- Gebundene Ausgabe: 292 Seiten
- Verlag: Eichborn (1998)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3821806575
- ISBN-13: 978-3821806570
- Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 12,8 x 3 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.016.354 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktinformation
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Urs Richles Roman «Hand im Spiel»
In der Genfer Nobelabsteige «Beau Rivage», in der der deutsche Politiker Uwe Barschel seinem Leben ein Ende setzte, endet auch Urs Richles neuer Roman. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Zwei vertauschte Reisetaschen, von denen die eine die stattliche Geldsumme eines Drogendeals enthält, sorgen für eine ereignisreiche Lektüre und halten den Leser 300 Seiten lang in Atem. Wenn der 33jährige, in Genf lebende Autor am Ende seines Buchs u. a. einer Drehbuchwerkstatt Dank sagt, so tut er recht daran, denn sein Roman liest sich wie ein ideales Drehbuch. Richle verlegt sein Hauptaugenmerk auf Handlungsabläufe, die er mit der Objektivität eines Kameraauges präzise und schnörkellos beschreibt, ohne dass er die Geduld des Lesers dabei strapaziert. Im Gegenteil er besitzt den Blick für das bedeutsame Detail und öffnet die Tür zum Geschehen nur jenen berühmten Spaltbreit, der das erforderliche Quantum an Neugierde und Interesse erweckt.
Mit harten Schnitten reiht Richle Handlungen aneinander, die in den verschiedensten Lebensbereichen spielen: Ein alter, geistig verwirrter Mann irrt in Genf herum; ein junger Mann meint, er werde bei unerlaubten Geldmanipulationen beobachtet, und wähnt sich von der Polizei gesucht, eine Galeristin wartet an ihrer Vernissage verzweifelt auf ihren Freund, ein Paar verlustiert sich im Genfersee, und ein schmieriger Ganove namens Ali, der sich als Frauenaufreisser profilieren will, bereitet sich auf eine Party vor. Damit ist der beträchtliche Aufwand an Personal und Schauplätzen im Roman keineswegs erschöpft.
Die Kunst Richles besteht nun nicht nur darin, dass er mit jedem der so unterschiedlichen Milieus, die er beschreibt, den Leser gleichermassen in Bann schlägt, sondern dass er sukzessiv die vermeintlich unabhängig voneinander verlaufenden Handlungen geschickt verknüpft und auf einen Höhepunkt zuführt. Dass das Genfer Strandbad Bains des Pâquis, in dem die verhängnisvolle Vertauschung der Taschen vor sich geht, atmosphärisch ebenso überzeugend eingefangen wird wie die ungleich attraktiveren Locations der Weltstadt, macht einen zusätzlichen Reiz des Romans aus. Sprachlich unterläuft Richle in seinem fünften Buch noch der eine oder andere Lapsus: Etwa wenn er das «meistgebrauchteste» Utensil anführt, Uhren im Schaufenster (und dies gleich zweimal) «aufgebahrt» werden und der Tag «sich erhebt» statt anbricht. Doch das ändert nichts an dem Verdienst, dass er mit «Hand im Spiel» einen intelligenten Roman mit Kriminalhandlung geschrieben hat, der von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist.
Hans Christian Kosler
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