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Handbuch der Rauschdrogen
 
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Handbuch der Rauschdrogen [Gebundene Ausgabe]

Wolfgang Schmidbauer , Jürgen VomScheidt
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 688 Seiten
  • Verlag: Nymphenburger Verlag; Auflage: 8., erg. u. erw. A. (November 1999)
  • ISBN-10: 3485007676
  • ISBN-13: 978-3485007672
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 13,9 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 148.582 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Seit über fünfundzwanzig Jahren ist das 'Handbuch der Rauschdrogen' das umfassende Nachschlagewerk für alle Psychologen, Ärzte, Sozialarbeiter, Journalisten und betroffene Angehörige.

Auszug aus Handbuch der Rauschdrogen von Wolfgang Schmidbauer, Jürgen VomScheidt, Jürgen vom Scheidt, Monika Schulenberg. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Banisteriopsis caapi
(Ayahuaska, Caapi, Banisteria, Yajé, Yagé)

Schon früh haben Reisende im Amazonasgebiet berichtet, wie die Angehörigen zahlreicher Indianerstämme dort aus der Liane Banisteriopsis caapi ein Getränk zubereiteten, dem zahlreiche magische Effekte zugeschrieben werden: Es soll sie befähigen, Kontakt mit der Geisterwelt aufzunehmen, verlorene Gegenstände wiederzufinden, entlaufene Tiere aufzuspüren oder militärische Aktionen eines Gegners vorauszusehen. Der Trank - in der Regel eine eingedickte Abkochung - hat bei den Stämmen viele verschiedene Namen: Caapi, Ayahuaska, Yajé, Yagé. Er wird aus Stengeln, Blättern und Wurzeln der Liane zubereitet.

