In 32 kurzen Beiträgen (ca. 5-10 Seiten) von fachlich renommierten Autoren werden die Lernstrategien „Wiederholen", „Organisieren" und „Elaborieren" untersucht. Darüber hinaus geht es in größeren Gliederungsabschnitten um Selbstkontrollstrategien, Wissensnutzung, kooperatives Lernen, Lernen und Emotion und allgemeine Aspekte. In diesem „Handbuch" darf man kein Anwendungswissen erwarten. Es wird die aktuelle Hypothesenbildung aufgefächert, die gegenwärtigen begrifflichen Unterscheidungen werden erklärt, aus den Unzulänglichkeiten des Forschungsstandes werden Forschungsanregungen abgeleitet. Jedes Kapitel schließt mit einem umfangreichen Literaturregister, das dem Interessierten ein genaueres Studium erlaubt. Naturgemäß gibt es bessere und weniger gelungene Beiträge: Steiner über „Inneres wiederholen" habe ich als außerordentlich erhellend empfunden; Stangl über Mnemotechniken findet nicht den Anschluss an die relevante Literatur über die Effektivität der verschiedenen Techniken. Generell macht es die Wissenschaftssprache dem Leser nicht leicht; ungewohnte englischstämmige Fremdwörter erschweren das Verständnis (z.B. „Novize" für Anfänger, Neuling oder „salient" für herausragend, auffällig), wenngleich sich viele der Autoren merklich um Verständlichkeit bemühen.
Sind die gefundenen und berichteten Resultate jeweils übertragbar? Sachgebiete setzen eigene Bedingungen; bei Übertragungen in Schulsituationen z.B. fällt auf, dass es so einfach nicht ist und der individuelle Lernprozess oft für allgemeine Aussagen durch zu viele Randvariablen gekennzeichnet ist. Der flexible Lerner setzt Lernstrategien eben situationsgebunden ein.