Neue Zürcher Zeitung
Sich im ethischen Denken orientieren mim. Im Zeitalter der technischen Produzierbarkeit des Lebens, zumal des menschlichen, scheint auch das Bedürfnis nach Ethik zu wachsen. In der Tat hat diese Disziplin der Philosophie in den letzten Jahren einen derart erstaunlichen, von manchen auch mit Argwohn verfolgten Aufschwung genommen, so dass selbst «Experten» allmählich der Überblick verloren zu gehen droht. Abhilfe soll nun ein im Metzler-Verlag erschienenes «Handbuch Ethik» schaffen, das Beiträge von über 60 Autorinnen und Autoren versammelt und schon damit seinen pluralen Ansatz zu verbürgen scheint. Das «fundierte Hintergrundwissen», das der Klappentext verspricht, offeriert der Band durch den Versuch, meta- und fundamentalethische sowie anwendungsbezogene Fragestellungen gleichermassen zu berücksichtigen.
Nach einer überblicksartigen Einleitung in das Sujet gliedert sich das Buch in drei Hauptteile: erstens in einen systematischen Teil, der verschiedene Typen ethischer Theoriebildung vorstellt (Metaethik, normative Theorien); zweitens in einen den angewandte Ethiken gewidmeten Teil («Bereichsethiken») und drittens in einen lexikalischen Teil, der in alphabetischer Reihenfolge fünfzig Beiträge zu ethischen Grundbegriffen enthält (von «Anerkennung» bis «Zweck/Ziel»). Ein allgemeines Literaturverzeichnis nebst Sach- und Personenregister schliesst den Band ab. Ob das Handbuch, wie die Herausgeber schreiben, hilfreich sein wird, um sich «im ethischen Denken der Gegenwart zu orientieren», wird sich dem Nutzer wohl erst im praktischen Gebrauch zeigen.
Die Zeit 51 / 2002
...Ein neues Handbuch bringt auf kompetente Weise Ordnung in die Vielzahl an Bio-, Gen-, Kultur-, Medien- und Medizinethiken, die unseren wachsenden Bedarf an moralischer Orientierung befriedigen sollen. Es liefert zudem eine profunde Darstellung der wichtigsten ethischen Theorien, die vom Utilitarismus über die Diskursethik bis zur Klugheitsethik reichen. Und es versammelt zentrale Begriffe der Ethik wie Anerkennung, Gerechtigkeit, Glück, Risiko, Tugend und Verantwortung. Lobenswert ist die Konzentration der Beiträge auf methodische Grundprobleme und den aktuellen Stand der Diskussion, an den sich hilfreiche Literaturhinweise anschließen. So kann man sich relativ schnell über die Entwicklung der Wertethik oder Güterabwägungen in ökonomischen Entscheidungsprozessen informieren. Das macht den Band attraktiv für Experten, die in benachbarten Disziplinen stöbern wollen, und Laien, denen an einem ersten Überblick gelegen ist.... (Ludger Heidbrink)
ETHICA (2003) 3
Die Gliederung nach systematischen und lexikalischen Ordnungspunkten erweist sich als ideale Lösung. Das Personen- und Sachregister machen das Handbuch zudem zu einem wertvollen Nachschlagewerk. Wer in Ethik einen Überblick und vielschichtigen Einblick haben will, wird mit Dank zu diesem Handbuch greifen.
Kurzbeschreibung
Die akademische und gesellschaftliche Bedeutung der Ethik ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten erheblich gewachsen. Der rasante technologische Fortschritt auf den verschiedensten Gebieten zieht auch ein verstärktes Bemühen um ethische Reflexion nach sich. Mediziner, Soziologen, Biologen und Juristen beschäftigen sich aus ihrer disziplinären Perspektive mit ethischen Fragen. Für diese intensiv geführte ethische Diskussion ist die solide Kenntnis der philosophischen Grundlagen unverzichtbar. Das Handbuch bietet allen, die in den unterschiedlichen Kontexten mit ethischen Fragen befasst sind, fundiertes Hintergrundwissen. Lehrende, Studierende und Forschende aus Medizin, Biologie und Rechtswissenschaften erhalten ebenso wie Philosophen und Theologen einen Überblick über ethische Theorien, einen Einblick in die aktuellen Debatten und eine Einführung in die Grundbegriffe der Ethik. Das Handbuch gibt eine systematische Übersicht über Theoriekonzepte und Begrifflichkeiten der Ethik, es stellt ethische Theorien vor und präsentiert die wichtigsten bereichsspezifischen Ethiken. Ein umfangreicher lexikalischer Teil bietet kurze Einführungen in zentrale Begriffe der Ethik, die quer zu allen Theorien und Bereichen vorkommen, z.B. Gewissen, Sollen, Würde, etc. Ein System von Querverweisen sowie ein Personen- und Sachregister machen das Handbuch von den verschiedensten Seiten zugänglich.