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Handbuch Erlebnispädagogik. Von den Ursprüngen bis zur Gegenwart
 
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Handbuch Erlebnispädagogik. Von den Ursprüngen bis zur Gegenwart [Gebundene Ausgabe]

Torsten Fischer , Jörg Ziegenspeck
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Gebundene Ausgabe, Juni 2008 --  

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 376 Seiten
  • Verlag: Klinkhardt (Juni 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3781509982
  • ISBN-13: 978-3781509986
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 15,6 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 544.338 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Lernen in pädagogischen Situationen mit Ernstcharakter zielt auf eine Erziehung zur individuellen Verantwortung in sozialer Gebundenheit. Dieses Lernen ist Bildungsmaxime der Erlebnispädagogik, die in ihren reformpädagogischen und pragmatischen Wesenszügen das Erbe der humanistischen Pädagogik und Psychologie in der Weimarer Republik antritt. Wie diese Erziehungsrichtung in den soziologisch einschlägigen Erlebnistrends der 90er Jahre an Kontur gewinnen konnte, wie sich aus der ideengeschichtlichen Semantik der historischen Erziehungsbewegung ihre Identität ergab und ob sich ihre Selbstbehauptungen von einer "Neuen Erziehung" überhaupt begründen lassen, geht aus diesem Buch hervor. Nicht wenige Pädagogen vermuten heute, dass die Erlebnispädagogik ihre ästhetische Selbstbestimmung aus dem Verhältnis zwischen Kind und Natur ableitet und die folgenreiche Szene der Gleichaltrigen oder die emotionale Bindung zwischen Schülern und Lehren den pädagogischen Kontext gar nicht voraussetzen.Doch kann Lernen in einer erlebnishaften Außenweltbeziehung ohne die normative Entschlüsselung des Individuums noch pädagogisch gedeutet werden? Dieser erlebnisbezogenen Fragestellung widmet sich das Handbuch, um die Programmatik der Erlebnispädagogik ideengeschichtlich beurteilen zu können.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die 2. Auflage dieses Buches ist mit der ersten aus dem Jahr 2000 so gut wie identisch.
Neu sind lediglich der Titel, ein irreführendes Titelfoto, einige (modische) Überschriften sowie ein paar Textabschnitte im Vorwort und im Schlussteil.
Das Titelfoto suggeriert spannende praktische Aktivitäten - die Autoren schließen jedoch ausdrücklich die "Wirklichkeit der tatsächlich gelebten Praxis" aus ihrem Erkenntnisinteresse aus und befassen sich erneut ausschließlich mit der "Ideengeschichte der Erlebnispädagogik" (S. 8).

Die Aneinanderreihung einer Unmenge historischer Persönlichkeiten mit sehr, sehr vielen Zitaten schüchtert zunächst ein und erweckt den Eindruck großer Belesenheit, denn die zugehörigen Quellenangaben sind so gestaltet, als ob tatsächlich Originalquellen ausgewertet worden wären.
Ich habe Kapitel 2, das mit rund 155 Seiten etwa die Hälfte des Buches füllt, Seite für Seite genau überprüft. Dabei habe ich festgestellt, dass die historischen Zitate inklusive der dazu gehörigen bibliographischen Angaben und Seitenzahlen wörtlich aus einer einzigen Sekundärquelle abgeschrieben sind: Karl-Heinz Günthers "Geschichte der Erziehung", die in der ehemaligen DDR mehrere Auflagen erlebte. Die historischen Informationen zwischen den Zitaten sind ebenfalls z.T. aus verschiedenen Auflagen dieses Werks übernommen (ab und zu sogar richtig zitiert), wobei die ideologischen Formulierungen weitgehend durch politisch korrektere ersetzt wurden. Aktuelle Fachliteratur zur Geschichte der Pädagogik wurde nicht einbezogen. Selbst in den späteren Kapiteln zur aktuellen Situation reichen die Literaturangaben nicht über die Mitte der 90er-Jahre hinaus (mit Ausnahme von Verweisen auf drei eigene Veröffentlichungen am Ende).

