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Produktinformation
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Soweit die Autorinnen, die mit Die Wahl der Qual ein erfrischend leichtes Handbuch "für Sadomasochisten und solche, die es werden wollen" auf den konservativen Buchmarkt werfen. 15 Jahre nach der Trierer Studie Sadomasochismus (inzwischen vergriffen), die erstmals wertfrei aber im Vergleich doch staubtrocken eine wichtige Bresche für zartharte Leidenschaften schlug, wagen es nun Kathrin Passig und Ira Strübel, unverkrampft und unverblümt für Normalität sadomasochistischer Liebesformen zu werben.
Ihr journalistischer Background kommt den beiden und somit auch dem Leser zugute. Dieser kann sich über reichlich Information und offene Erfahrungsberichte freuen, amüsant verpackt in 21 Kapiteln, die mit schrägen Überschriften beginnen und mit klaren Aussagen enden. Dazwischen liegen Themen wie Outingängste und Vorurteile, Klischees und Medien, Partnerschaft und Szene. Selbst medizinische und geschichtliche Fakten lesen sich hier eher feucht denn trocken und im Kapitel "www.wo-gehts-denn-hier-zu-den-Perversen?.de" finden sich Tipps zu möglichst lustvollen, positiven Kontakten im Internet.
Dass manche Gefühlswelten knackig kurz abgehandelt werden, resultiert wohl aus dem Selbstverständnis der Autorinnen, die manchmal auch mit herbem Charme :" ...sieh zu wie Du damit fertig wirst!" gegen Ängste vermeintlich "kranker Andersartigkeit" angehen. Durchaus verzeihlich und unterm Strich vielversprechender als jede seufzende Tätscheltour.
Nein, Die Wahl der Qual ist sicherlich kein weinerliches Buch einer bemitleidenswerten sexuellen Randgruppe; es ist ein Buch das kämpft ohne kämpferisch zu sein, das durch Leichtigkeit stark macht -- es ist ein Buch einer neuen, jungen Generation von Sadomasochisten, die für die Selbstverständlichkeit und Akzeptanz Ihrer Liebesformen eintreten. --Andrea Schneider
Auf solider wissenschaftlicher Grundlage aufgebaut mit Liebe zum Detail und gesundem Menschenverstand ebenso gesegnet, wie mit Einfühlungsvermögen, bringt "Die Wahl der Qual" Themen zur Sprache, die in der deutschsprachigen Literatur meines Wissens bislang vollkommen vernachlässigt oder nur sehr einseitig behandelt wurden. Dass dieses Buch mit seinen gemäßigten, vernunftinspirierten und der SM-"Mehrheitsrealität" nahen Thesen und Vorstellungen auch in der Szene polarisieren wird, ist klar. Insbesondere die Anhänger der "alten Schule" oder die Vertreter einer harten "einzig wahren" Schule des SM werden sich des öfteren auf die Füße getreten fühlen. Insbesondre die Stellungnahme der Autorinnen zu Sklavenverträgen scheint mir für einige in der Szene provokant zu sein -- es gilt hier aber, nicht zu vergessen, dass es sich vorwiegend um ein Einsteigerbuch handelt, und wer einem blutigen Anfänger etwas anderes riete, als von Sklavenverträgen die Finger zu lassen, würde in der Tat grob fahrlässig handeln.
Insgesamt aber ist dieses Buch erstaunlich frei von "Vorschriften" und Belehrungen, und angenehm bar jeden Anspruchs auf absolute Wahrheiten.
... Lesen Sie weiter... ›Wer Bilder und blurünstige SM-Geschichten erwartet, liegt bei diesem Buch falsch. Wer wissen will, was Menschen denken, die diese Neigung haben, was es überhaupt gibt und wie die eigenen Neigungen einzuschätzen sind, der liegt genau richtig.
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