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Handbuch der Malerei und Kalligraphie [Taschenbuch]

José Saramago , Maria Eduarda Alvelos
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1. Oktober 1997
Der Maler H. übt noch im Zeitalter der Fotografie die Kunst des Porträts aus. Die von ihm gemalten reichen Köpfe finden Gefallen in den Chefetagen und Villen Lissabons. Bei einem Routineauftrag gerät er jedoch in eine Krise. Sein Ich sträubt sich dagegen, die Porträts weiter aufzubessern und zu vertuschen, was nicht gezeigt werden soll. Der Roman des inzwischen weltberühmten portugiesischen Erzählers ist kein "Handbuch" im eigentlichen Sinn, sondern eine originelle Meditation über dne künstlerischen Prozeß, über die Probleme des Schreibens, und zugleich ist es, auf einer untergründigen Ebene, ein poetisches und politisches Bekenntnis.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 3 (1. Oktober 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349922304X
  • ISBN-13: 978-3499223044
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 11,6 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 741.174 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

José Saramago wurde am am 16.11.1922 in dem Dorf Azinhaga im portugiesischen Ribatejo als Sohn einer Landarbeiterfamilie geboren. Mit zwei Jahren Umzug nach Lissabon. Aus finanziellen Gründen Wechsel vom Gymnasium auf eine berufliche Schule, die er 1939 als Maschinenschlosser verließ. Zwei Jahre Tätigkeit in diesem Beruf in einem Krankenhaus, anschließend Übergang in die Verwaltung. Ab 1955 häufige Aufenthalte im Literatencafé «Café Chiado». Durch Vermittlung Arbeit im Verlag «Estúdios Cor». In dieser Zeit erste Veröffentlichungen. 1969 Eintritt in die (verbotene) kommunistische Partei, erste Auslandsreise (Paris). Ab 1968 literarische bzw. politische Mitarbeit bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften; März bis November 1975 beigeordneter Direktor der ältesten portugiesischen Tageszeitung «Diáro de Notícias». Nach der "Nelkenrevolution" 1974 Arbeit im Ministerium für Kommunikation. 1975-1980 verdiente er seinen Lebensunterhalt hauptsächlich als Übersetzer. Seit 1980 war er als freier Schriftsteller tätig. 1986 sprach Saramago sich gegen den Beitritt Spaniens und Portugals in die Europäische Union und für eine Unabhängigkeit der Iberischen Halbinsel aus. Er ist Mitglied des Ordens Militar de Santiago de Espada (Portugal) und des Ordre des Arts et Lettres (Frankreich) sowie Ehrendoktor der Universitäten Turin, Sevilla und Manchester. Seine Werke sind in 26 Sprachen übersetzt. José Saramago lebte zuletzt auf Lanzarote, wo er am 18. Juni 2010 verstarb. Auszeichnungen: Prémio da Associação de Crítícos Portugueses (1979); Prémio Cicade de Lisboa für «Hoffnung im Alentejo» (1980); Prémio Literário Município de Lisboa für «Das Memorial» (1982); Prémio da Crítica da Associação Portuguesa de Crítícos (Prémio D. Dinis) für «Das Todesjahr des Ricardo Reis» (1986); Premio Internazoniale Ennio Flaiano (Italien) (1992); Nobelpreis für Literatur (1998).

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Kundenrezensionen

4.0 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4.0 von 5 Sternen Portugiesischer Mann ohne Eigenschaften 4. August 2011
Von Diethelm Thom TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
José Saramago entwickelte sich nur langsam vom Verfasser von Literaturkritiken, Zeitungsartikeln und Lyrik zu dem Romanschriftsteller, der schließlich den Nobelpreis erhielt und bei seinem Tod 2010 in Portugal mit einer zweitägigen Staatstrauer geehrt wurde. Offenbar ebenso allmählich wie in Portugal selbst formierte sich seine Oppositionshaltung gegenüber dem Salazar-Regime, das 1974 zu Fall gebracht wurde. Der vorliegende Roman ist 1977 erschienen, als Saramago schon 55 Jahre alt war, vorhergegangen war sein Beitritt zur kommunistischen Partei 1969, bis dato hatte er eher unbestimmt in Oppositionskreisen verkehrt und in dem Rahmen publiziert, den die Zensur zuließ. Erwähnt sei noch, dass er bis 1970 mit einer Malerin verheiratet war (was vielleicht in diesem Buch sein Interesse für die Malerei mit erklärt) und danach mit einer portugiesischen Schriftstellerin eine Beziehung einging - all diese autobiografischen Details scheinen in modifizierter Form in den Roman eingearbeitet zu sein.

