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Handbuch der Vögel Mitteleuropas, 14 Bde. in Tl.-Bdn., Reg.-Bd. u. Kompendium, Bd.14, Sturnidae, Emberizidae: Bd. XIV
 
 
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Handbuch der Vögel Mitteleuropas, 14 Bde. in Tl.-Bdn., Reg.-Bd. u. Kompendium, Bd.14, Sturnidae, Emberizidae: Bd. XIV [Sondereinband]

Urs N. Glutz von Blotzheim , Kurt M. Bauer , Einhard Bezzel


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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Handbuch der Vögel Mitteleuropas

Fertigstellung eines 14bändigen Werkes

Ein für die Vogelkunde wichtiges Ereignis verdient ein Echo weit über den Kreis der Fachwelt hinaus: Mit dem Erscheinen des 14. Bandes des «Handbuches der Vögel Mitteleuropas» im Juni 1997 hat eine 1966 begonnene Arbeit ihren Abschluss gefunden. Das in seiner Art einmalige Werk wird untrennbar mit dem Namen seines Herausgebers Urs N. Glutz von Blotzheim verbunden bleiben. Auch wenn das darin verarbeitete Datenmaterial von einer grossen Zahl von Mitarbeitern stammt, tragen Konzept und Text seine Handschrift. 534 Vogelarten stellt das gesamte Werk vor. Über 200 dieser Artmonographien stammen aus der Feder von Glutz.

Ein Vergleich mit dem dreibändigen, in den Jahren 1937, 1939 und 1942 erschienenen «Handbuch der Deutschen Vogelkunde» von Günther Niethammer drängt sich auf. Naturgemäss ist der Grundaufbau in beiden Werken ähnlich. Trotzdem liegen Welten zwischen den beiden Handbüchern. Nicht nur die uns umgebende Natur hat sich seit der Vorkriegs- und Kriegszeit tiefgehend verändert, auch unsere Art, die Natur wahrzunehmen, auf Veränderungen im Naturhaushalt zu achten und – wo möglich – für Abhilfe zu sorgen, sind Ausdruck eines neuen Umweltbewusstseins.

Die beiden Werke im Vergleich

Sechzig Jahre sind seit dem Erscheinen des dreibändigen Handbuches von Niethammer verstrichen. Sein Text wirkt heute irgendwie blass. Der Leser vermisst Detailangaben. Ganz anders beim Handbuch von Glutz. Auch nach weiteren sechzig Jahren wird ein allfälliger Leser den «Glutz» noch immer mit Gewinn zur Hand nehmen.

Um die Unterschiede deutlicher zu zeigen, wähle ich ein Beispiel, und zwar den jedermann bekannten Haussperling, und vergleiche die Angaben über seine Verbreitung und über seinen Lebensraum in den beiden Handbüchern. Für die Verbreitung genügen Niethammer sieben Zeilen. Hans Hudde, der Autor der Artmonographie über den Haussperling im «Glutz», braucht drei Seiten, denn der Haussperling gehört zu den am weitesten verbreiteten Landvögeln überhaupt. Der Sperling folgt dem Menschen in bisher unbesiedelte Räume und weitet so sein Areal aus. Zudem hat der Mensch durch gezielte Einfuhr sowie unbeabsichtigte Transporte für weltweite Verbreitung des Sperlings gesorgt. Spannend schildert Hudde die Einbürgerungsgeschichte in Nordamerika seit 1852. Erster Ort der Freilassung war New York.

«Etwa 20 weitere Importe aus England und Deutschland mit bis zu 1000 Vögeln und zahlreiche Verfrachtungen innerhalb des Landes entsprachen, trotz frühen Warnungen von Fachleuten, dem Wunsch der Siedler, heimische Vögel um sich zu haben, und der Vorstellung, diese könnten bei Insektenplagen von Nutzen sein. Die Art breitete sich schneller aus als der später eingeführte Star, besiedelte im Osten der USA bereits 1883 eine Fläche von 2,6 Millionen km 2 (etwa doppelte Fläche von Mitteleuropa und Frankreich) und um die Jahrhundertwende praktisch das ganze Land . . .»

Hinweise auf die Quellen, auf die sich der Text abstützt, erlauben den Zugang zu den Originalangaben. Auch beim Abschnitt Biotop zeigt der Vergleich der beiden Werke die Unterschiede im Gehalt eindrücklich. Niethammer bleibt mit seiner Aussage unverbindlich: «Die engere und weitere Umgebung menschlicher Siedlungen und Kulturen.» Eine Fülle von Informationen liefert dagegen Hudde in «Glutz»:

«Als ursprünglicher, vor dem Anschluss an den Menschen charakteristischer Biotop werden trockenwarme lockere Baumsavannen vermutet; der Rückschluss aus dem Verhalten rezenter, menschenfern lebender Populationen und asiatischer Rassen bleibt mangels jeglicher Daten spekulativ. In Mitteleuropa war die Art bereits beim Vordringen in diesen Raum Kulturfolger in strenger Bindung an den Menschen . . . Voraussetzung für Brutbiotope sind ganzjährige Verfügbarkeit von Sämereien und Getreideprodukten, Nischen und Höhlen an Gebäuden oder wenigstens Bäume und Sträucher als Nistmöglichkeiten sowie für die Insektennahrung der Jungen ausreichend Grünflächen. Optimal sind Dörfer mit Landwirtschaft, Vorstadtbezirke, Gartenstädte, Stadtzentren mit grossen Parkanlagen, Zoologische Gärten, Vieh- und Geflügelfarmen. Populationen am Stadtrand sind mit früheren Bruten, grösserem Bruterfolg und geringerer Mortalität erfolgreicher als innerstädtische und ländliche . . .»

