Auf der Suche nach einem integralen terminologischen und methodischen Rahmen für die Untersuchung eines überaus komplexen Phänomens afrikanischer Auraturen (einem seit etwa zweihundert Jahren nur in klanglicher Gestalt einer Xylophon-Polyphonie tradierten, also weder geschriebenen noch gesprochenen noch gesungenen poetischen Textkorpus) zum Zwecke der Fertigstellung einer musikethnologischen Dissertation bestellt - und seither nicht mehr aus der Hand gelegt. Dieses Buch ist nicht nur ein absolut aktueller 'Rundumschlag' semiotischer Theoriebildung bzw. Praxis quer durch alle nur erdenklichen Sparten modernen Wissens, sondern auch ein Streifzug durch die abendländische Geistes- und Ideengeschichte, der sich wie ein Roman lesen lässt. Irgendwann ging ich dazu über, das Buch nicht mehr als Handbuch, sondern nochmals von Anfang an als Drehbuch eines Films zu lesen, der von der Semiotik als Meta-Theorie abendländischer Kultur und Wissenschaften handelt. Der einzige Einwand, der angesichts eines derart umfassenden (und übrigens brilliant geschriebenen) Kompendiums überhaupt vorzubringen wäre, ist ein kulturrelativistischer: Theorien über das Verhältnis von Zeichen, Ideen und Objekten (oder wie man es je nach dem auch immer ausdrücken mag) gehören zur geistigen Produktion der allermeisten - nicht nur der sogenannten hochkulturellen - menschlichen Gesellschaften. Ich sage das als Ethnologe/Musikethnologe, der auf diversen Feldforschungen immer wieder mit metasprachlichen bzw. metakommunikativen Konzepten konfrontiert worden ist. Hier wäre sicherlich einiges nachzuholen, würde allerdings dem ausufernden Feld der Semiotik ein noch größeres Feld der weltweit vergleichenden Semiotik hinzufügen.