Wir lernen den Maler H. zunächst als Porträtisten der Vertreter des Establishments kennen. Er gerät in eine Schaffenskrise, weil er seine Kunst als bloße Auftragsarbeit verachtet, denn er kann und darf die Wahrheit hinter den Gesichtern nicht schaffen. Ersatzweise verlegt er sich aufs Schreiben (den Roman). Darin geht es um die Spezifika des Malens und des Schreibens (siehe den ironisch- pretiösen Titel), aber in erster Linie wird er sich selbst zum Rätsel: Was muss geschehen, dass er zu einer anderen, authentischeren Kunst gelangen kann? Scheinbar ziellos beschreibt er nun seinen Alltag, seine Freund- und Liebschaften, indem der Stil kompliziert und überreflektiert wird und so seine Selbstentfremdung signalisiert. Zwischendurch verfasst er fünf "autobiografische Übungen", die im Wesentlichen seine Eindrücke von einer Bildungsreise in die italienischen Museen und Begegnungen mit den großen Malern der Renaissance beinhalten und die wie Exerzitien der Selbstbefreiung in einem journalistischen, geläufigen Stil gehalten sind. H. bricht schließlich mit seinem Gewerbe als Porträtist, als er nicht mehr nur die gefällige Oberfläche darstellen kann und die vermögenden Kunden gegen sich aufbringt. Es folgen geistig-seelische Reduktion ("Wüste"), Neubesinnung, bis ein neues Verlangen entsteht, anders zu malen. Das fällt zusammen mit dem Einbruch der politischen Realität in sein Leben (das Buch endet mit dem Ende der Salazar-Diktatur) und einer Liebe, beides verbürgt eine neue existentielle Authentizität, die ihn jetzt auch dazu befähigt, wieder zu malen, indem er ein ehrliches Selbstbildnis in Angriff nimmt: "Jedes Kunstwerk, auch ein nicht gar so wertvolles wie das meine, sollte der Wahrheitsfindung dienen." (296)

Der Prozess von H.s Selbstentfremdung ist in der Darstellung nicht immer angenehm zu lesen, da oft uneinheitlich, intellektuell, überreflektiert geschrieben, wie es sich hier überhaupt um eine stark intellektuell bestimmte Literatur handelt. Nichtsdestoweniger merkt man diesem Bericht die persönliche Erschütterung an, es ist der Bericht einer Wandlung vom portugiesischen Mann ohne Eigenschaften zu einem Menschen, der eine authentische Lebensform gefunden hat.
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5.0 von 5 Sternen Hab mich gut amüsiert bei dieser Lektüre 6. August 2010
Von Meg
Format:Gebundene Ausgabe
Ich frage mich, wie ein Schriftsteller eigentlich so genau wissen kann, wie es einem Portraitmaler ergeht - was seine zutiefst innersten Gedanken sind, wenn er seinem Modell gegenüber steht/sitzt. Herrlich, wie er die auch noch so kleinsten Momente und Empfindungen mit viel Humor seziert und beschreibt. Toll, dass ein Schriftsteller es geschafft hat, Menschen an den Vorgängen auf der anderen Seite der Leinwand teilhaben zu lassen.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr empfehlenswert 13. März 2002
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Vom "literarischen Wert" her ist das Buch genial! Saramago bzw. der Ich-Erzähler des Romans (bzw. ich empfinde das Buch als Tagebuch) weist in seinen Formulierungen eine sehr große Tiefe auf, es wird mit Worten gespielt und Erlebtes von einem interessant-trockenem Standpunkt bzw. schon fast aus der Perspektive eines Zuschauers kommentiert. Nebensächliches wird plötzlich relevant. Bei Betrachtung des Inhalts fällt es auch auf, dass der Roman in drei Teile zerfällt. Diese drei Teile weisen eine Entwicklung des Ich-Erzählers auf. Je weiter man im Buch vorankommt, desto weniger kann man es loslassen.
Mit der Aufzählung von extrem vielen Künstlern, die ich nicht kenne, kam ich nicht ganz zurecht und manchmal hat das auch meinen Lesefluss gestört (es ist halt ein "Handbuch der Malerei ...").
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