Das Buch ist juristisch dominiert. Gut, das ist selbstverständlich bei einem Verlag wie C.H.Beck und auch dem Umstand geschuldet, dass Mediation in Deutschland immer noch - und nicht immer zu Recht - als Domäne der Juristen angesehen wird. Unter den Berufsfeldern wird dann auch der Rechtsanwalt, der Psychologe, der Notar und der Richter als Mediator vorgestellt. Ebenso wird zahlreich auf die Interdisziplinarität der Mediation hingewiesen.
Im Übrigen werden sachlich kompetent die verschiedenen Bereiche, in denen Mediation zum Einsatz kommen kann behandelt. Grundlagen (10 Beiträge auf ca 230 Seiten) und allgemeine Methoden (8 Beiträge auf ca. 220 Seiten) bilden die Basis, danach geht es dann um Einzelbereiche wie Arbeitsgebiete, Berufsfelder, Mediation und Justiz und Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Abgeschlossen wird der Band durch 4 Beiträge "Mediation in der Welt" - und gerade dies macht exemplarisch den Mangel des Werkes deutlich: hier werden die Schweiz, USA und das übrige Europa behandelt - für meinen Geschmack ist das entweder sehr knapp, oder aber überflüssig. In der praktischen Arbeit jedenfalls nicht hilfreich und scheint - bei juristischen Handbüchern "gehört sich dies so" - dem Umstand einer internationalen Ausrichtung geschuldet.
Die grundlegende Schwäche ist, dass hier zu vieles versammelt ist, dabei zu wenig Raum dafür bleibt, sich mit den Themen, die einen persönlich interessieren tatsächlich vertieft zu beschäftigen.
Es ist ein Handbuch, zum Nachschlagen. Mit gewohnt hoher Qualität, ich finde aber auch Gliederung und Reihenfolge der Texte unübersichtlich. Für die praktische und alltägliche Arbeit nutze ich persönlich es nicht, da greife ich auf kürzere und thematisch engere Werke zurück. Hier bleibt es mir zu sehr Handbuch, wissenschaftliches Nachschlagewerk, das auch in der Wissenschaft diskutiert werden will. Abgesehen davon bleibt auch eine sehr unterschiedliche Qualität der einzelnen Beiträge zu bemängeln.