Das Thema:
Thema des Buches ist die Demenzerkrankung. Ausgangspunkt der Autoren ist die in Bezug auf die Erkrankung notwendige Zusammenarbeit von verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen untereinander sowie mit den Angehörigen des Betroffenen. Ziel ist es, das Krankheitsbild Demenz aus unterschiedlichen Blickwinkeln, nämlich der Medizin und der Pflege, zu beleuchten. Die Betreuung und Versorgung von demenziell Erkrankten stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Benötigt werden Hintergrundwissen zu Erkrankung, Hilfestellungen im Umgang mit Betroffenen sowie Informationen zu Versorgungsfragestellungen - all dies versucht das "Handbuch Demenz" aufzugreifen.
Die Autoren:
Dr. Ulrich Kastner ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er war Leiter der Gedächtnisambulanz im Gerontopsychiatrischen Zentrum Bonn und arbeitete mit Demenzerkrankten in Altenhilfeeinrichtungen.
Rita Löbach ist Altenpflegerin und absolvierte mehrere fachpflegerische Weiterbildungen. Seit 2001 arbeitet sie als Pflegefachfrau für psychiatrische Pflege in der Institutsambulanz des Gerontopsychiatrischen Zentrums der Rheinischen Kliniken Bonn.
Zielgruppe:
Die Autoren wenden sich neben Fachkräften der verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen generell an alle Personen, die in Kontakt zu demenziell Erkrankten stehen.
Aufbau und Inhalte des Buches:
Das "Handbuch Demenz" untergliedert sich in 13 Kapitel. Die Kapitel 1 bis 5 beinhalten hauptsächlich medizinisches Hintergrundwissen zu Häufigkeit, Symptomen, Verlauf, Formen, Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen. Es werden z.B. verschiedene Testarten und deren Anwendung zur Diagnose von Demenz vorgestellt. Neben der medikamentösen Therapie werden weitere Therapieformen, wie z. B. die Musiktherapie oder Biografiearbeit, erläutert.
Ab dem 6. Kapitel werden pflegerische Themen zur Demenzerkrankung behandelt. So werden Pflegekonzepte, wie die personenzentrierte Pflege nach Kitwood, das psychobiographische Pflegemodell nach Böhm oder das "Drei-Welten-Konzept" aufgegriffen. Ausführlich gehen die Autoren auf das AEDL-Pflegemodell von Krohwinkel ein. Zu jeder AEDL werden spezifische Aspekte der Demenzerkrankung erläutert und Hinweise für Pflegenden gegeben. Sehr detailliert wird zudem die Demenz im Pflegeprozess (hier im 4-Phasen-Modell) dargestellt. Mit Hilfe von Fallbeispielen werden die Inhalte verdeutlicht. Anhand von sieben verschiedenen Fallgeschichten stellen die Autoren im 9. Kapitel exemplarisch Pflegeplanungen mit Pflegediagnosen vor.
Abgerundet und letztendlich vervollständigt wird das "Handbuch Demenz" mit Themen wie Wohnraum, rechtliche Aspekte, Organisation der Pflege und Angehörigenarbeit in Zusammenhang mit Demenzerkrankung.
Form des Buches:
Das über 200 Seiten starke "Handbuch Demenz" ist im praktischen A5-Format erschienen. Auf Grund des sehr kleinen Schriftgrades wirken Kapitel mit vielen Untergliederungen etwas unübersichtlich. Es enthält viele Abbildungen, Fotos und Darstellungen, die die Inhalte des Buches verdeutlichen und zum besseren Verständnis beitragen. Beispiele werden gut sichtbar mit blauem Hintergrund hervorgehoben. Die einzelnen Kapitel schließen mit weiterführenden Literaturhinweisen zur Vertiefung ab.
Fazit:
Das "Handbuch Demenz" gibt vielschichtig und breit gefächert medizinische und pflegerische Informationen und Hintergrundwissen zur Erkrankung Demenz. Es liefert viele anschauliche Beispiele aus der Praxis für die Praxis. Das "Handbuch Demenz" gibt dem professionellen Leser aber auch dem Laien viele Anregungen zur tiefergehenden Auseinandersetzung mit Demenz.