Chemie und Wirkung
Man hat dem wichtigsten Alkaloid, das man aus Banisteriopsis isolieren konnte, verschiedene Namen gegeben: Telepathin, Yagein und Harmin. Durchgesetzt hat sich heute die Bezeichnung Harmin. Das Alkaloid enthält ebenso wie die eng verwandten Stoffe Harman und Harmalin einen Indolring (? RA V). Man findet Harmin außer in Banisteriopsis auch in der Steppenraute, Peganum harmala, die von Südeuropa (Balkanländer) bis nach Tibet gedeiht, aber - soviel man weiß - bisher noch nicht als Rauschdroge benutzt worden ist. Ihre Samen werden in der Volksmedizin als Mittel gegen Würmer und zur Blutreinigung benutzt.
Die Hauptalkaloide der Steppenraute (Harmin) und der Liane (Banisterin) sind pharmakologisch, chemisch und kristallographisch identisch, wenngleich noch Lewin meint: " Ersatzmittel für Banisterin gibt es nicht. Das mit ihm identisch sein sollende Alkaloid Harmin leistet klinisch nicht das, was (von mir) geschildert wurde" (1929, S. 18).
Harmin bildet farblose, seidenglänzende Prismen, löst sich in Alkohol und Ether, nicht in Wasser, schmilzt bei 256'C, wobei es sich zersetzt, und färbt reine, konzentrierte Schwefelsäure rosa. Bei Tieren steigert es die Erregbarkeit der Reflexe; so macht es Hunde beißlustiger. Warmblüter beginnen heftig zu zittern und können sich nur mit Mühe aufrecht halten. Das Benehmen der Hunde, an denen man Harmin/Banisterin erprobte, war so auffällig, daß man annehmen mußte, die Tiere hätten Sinnestäuschungen; so bellte eines ohne Grund eine Tür an. Beim Menschen ist reines Harmin ein wirksames Halluzinogen, wirkt also ebenso wie ?Meskalin und ?LSD. Der Ethnologe Koch-Grünberg hat die von den Indianern aus Banisteriopsis caapi zubereitete Rauschdroge konsumiert, in der wahrscheinlich noch eine Reihe weiterer, in der Struktur nicht erforschter Alkaloide enthalten ist. Er sah rote Flammen vor seinen Augen huschen und ein grellfarbiges Flimmern. Andere Selbstversuche ergaben die charakteristischen Visionen nach Halluzinogen-Konsum: schöne landschaftliche Bilder, farbige Schmetterlinge, kaleidoskopartige, bunte Ornamente.
Bereits im vorigen Jahrhundert hat der spanische Geograph Villavicendo wiederholt Ayahuaska ("Liane der Geister" in der peruanischen Quechua-Sprache) genommen: "Jedesmal ... empfand ich Schwindel; manchmal machte ich eine Luftreise, während welcher ich mich erinnere, die bezauberndsten Ausblicke gehabt zu haben, große Städte, hohe Türme, prachtvolle Parks und andere herrliche Objekte. Manchmal habe ich mir auch eingebildet, ich befände mich allein in einem Walde, von wilden Tieren angefallen, gegen die ich mich verteidigte" - also zum Teil ein bad trip in der Sprache des heutigen Konsumenten von Halluzinogenen. Der Rausch endete jeweils mit starkem Schlafbedürfnis; am Morgen erwachte Villavicendo mit Kopfschmerzen und Übelkeit. Besonders verdient gemacht um die Erforschung und Erprobung des Banisteriopsis-Alkaloids hat sich einer der bedeutendsten Drogenforscher im deutschsprachigen Raum, Louis Lewin. Er nennt die Substanz Banisterin. In seiner kleinen, aber umfassenden Studie " Banisteria caapi - ein neues Rauschgift und Heilmittel" beschreibt er schon 1927 die biochemische Darstellung des Mittels, Tierversuche (zu deren genereller Problematik RA V, Schlußteil) und Erfahrungen und Experimente an Menschen sowie Vorschläge zur medizinisch-therapeutischen Anwendung. Wie es auch anderen Drogenforschern immer wieder passierte, glaubte offenbar auch Lewin, mit Banisterin das Heilmittel für ein bestimmtes Leiden entdeckt zu haben. Zumindest die Fachwelt hat seine Begeisterung für die Erfolge bei schwersten Bewegungsstörungen nicht ganz teilen können, obgleich Harmin bzw. Banisterin heute noch bei enzephalitischen Zuständen, bei Parkinson-Kranken und bei Paralysis agitans eingesetzt wird (Hesse S. 95). Es liest sich fast wie eine Wunderheilung, wenn Lewin von einer an massivem postenzephalitischen Parkinsonismus leidenden Frau (S. 18) berichtet, sie "liegt ständig steif wie ein Stock und unbeweglich im Bett, kann weder selbständig essen, noch irgendeine nennenswerte Bewegung machen. Ständige Zuckungen der Zunge ..." Zwei Stunden später, nach subkutaner Injektion von 0,05 Gramm Banisterin in Lösung: "Spontan spricht die Kranke mit viel lauterer Stimme als sonst: >Herr Doktor, ich kann meine Zunge jetzt stillhalten!< Die Zunge liegt tatsächlich ganz ruhig im Mund. Sprache wieder erheblich gebessert. Gesichtsausdruck viel lebhafter als sonst. Eine solche Unmittelbarkeit des Helfens von Bewegungsstörungen durch ein Arzneimittel war bisher unbekannt ..." Und kurz darauf schreibt Lewin: "Meiner Überzeugung nach kann das Banisterin dazu berufen sein, noch weitere große medizinische Überraschungen in bezug auf die Beeinflußbarkeit gewisser krankhafter Gehirnstörungen zu liefern ..." Wie gesagt, diese Hoffnung wurde enttäuscht. Die eigentlichen Heilmöglichkeiten von Banisteriopsis caapi scheinen auf dem Gebiet der Psychotherapie zu liegen. Ähnlich wie Leuner (1962) und Grof (1978) LSD einsetzten, benützt Claudia Naranjo, ein chilenischer Psychiater und Gestalttherapeut, ein Banisteriopsis-Alkaloid für seine Arbeit mit seelisch gestörten Patienten, allerdings nicht Banisterin/Harmin, sondern das verwandte Harmalin (Naranjo 1979; -- Harmalin).
W. Sch.

Literatur:
Efron, D. H. (Hrsg.), Ethnopharmacologic Search for Psychoactive Drugs, Washington 1967
Grof, S., Topographie des Unbewußten, Stuttgart 1978
Hesse, H., Rausch-, Schlaf- und Genußgifte, Stuttgart 1966
Leuner, H, Die experimentelle Psychose, Berlin 1962
Lewin, L., Banisteria caapi - ein neues Rauschgift, Berlin 1929
Naranjo, C., Die Reise zum Ich - Psychotherapie mit heilenden Drogen, Frankfurt a. M. 1979
Reinburg, P., "Contribution ä l'etude des bois sons toxiques des Indiens du nordouest de l'Amazone", in: Journal de la Societe des Americanistes de Paris, Bd. 13, Paris 1921
Villavicendo, Geographia de la Republica del Ecuador, New York 1858

