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Handauflegen. 2 CDs [Audiobook] [Audio CD]

Alan Bennett , Ingo Herzke , Uwe Friedrichsen
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Wagenbach; Auflage: Aufl. (2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 380314082X
  • ISBN-13: 978-3803140821
  • Größe und/oder Gewicht: 14 x 12,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 586.695 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Britischer Humor der schwarzen Art und messerscharfe Pointen, die niemand besser zu setzen versteht als Alan Bennett.

Über den Autor

Alan Bennett, 1934 in Leeds geboren, hat in Oxford studiert und kurzzeitig auch unterrichtet. Anfang der 1960er Jahre trat er beim Edinburgh Festival auf; seitdem arbeitet er als Autor, Schauspieler und Regisseur für Theater, Radio, Film und Fernsehen.
In Großbritannien gilt er als einer der führenden Bühnen- und Drehbuchautoren, die von ihm geschriebenen TV-Serien, in einigen wirkte er auch selbst mit, mit ihren spitzzüngigen Dialogen haben längst Kult-Status erreicht. Er erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, u.a. für das Theaterstück und den darauf basierenden Film "The Madness of King George" (deutscher Titel: King George: Ein Königreich für mehr Verstand), für dessen Drehbuch er 1995 für den Oscar nominiert war. Bennetts wenige Erzählungen und seine Erinnerungen waren BestsellerIngo Herzke lebt als Literaturübersetzer in Hamburg. Studium der klassischen Philologie, Anglistik und Geschichte in Göttingen und Glasgow. Er übersetzt u.a. Werke von A.L. Kennedy, Paula Fox, Rick Moody und Jay McInerny.Jg. 1934, spielte zu Beginn seiner Karriere in den 50er Jahren lange Zeit unter Gustaf Gründgens im Ensemble des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Bis heute spielt und inszeniert er erfolgreich an zahlreichen Theatern und arbeitet für Film, Funk und Fernsehen. Für sein Schaffen erhielt er unter anderem 1994 das Bundesverdienstkreuz. Mit der Rolle des Hans Albers in dem Stück "La Paloma ade" feierte er 2003 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum und bekam vom Hamburger Senat die Senator-Biermann-Ratjen-Medaille verliehen.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wer war Clive Dunlop wirklich?

Pater Joliffe, zugänglich, gesellig und rundlich und ein unorthodoxer Anglikaner, genießt bei seiner Gemeinde und der Diözese einen guten Ruf. Ja man spricht in der vorgesetzten Stelle schon unter der Hand von ihm als dem kommenden Mann." Diesen Ruf verdankt er seiner Fähigkeit, mitreißend zu predigen und bei Lied und Liturgie einen eher konservativen Stil zu vertreten. Doch bei Erzdiözesan Treacher ist er weniger gut angesehen. Und ausgerechnet dieser besucht im Auftrag der Diözese einen Gottesdienst Joliffes, um über dessen Beförderung zu befinden.

Treacher versteckt sich in einer der hintersten Bänke, nur um kein Aufsehen zu erregen. Doch gleich dies scheint ihm zu misslingen. Ständig verrenken sich, meist weibliche Kirchgänger, ihren Hals, um einen Blick auf ihn zu erhaschen. Doch das wahre Objekt der unkeuschen Begierde sitzt eine Reihe hinter dem Erzdiözesan; und wenn dieser ein bisschen an weltlichen Dingen interessiert wäre, hätte er unzweifelhaft den Star einer Soap-Opera wiedererkannt.

Ein Festival des ironischen Seitenhiebs und englischen Humors ist Alan Bennetts Roman Handauflegen", welches von Uwe Friedrichsen für Wagenbach besprochen wurde. Dankenswerterweise begeht er nicht den naheliegenden Fehler, auf den zahlreichen Pointen herumzureiten oder diese durch pseudo-kunstvolle Pausen besonders hervorzuheben. Gerade durch seinen beobachtenden und gelassen-fragenden Tonfall tritt das Subversive in Bennetts Roman wesentlich besser zu Tage als es durch schnöde Clownerien möglich wäre.

Wer hat hier alles seine Hände im Spiel?

