Aus der Amazon.de-Redaktion
Zu Beginn gibt es erst einmal eine Warnung. Best practices, so eröffnen die beiden Herausgeber, sind mit Vorsicht zu genießen. Denn wer sich zu sehr für die strahlenden Vorbilder begeistert, der fällt leicht auf die Nase. Jedenfalls dann, wenn er das Beispiel zu wenig auf seine eigene Situation anpasst, sich nicht darauf besinnt, dass jede Situation einzigartig ist und die Lösung entsprechend individuell. Erschreckend: Von den Unternehmen, die Peters und Waterman in ihrem Bestseller In Search of Excellence als Musterknaben vorstellten, existieren heute viele nicht mehr. Was aus ihren Nachahmern wurde, ist unbekannt.
In dem von ihnen herausgegebenen Buch gehen Jahns und Heim denn auch den Weg, in 30 Beiträgen allgemein in die verschiedenen Themen einzuführen und nur hin und wieder ein kurzes Beispiel einzuflechten. So weit, so gängig. Doch warum dann der Untertitel Mit Best Practice zum Managementerfolg und die ebenfalls sehr auf Best Practices abhebende Verlagswerbung? Wer sich mehr Informationen für die Praxis, mehr "wo funktioniert das denn gut, und wie haben die das angepackt" erhofft hat, der wird enttäuscht. Da hilft auch der weit gehend überflüssige Versuch der Herausgeber, dem Buch zur leichteren Orientierung eine Mind-Map des Inhalts voranzustellen, nicht weiter.
Was herausgekommen ist, ist eine solide, wenn auch zu einem großen Teil trocken-abstrakte Einführung in eine Vielzahl von Themen rund ums Management: von Asset Productivity über Wissensmanagement, Führung, Sanierung, Mergers and Acquisitions, Outsourcing-Management, Vertrieb, interne Revision und vieles mehr. Im Beitrag zum Thema "KMUs" erfährt man einiges über Nachfolgeregelung und warum in Zukunft auch für die Local Players professionelle Planungs- und Steuerungsinstrumente nötig sind, wenn sie Geld von der Bank wollen. Ein paar Seiten weiter bekommt der Leser eine Einführung ins Redesign von Unternehmensprozessen.
Allein zwei Beiträge beschäftigen sich mit Wissensmanagement, erst geht es theoretisch zur Sache und man erfährt, warum man einen Chief Knowledge Officer braucht, dann bekommt man einen Eindruck von Communities of Learning, erfährt, warum man Dialoge kultivieren sollte und wie Wissenskartografierung funktioniert. Ein farbiger kleiner Ausflug ins Thema "Crazy Business -- Best Practice für turbulente Zeiten" rät, wie man schneller, cleverer, vernetzter, persönlicher und strahlender wird und kommt mit einem einzigen Literaturhinweis (natürlich dem Buch des Autors) aus.
Nur bei wenigen Themen, wie z. B. "Corporate University", werden keine allgemeingültigen Informationen vermittelt, sondern steht ein konkretes Fallbeispiel im Mittelpunkt: Die Corporate Universität beim Frankfurter Unternehmen mg technologies liefert den Managern die nötigen Management-Instrumente und Skills, um die in den Chefetagen beschlossenen Strategien umzusetzen. Außerdem dient sie dazu, "unternehmensinternes Erfolgswissen" auszutauschen. Sehr praktisch sind im Gegensatz zu manch theoretischer Abhandlung -- die Checklisten und einige Grafiken -- zum Thema Führung unter anderem eine "Scorecard Führungsqualität" und "10 Regeln der Führung". Hier haben sich die Autoren wieder auf die Praxis besonnen, hier wird das Handbuch zu einer wertvollen Hilfestellung zur ersten Orientierung.
Nicht ungewöhnlich ist, dass viele der Beiträge von Beratern stammen; insgesamt sind fast ein Dutzend Consulting-Unternehmen vertreten. Etwas unangenehm ist jedoch, dass der allererste und einer der letzten Beiträge sich mit dem "erfolgreichen Einsatz von Management Consultants" beschäftigen -- mit dem vollmundigen Fazit: "Management-Consultants sind eine Investition, die sich lohnt... die Bedeutung externer Beratung wird deutlich steigen..." Da der Autor dieser Aussagen Prof. Dr. Roland Berger persönlich ist, erstaunt diese Einschätzung nicht. Dennoch hätte man sich im gesamten Buch weniger Werbung für das zurzeit darbende Consulting-Business und stattdessen mehr Beispiele aus der Praxis gewünscht. Ein Nachgeschmack der Enttäuschung bleibt. --Sylvia Englert
Pressestimmen
"Dieses Best-Practice-Handbuch schließt eine vorhandene Lücke, indem in einer Reihe von Beiträgen Best-Practice-Hilfestellungen für Manager und Mitarbeiter aus Großunternehmen und aus dem Mittelstand zur Verfügung gestellt werden. trainerbuch online Schneller Einblick in ein breites Thema! Dem Leser wird die Möglichkeit eröffnet, für das eigene Unternehmen konkrete Arbeitshilfen und Einsichten anwenden zu können." (Fuchsbriefe)
"Die beiden Herausgeber vereinen in ihrem Buch Beiträge von dreißig Verfassern, ausgesucht aus vielen Richtungen der Wirtschaftswissenschaften und Managementpraxis... Arbeit- und Arbeitsrecht Das Buch ist in allen Wirtschaftssegmenten anwendbar und gehört in jeden Junioren-Bücherschrank. quip Die Fülle der in diesem Werk aus der Wissenschaft umgesetzten Methoden, Konzepten und Techniken macht die unverwechselbare Stärke dieses Sammelwerkes aus." (DStR)
Kurzbeschreibung
Die Autoren des Buches sind allesamt renommierte Top-Manager, Top-Management-Consultants oder Nachwuchskräfte, die ihre Erfahrungen schildern.
Dieses ergebnis- und praxisorientierte, mit etlichen Unternehmensbeispielen, Hilfestellungen und Checklisten versehene Managementhandbuch fasst die im Top-Managemant und in der Top-Management-Beratung vorhandenen Best Practices prägnant und umsetzungsorientiert zusammen.
Als Beilage erhalten Sie die CD-ROM mit dem Managementtool WINFOLIO Professional als Testversion.
Über den Autor
Gerhard Heim ist Gesellschafter-Geschäftsführer der Heim und Partner Treuhandgesellschaft mbH Steuerberatungsgesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Gelnhausen.