieht ist hierbei offen. Einige Kapitel beschränken sich darauf stichpunktartig die nötigen Rechtsstellen zu nennen und anhand von Warengruppen zu erläutern, in anderen wird ausführlich der Inhalt der Rechtstexte abgearbeitet und auf Besonderheiten eingegangen. Hier wäre zur besseren Orientierung und zur Übersichtlichkeit eine einheitliche Vorgabe wünschenswert gewesen, auf dass der Leser das benötigte Wissen schneller nachschlagen kann.
Obwohl das Buch den Anspruch erhebt vollständig überarbeitet worden zu sein, muss festgestellt werden, dass zwar die Mehrzahl der Kapitel durchaus überarbeitet worden ist und auch auf Gesetze und Verordnungen eingehen, die noch nicht gültig sind, jedoch muss auch erwähnt werden, dass einige Kapitel veraltete und widerlegte Tatsachen enthalten. So ist zum Beispiel das Kapitel über Wein lediglich auf dem Stand von Mitte 2009. Die Geschmackswahrnehmung von Glutamat im Kapitel Fleisch- und Fleischerzeugnisse ist falsch wiedergegeben. Teilweise wird auf relevante Produktgruppen der Gegenwart überhaupt nicht eingegangen. So fehlt im Kapitel Bier und Braustoffe eine Betrachtung der Biermischgetränke.
Ebenfalls muss erwähnt werden, dass nicht zwangsläufig alle relevanten Rechtsstellen in dem Handbuch genannt werden. So fehlt im Kapitel Wasser ein Verweis auf die Trinkwasserverordnung a. F., deren Grenzwerte zur Beurteilung von Trinkwasser auch heute noch Bedeutung haben, da einige Grenzwerte in der neuen Fassung nicht mehr aufgeführt sind.
Die Abgrenzungsfrage Arzneimittel - Lebensmittel nimmt in diesem Buch ein eigenes Kapitel ein. Die Verwendung von Beispielen ist hier durchaus angebracht kann aber nicht über eine mangelnde Aufbereitung der Rechtstexte hinwegtäuschen.
Insgesamt muss jedoch gesagt werden, dass das Buch sehr detailliert und umfassend einen Bereich der Lebensmittelwissenschaften beleuchtet und es durchaus vermag dem Leser einen guten Überblick über die Rechtslage und wichtige Beurteilungsgrundlagen zu geben. Es ist somit geeignet als Vorbereitung zum zweiten Staatsexamen für Lebensmittelchemiker zu dienen als auch später einen schnellen Überblick über rechtliche Fragen zu geben. Jedoch kann das Buch nicht als Ersatz für ein eingehendes Studium der jeweiligen Teilbereiche gelten, sondern nur das Handwerkszeug bereitstellen.
Die letzten Kapitel befassen sich mit lebensmittelnahen Gebieten - wie Ernährungswissenschaften, Lebensmittelphysik, -technologie und -toxikologie - und runden den Gesamtüberblick ab.