Neben Pater Joliffe und Erzdiözesan Treacher spielt eine dritte Person eine, wenn nicht sogar die zentrale Rolle, obwohl diese durch Abwesenheit glänzt: Der jung und während einer Südamerika-Reise unter mysteriösen Umständen plötzlich verstorbene Clive Dunlop, dem der Gedenkgottesdienst geweiht ist. Jeder der mehr oder weniger prominenten Anwesenden glaubt diesen zu kennen; jeder beansprucht für sich auf unfehlbare Weise, der Einzige zu sein, der Clive wirklich kannte. Bennetts Kunstgriff, hier mit minimalen Mitteln dem Hörer vor Augen zu führen, wie viele goldene Kälber, welche Leichen jeder im Keller hat, ist ein Beispiel von vielen für die literarische Brillanz, die diesem kurzen Text innewohnt. Jedes noch so unbedeutende Detail bekommt im Verlauf der Geschichte eine oder mehrere weitere Bedeutungen. So allein das namensgebende Handauflegen". Die Handlung spielt in einer Kirche und so ist es naheliegenden, hier einen religiösen Hintergrund anzunehmen; beispielsweise das Handauflegen Jesu, mit dem er Kranke heilte; oder eines Priesters bei der Segnung seiner Gemeinde oder eines Neugeborenen. Später erfahren wir, dass der Tote Masseur war und bei allen Anwesenden Hand anlegte - allerdings nicht nur zu Massagen im streng medizinischen Sinne. Bis schließlich Pater Joliffe bewusst einen jungen Burschen mit der Hand berührt, um diesen zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen. Eine Geste, deren Konsequenzen wiederum erst mit den letzten Sätzen des Hörbuches klar werden.

Britischer als die Briten

Der Hörer hat es hier bedeutend leichter, diese Doppelbödigkeit, den Wortwitz und die Ironie des Textes zu verstehen als der Leser. Denn Uwe Friedrichsen liest nicht, er kommentiert. Unweigerlich baut sich vor dem inneren Auge des Hörers das Bild eines großen, elegant gekleideten Mannes auf, der auf der Orgelempore steht. Von hier oben hat er den absoluten Überblick über alle Geschehnisse. Er beobachtet, er analysiert, er prüft und verwirft Möglichkeiten bis er dann das Gesehene in Worte fasst und dem Hörer sein Ergebnis zu Ohren kommen lässt. Dies alles mit einem leicht spöttischen Zug um die Mundwinkel und erstaunt hochgezogenen Augenbrauen. Unwillkürlich fallen einem bei Uwe Friedrichsens abgeklärt-witzigem Vortrag Parallelen zu John Cleese' Darbietungen bei den Monty Pythons" oder dem Film Ein Fisch namens Wanda" auf; und dies, obwohl die Bilder nur im Kopf entstehen und der Text auf deutsch gelesen wird - Uwe Friedrichsen ist halt britischer als die Briten.
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Eine ulkige Story 29. November 2006
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Das ist die Geschichte eines Trauergottesdienstes. Clive Dunlop, ein junger Mann im Alter von 34 Jahren, ist während einer Südamerika-Reise unter geheimnisvollen Umständen gestorben. Die ganze Schickeria sitzt in der Kirche und Pater Joliffe hält während des Gedenkgottesdienstes eine sehr betretene Trauerrede, weil auch er mit dem Verstorbenen einmal etwas Intimes gehabt hat. Jeder der Anwesenden glaubt den Verstorbenen bestens zu kennen und bei dem einen oder anderen liegt rückblickend die eine oder andere Leiche im Keller, denn der Tote war Masseur und hat bei allen Anwesenden Hand angelegt und das nicht immer nur zu medizinischen Massagen. So hat er mit dem einen oder anderen mehr oder weniger etwas Intimes gehabt, was immer man darunter auch verstehen mag. Nun sitzt die Trauergemeinde in der Kirche, jeder denkt, mit vierunddreißig ist Clive verstorben, was mag da bloß die Todesursache gewesen sein? Vielleicht erfahren wir heute mehr? Das Wort Aids schwebt über allem. Jedes Detail bekommt eine mehr oder weniger zweideutige Bedeutung. Jemand erklärt schließlich die Todesursache. Mit Erleichterung erfahren alle Anwesenden, es war nicht Aids. Und so gehen alle vergnügt nach Hause wo das Sexualleben kann nun wieder ohne Risiko betrieben werden kann.

Nicht nur die literarische Brillanz, die diesem kurzen Text auszeichnet, macht die Geschichte so reizvoll. Den Wortwitz, die ständige Doppelbödigkeit und die dem Text immer wieder beigemischte Ironie sind die Markenzeichen dieser CD und waren sicherlich nur möglich weil der Autor Alan Bennett einen guten Draht zum schwarzen englischen Humor hat.

Und Uwe Friedrichsen ist ein Kommentator, der dem Hörer den Text, in einem witzigen Vortrag, ständig mit einem Schmunzeln um die Mundwinkel, analysierend vorträgt.
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