Mit diesem "Lehrbuch" sollen wir "subtile Wahrnehmungspotentiale erkennen und trainieren". Gehen wir einmal davon aus, dass sich dieses Buch nur Leute kaufen, die der Überzeugung sind, dass es solche Wahrnehmungen tatsächlich gibt. Anderen kann ich dieses Buch keinesfalls empfehlen.
Viele von uns wissen um subtile Wahrnehmungen, auch wenn solche Erfahrungen von Meinungsmachern bestritten oder mitleidig belächelt werden. Was man nicht sofort wissenschaftlich zu erklären vermag, kann nur falsch sein. Mit einer wissenschaftlichen Herangehensweise hat diese merkwürdige Logik nichts zu tun. Sie zeigt nur, dass einige Zeitgenossen die Wissenschaften wie eine neue Religion betrachten. Nur wenn wir wissenschaftlich beweisen könnten, dass es neben unseren bekannten Wahrnehmungen keine anderen gibt, wäre die Sache eindeutig. Aber einen solchen Beweis gibt es nicht.
Ich weiß nicht, ob ich tatsächlich medial bin, wie es mir auf dem Buchrücken entgegen schreit. Aber eines weiß ich nach dem Lesen dieses Werkes ganz sicher: Ich habe nichts Neues gelernt.
Vermutlich muss ich doch zu Beate ins Seminar. Denn darauf läuft dieses dicke Buch hinaus. Der Kern ist die angeblich von der Autorin entwickelte AKHESY-Technik, die für Akasha-Healing-System-Technik steht. Sicherlich ist es eine schlechte Eigenschaft von mir, dass mich solche sprachlichen Mutanten immer etwas verschrecken. Was ist nun diese urheberrechtlich geschützte Technik? Beate gibt uns auf Seite 239 eine hervorragende Kurzfassung: "Aufrecht sitzen, erden, zentrieren, Kanal visualisieren (durch die Wirbelsäule, R.M.), Bewusstsein im Bauch konzentrieren, Kronenchakra öffnen, Affirmation "Ich bin wahr, klar und ehrlich.", um Botschaft bitten, bedanken, Kronenchakra schließen".
Das mag vielleicht Leute verblüffen, die sich mit solchen Tätigkeiten noch nie befasst haben. Diesen Menschen sei gesagt: Das ist eine uralte und sehr einfache Technik. Die Autorin benutzt sie, um Botschaften über andere zu empfangen. Ob das nach dem Lesen ihres Werkes oder der nachfolgenden Übungsbücher wirklich gelingen wird, mag ich nicht zu beurteilen, bezweifle es aber dennoch. Denn man braucht noch einige Voraussetzungen, die zwar im Buch erwähnt werden, aber nicht leicht zu erreichen sind. Man kann es drehen und wenden wie man will, alle Wege führen nach Berlin zu Beate, will man denn tatsächlich hellsehen.
Die alte Technik wird auf etwa fünfzig Seiten dieses Buches erläutert. Die restlichen 250 Seiten dienen der ausführlichen Darstellung der Rolle der Bedeutung als Basis der Fundamente aller Grundlagen.
Fazit.
Wir besitzen vielleicht wirklich viel mehr Wahrnehmungspotentiale als wir vermuten. Doch nach dem Lesen dieses Buches, in dem es im Grunde nur um das Empfangen von Botschaften durch menschliche Medien geht, ist man der Wahrheit keinen Schritt näher gekommen. Im Gegenteil, es verwirrt mehr als es nutzt. In Wirklichkeit wird hier um den heißen Brei herumgeredet und seitenlang esoterisches Wortgeklingel fabriziert. Dieses Buch ist nicht empfehlenswert, außer man hat vor, zu Beate zu fahren und der Sache auf den letzten Grund zu gehen. Nach dem Lesen dieses Buches ist allerdings zu vermuten, dass man auch dort etwas länger brauchen wird um den Kanal zu öffnen.