Es gibt zahlreiche Bücher über Tiere als Therapiehilfe für Menschen. Ich hatte mich für dieses entschieden, weil es 2008 das neueste war (von 2007 laut amazon, von 2008 laut Impressum) und weil es sich auf die Theorie hinter dem Ganzen konzentrierte, was andere Bücher angeblich nicht täten. Nun, ich wünschte, ich hätte mich für ein anderes Buch entschieden. Dies ist ein Textbuch, und zwar ein sehr, sehr trockenes. Zusätzlich ermüdend ist die ständige Wiederholung des Inhalts. Bereits nach der Hälfte fragte ich mich, auf wieviele unterschiedliche Arten und Weisen es die beiden Autorinnen von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg es wohl schaffen würden, mir haargenau denselben Inhalt zu vermitteln. Antwort: Noch auf eine Menge Weisen mehr. Irgendwann dämmerte es mir, dass die Theorie um das Thema - heutzutage zumindest - wohl eher nur etwas aufgeblasen zu einem Buch gemacht werden kann. Sicher, es gibt die Theorie und die ist durchaus wertig. Und ganz ehrlich: Auch als Laie hätte ich dafür das Buch nicht lesen müssen. Dass Tiere einen vorbehaltloser annehmen als andere Menschen, egal wie alt oder auf welche Art auch immer von der Norm man beeinträchtigt ist, und dass dies auf verschiedene Weisen heilend wirken kann, ja dass habe ich auch vorher nicht anders gesehen. Ich muss das nicht 60 oder 80 mal in immer neuen Formulierungen, zumeist im tollen Fremdwörterkauderwelsch eingehämmert bekommen. Ich erfahre Begrifflichkeiten und Konzepte aus dem englisch- und deutschsprachigen Raum. Das ist interessant für Professionelle, wider erwarten in dieser eher substanzlosen Form nicht allzu sehr für den Laien. Das einzige, wovon ich als solcher tatsächlich keine Ahnung hatte, war, dass Menschen mit Problemen bei der Reihenfolge von Satzbausteinen (so etwas gibt es wirklich?) dies durch Reiten lindern/beheben können. Leider geht das Buch ausgerechnet darauf kaum weiter ein als ich in diesen Zeilen... Also auf mit Yoda auf ein Erdenpferd!
Vom Cover abgesehen gibt es kein einziges Bild in diesem Buch. Es gibt durchaus Textbücher, die wissen, dass das menschliche Gehirn besser Lerninhalte aufnehmen kann, wenn sich die Augen ab und an bei ungewöhnlichen Bildern ausruhen können. Dies hier ist eher im Stile einer Magisterarbeit geschrieben. Statt Bilder gibt es z.B. viele Zitate und Verweise auf andere Werke, sogar Originalzitate auf Englisch, (fast) immer in den Fußnoten oder direkt im Text übersetzt.
Übrigens: Auch wenn im Buch immer wieder strikt das Gegenteil behauptet wird und damit grundsätzlich richtig liegt, so gibt es doch ein paar Ausnahmen in der Vorurteilslosigkeit der Tiere, sowohl gegenüber Artgenossen als auch gegenüber Menschen. Vor allem - aber nicht nur - ist da in manchen Fällen bzw. Situationen das Geschlecht zu erwähnen.
Was mich außerdem einen Stern abziehen lässt, ist, dass bei all den Wiederholungen manche Dinge ausgelassen werden. Nämlich die meisten Tiere. Da werden Aufzählungen und Erwähnungen von "Therapietieren" eingestreut, nur um sich letztendlich auf Hunde, Pferde und Delphine bei der etwas genaueren - und immer noch trockenen - Beschreibung zu beschränken. Mich hätte brennend interessiert, wie z.B. eine Lamatherapie aussieht. Oder gar eine Käfertherapie. Nix da! Sorry, aber zumindest ich habe mich hier wohl verkauft... Für Kommentare über bessere Bücher entsprechend meinen Erwartungen wäre ich sehr dankbar.