52 Vogelarten stellt Glutz in den drei zusammen 2072 Seiten umfassenden Büchern vor. Sie bilden den 14. Band dieses monumentalen Werkes. Bekannte und weitverbreitete Arten wie Buchfink und Haussperling erhalten mit 98 und 79 Seiten einen dem heutigen Wissensstand entsprechenden Raum. Die Arttexte bei Irrgästen in Mitteleuropa wie der Rötelammer oder der Gelbbrauenammer sind mit 11 und 9 Seiten entsprechend kürzer. Das konsequente Durchziehen des im ersten Band gewählten Konzeptes erleichtert das rasche Finden bestimmter Informationen. Jedes Artkapitel beginnt mit den für den Feldbeobachter wichtigen Feldkennzeichen. Vor allem bei wenig bekannten Arten ist der Leser dankbar für Hinweise auf gute Abbildungen in der Fachliteratur. Der Abschnitt Beschreibung der Art liefert oft vermisste Angaben über Alters- und Geschlechtsunterschiede. Unterlagen über Grösse und Gewicht mit Zahlen der Schwankungen im Verlaufe des Jahres ergänzen die Artbeschreibungen. Im Abschnitt Mauser widmet Glutz der Entstehung und dem periodischen Wechsel des für den Vogel so wichtigen und charakteristischen Federkleides jeweils eine gründliche Darstellung. Sonogramme bringen optisch die verschiedenen Laute zur Darstellung und ergänzen so wesentlich die mit Worten schwer zu beschreibende Stimme. Hinweise auf Dialekte und Angaben über bei einzelnen Vogelarten bekannte Imitationen von Lauten aus der Umwelt, in der sie leben, ergänzen und bereichern die akustischen Lautäusserungen.

Umweltveränderungen und Vogelbestände

Vögel sind häufig und im Gegensatz zu den meisten Säugetieren auch leicht zu beobachten. Sie eignen sich deshalb besonders gut als Indikatoren zum Feststellen von Umweltveränderungen. Das setzt allerdings genaue Angaben über die Bestände pro Flächeneinheit voraus. Dank der Mitarbeit vieler Amateurornithologen liegen entsprechende Unterlagen über Verbreitung in Mitteleuropa, über Bestand, Bestandsentwicklung und Siedlungsdichte vor. Die Angaben über die Schweiz füllen eine ganze Seite. Das Handbuch geht auch den Gründen der Bestandsentwicklung nach. So lesen wir bei der Goldammer:

«. . . Die langfristige Bestandsentwicklung hängt in starkem Masse davon ab, wie weit die traditionelle von einer mehr oder weniger naturfernen bis industrialisierten Landwirtschaft abgelöst worden ist. Während die Goldammer in Gebieten mit mehr oder weniger traditioneller Bewirtschaftung heute noch zu den häufigsten und ausserhalb von Wäldern und Siedlungen weitestverbreiteten Brutvögeln gehören kann, ist sie aus intensiv genutzten, ausgeräumten Agrarlandschaften weitgehend verschwunden. Der Bestandesschwund hat in der Regel mit den Güterzusammenlegungen begonnen und ist mit dem Verschwinden der natürlichen Parzellenabgrenzungen, der Einführung des Mähdreschers, der flächenmässigen Beschränkung der Stoppelfelder, der Asphaltierung der Strassen und Feldwege, dem Einsatz von Herbiziden und Quecksilber-Verbindungen als Saatbeizmitteln beschleunigt worden. . . . In der Schweiz hat der Bestand um 1970 ein Minimum erreicht; seither gibt es u. a. im Jura und im Ostschweizer Mittelland Anzeichen für eine Trendumkehr, ohne dass aber der Bestand der späten 1950er Jahre wieder erreicht worden wäre . . .»

Naturgemäss sind die Angaben über Wanderungen bei einem Zugvogel wie dem Ortolan umfangreicher als bei einem Stand- und Strichvogel wie der Goldammer.

Eine Fülle neuer Beobachtungen bringen die ausführlichen Texte über Fortpflanzung und Nahrung der behandelten Vogelarten. Ausgezeichnete Schwarzweisszeichnungen illustrieren Verhaltensweisen bei der Paarbildung, der Balz usw. Neben den übersichtlichen Verbreitungskarten verdienen die fünf Farbtafeln spezielle Erwähnung. Sie stellen wenig bekannte und leicht zu verwechselnde Arten oder Alters- und Geschlechtsmerkmale verwandter Arten wie Buch- und Bergfink dar. Auf Jahrzehnte wird das Handbuch allen, die aus beruflichen Gründen oder aus Interesse Fragen über unsere Vogelwelt haben, als unentbehrliches Nachschlagewerk dienen.

Dieter Burckhardt

Kurzbeschreibung

Dieser Band ist Teil eines vierzehnbändigen Werkes über die Vogelwelt Mitteleuropas. Es vermittelt den gesamten Kenntnisstand zur Biologie aller heimischen Vogelarten. Meisterhafte Zeichnungen, zahlreiche detaillierte Verbreitungskarten und Sonagramme ergänzen den Text

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