Barbiturate
?Schlafmittel
Betelnuß
?Genuß-Drogen
Bilsenkraut
?Nachtschatten-Drogen
Blätter der Hirtin Maria
?Ska Maria Pastora -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Die Inhalte dieses "Handbuchs" beschränken sich nicht nur auf typischen Merkmale eines Handbuchs. Dieses Werk ist zur Häfte als Enzyklopädie zu sehen, während die andere Häfte essay-artige Kurztexte enthält über allerlei Themen rund um Rauschmittel wie etwa "Die Profanierung der Drogen" im Kapitel "Kulturgeschichte". Weitere Kapiel sind "Moderne Gesellschaft und Politik", "Psychologie", "Therapie und Rehabilitation" und "Medizin (Physiologie) und Psychopharmakologie", die die Themen kurz, informativ und überschaubar darlegen. Dabei wird im gesamten Werk durchgehen auf einen Wichtigen Aspekt geachtet: Die Rauschmittel werden nicht stumpfsinnig und grenzenlos verherrlicht, sondern werden objektiv vorgestellt mit allen guten sowie schlechten Seiten, Vor- und Nachteilen, Erwartungen und Risiken.
Um zu einer Beurteilung zu kommen möchte ich dieses Werk mit dem Werk "Enzyklopädie der Psychoaktiven Pflanzen" von Christian Rätsch vergleichen, wobei bereits anzumerken ist, dass beide Werke im Vergleich doch stark ihren Namen gerecht werden (Enzyklopädie und Handbuch).
Die Enzyklopädie umfängt zunächst eine ganze Ecke mehr Artikel, beschränkt sich jedoch nur auf Pflanzen. So kann man also froh sein im Handbuch einen 33-seitigen Artikel über LSD vorzufinden. Des Weiteren kommen im Vergleich zur Enzyklopädie eher unbekannte - oder sollte ich doch sagen unpopuläre - Rauschmittel im Handbuch viel zu kurz. Dafür bekommt man in der Enzyklopädie nichts an Informationen, die über Eigenschaften und Wirkung des Stoffen hinausgehen, wie etwa Folgen wiederholenden Konsums oder "Möglichkeiten zur Heilung/Rehabilitation".
Als Schlussfolgerung möchte ich sagen, dass infolge der Unterschiedlichkeit beider Werke, sich die Enzyklopädie und das Handbuch sehr gut ergänzen. Zum Handbuch allein ist zu sagen, dass es auf jeden Fall eine lohnenswerte Anschaffung ist für jemand mit Interesse an dem Thema - gerade durch die Artikel in der zweite Hälfte des Werkes.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Die gigantische Seitenanzahl und die positiven Feedbacks hier haben mich dazu veranlaßt, das Buch zu kaufen. Der Aufbau des Buches ist gut, jedoch finden sich manch "moderne" Drogen, z.B. Poppers, nicht. Wer sich über die allseits bekannten Drogen ausführlich informieren will, dem ist sicher geholfen. Wer ausgefalleneres nachschlagen will, soll sich lieber auf wikipedia bedienen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ausfürhlichst! 9. Mai 2010
Format:Broschiert
das umfangreichste und mit abstand beste buch dieses themenbereichs.
kann ich nur jedem weiterempfehlen.
die autoren wissen worüber sie schreiben und haben sich eingehend mit der materie auseinandergesetzt.
und zwar mit allen aspeketen. man findet hier nicht nur eine detaillierte auflistung aller illegalen wie auch legalen drogen inklusive deren herstellung, gebrauch und wirkung, sondern auch soziale und psycholiogische aspekte.
also wenn man sich ein buch über rauschdrogen zulegt, dann sollte es eindeutig dieses sein.
an kompetenz bleibt es unerreicht!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
komisch
Man hat mir nur die Kopie einer Seite aus dem Buch geschickt. Da fand ich dann etwas über einen Musiker namens "Klaus Schultze", der angeblich eine "Synthesizer-Komposition"... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Jeeves veröffentlicht
Weitgehend unbrauchbar
Das Buch hält in keiner Weise was es verspricht. Zuerst einmal ist es unglaublich veraltet. Obwohl im Vorwort behauptet wird, es seien "alle Beiträge, wo dies nötig... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Martin Faulhammer veröffentlicht
Viele Infos, Viele Dummheiten
Zunächst sei gesagt, dass ich die Version von 2006 hatte und es inzwischen wahrscheinlich so viele Neuauflagen gibt wie es Jahre zurück ist. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Psy veröffentlicht
Ein Standardwerk zu den Rauschdrogen
Ein ausgzeichnetes Handbuch der Rauschdrogen, was in dieser Form auf dem deutschen Markt nicht zu finden ist. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Februar 2007 von markusloewe
Nicht auf dem neuesten Stand...
... was einige der Artikel in diesem "Handbuch" betrifft. Dies betrifft z.B. Cannabis, wo als "Die bekanntesten Cannabis-Produkte" im Jahr 2003 ausschließlich Namen aus der... Lesen Sie weiter...
Am 13. November 2005 veröffentlicht
Das Kompendium schlechthin
Also diese Werk ist einfach allumfassend. Es bleiben fast keine Fragen übrig und die Geschichtliche Zusammenfassung am Ende des Buches ist einfach genial. Lesen Sie weiter...
Am 29. November 2003 veröffentlicht
Dieses Buch ist genial und übersichtlich
Dieses Buch ist eines der umfassesten Bücher über Drogen, dass ich je gelesen habe. Wirklich jede toxische ist Pflanze aufgeführt und gut erklärt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. August 2003 von Marko Peetz
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