In merkwürdigem Kontrast dazu stehen die hochtrabende Sprache und der überzogene (nicht eingelöste) Anspruch "theoretischer Systembildung" (z.B. S. 26, 303). Eine Ansammlung historischer Bruchstücke und Zitate ist keine Theorie! Darüber kann auch der inflationäre Gebrauch von Wortzusammensetzungen mit "-theoretisch" sowie von Modewörtern wie "Diskurs", "Semantik" oder "Identitätssignaturen" nicht hinwegtäuschen.

Alle Kapitel - außer dem oben beschriebenen zweiten - finden sich wortgleich bereits in der Habilitationsschrift von Torsten Fischer (z.T. auch schon in dessen Dissertation von 1992), ohne dass dies an irgendeiner Stelle vermerkt wäre. In gleicher Manier sind die letzten, nun neu eingefügten Abschnitte aus früheren Artikeln des Autors recycelt. Aus dieser Patchworkmethode resultiert ein wenig logischer Aufbau mit vielen Wiederholungen.

FAZIT: Eine peinliche Collage aus recycelten Kapiteln und Textbausteinen, abgeschriebenen Zitaten und diffusen Sprachgebilden im postmodernen Jargon.

1) Berlin: Volk und Wissen, z.B. 8. Auflage, 1967.

Eine ausführlichere Fassung meiner Rezension findet sich in: "Zeitschrift für Pädagogik", Heft 3, 2010, S. 438-440.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Leider ist dieses Buch eher von dem Gedanken getragen, eine wissenschaftliche und praxisferne Herangehensweise an ein ansonsten spannendes Thema zu verfassen.
Daher kommt der praktische Aspekt leider zu kurz. Die Geschichte und Theorie sind dagegen breit ausgelegt.
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4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Standardwerk 9. April 2007
Format:Gebundene Ausgabe
An der Universität Lüneburg existiert ein Institut für Erlebnispädagogik, das von dem in diesem Feld renommierten Pädagogen Jörg Ziegenspeck geleitet wird. Dieser hat gemeinsam mit Torsten Fischer, einem Habilitanden dieses Instituts, das Handbuch zur Erlebnispädagogik geschrieben. Hierbei handelt es sich um einen imposanten Versuch, denn bereits im Untertitel wird angekündigt, dass ein Überblick von den Ursprüngen bis zur Gegenwart gegeben werden soll.

Dieser Anspruch wird von den Autoren im Wesentlichen über einen historischen Zugang verfolgt, denn sie betten ihre Ausführungen in einen weit abgesteckten geschichtlichen Rahmen ein. Dies erfolgt im Zuge dreier zentraler Etappen: Zunächst wird der Fokus auf das Thema Erfahrungslernen" konzentriert (2. Kapitel) und im Zuge eines historischen Rundumschlags" referiert und bilanziert. Hier spannen die Autoren einen Bogen von der Rekonstruktion natürlicher und praktischer Erziehungsformen in urgesellschaftlichen Lebenszusammenhängen, über die Naturphilosophie des Altertums und Aspekte der musischen und körperlichen Charakterbildung im Mittelalter, bis hin zur Präsentation erster frühbürgerlicher Erziehungsideale in der Renaissance, im Humanismus und zur Zeit der Reformation, sowie weiteren historischen Etappen, die nach insgesamt 130 lesenswerten Seiten letztlich in den Schulreformen des 19. Jahrhunderts ankommen. In der zweiten Etappe (3. Kapitel) arbeiten die Verfasser die Erlebnispädagogik im Kontext der Reformpädagogik heraus und spannen ihre Ausführungen von den Beginn der pädagogischen Reformbestrebungen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, über die Schulbewegung Kurt Hahns, bis hin zum Nationalsozialismus und zur so genannten Kurzschulbewegung (bis 1960). Im vierten Kapitel (dritte Etappe) gehen Ziegenspeck und Fischer schließlich auf die ideengeschichtliche Wiederentdeckung der Erlebnispädagogik in unserer Zeit ein. Die überaus informativen Ausführungen werden immer wieder durch Zusammenfassungen (z. T. in tabellarischer Form) und kleinere Kataloge treffender Studienfragen aufgelockert.
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