Aus der Amazon.de-Redaktion
Zutreffender könnte ein Untertitel kaum sein: als
Werkzeug des Geistes beschreiben die Herausgeber den Teil unseres Körpers, der wie kaum ein anderer Werkzeug und Sinnesorgan zugleich ist, und so ist es eine besondere Erfahrung, einmal für einige Minuten den Aktionen der eigenen Hände zu folgen. Ob wir Bier aus dem Keller holen, Kartenhäuser bauen oder einfach nur so herumsitzen. Sie tragen und greifen nicht nur, sie zeigen auch, ob wir verlegen, verliebt oder verbittert sind.
Daß dieses Buch so ungemein spannend ist, liegt zum einen an dem Umfang des Werkes, das durch die Beiträge von Medizinern, Psychologen, Informatikern, Philosophen und Kunstgeschichtlern ein überaus großes Spektrum erreicht, zum anderen ist es aber die Hand selber, die hier in so faszinierender Weise geschildert wird. Im täglichen Leben scheint ja alles geklärt oder wenigstens erklärbar zu sein. Und dennoch scheitern alle Versuche, die Beschaffenheit der Haut, den Tastsinn und die perfekten Bewegungsabläufe der Hand zu kopieren. Greifende Roboter bleiben im wahrsten Sinne des Wortes in den Kinderschuhen stecken und ob sie es jemals zu menschlicher Perfektion bringen, bleibt fraglich. Wie wir als Kind das Greifen lernen, und schließlich das Begreifen, ist nur eine Geschichte in diesem Buch; welche Bedeutung hatten die Hände für die Entwicklung der Mathematik, was hat es mit Schwurhänden auf sich und warum hat Thomas Mann der Hand in seinem Zauberberg eine so große Bedeutung beigemessen?
Obwohl das Buch eine Zusammenstellung von Beiträgen vieler Autoren ist, so ist es den Herausgebern in großartiger Weise gelungen, ein homogenes und überaus lesbares Werk daraus zu machen. Auf diese Weise gewinnt es gerade durch die Vielfalt der Perspektiven und es richtet einen ganz neuen Blick auf das Werkzeug, das hier gerade durch das Internet surft. --J. Schüring
Perlentaucher.de
Pressenotiz zu : Die Zeit, 23.03.2000
Jörg Albrecht bespricht zwei Bücher, die sich beide mit der menschlichen Hand beschäftigen: Frank R. Wilsons " Die Hand - Geniestreich der Evolution" und "Die Hand - Werkzeug des Geistes" von Marco Wehr und Martin Weinmann.
Daß die Beschaffenheit der menschlichen Hand das Denken erst ermöglicht hat, ist eine gewagte, aber derzeit populäre These, die Jörg Albrecht auch dem amerikanischen Neurologen Frank R. Wilson zuschreibt. Das Buch, das Wilson dem Thema gewidmet hat, findet jedoch nicht Albrechts Gnade: "Kraut und Rüben" entdeckt der Rezensent in Wilsons widersprüchlicher Abhandlung, die den Weg vom Faustkeil des Homo erectus zu Rachmaninoffs Klavierkonzerten eher schlecht als recht "entlangholpert".
"Etwas besser" findet Albrecht eine deutsche Neuerscheinung: "Die Hand - Werkzeug des Geistes" von Marco Wehr und Martin Weinmann. Leider bleibt dem Rezensenten nicht der Platz, diese Arbeit vorzustellen. Die Autoren räumten ein, daß es zwischen "Greifen" und "Begreifen" keinen allgemeingültigen Zusammenhang gebe, erfahren wir, ansonsten erfahre man "manches". Zu einer Empfehlung reicht es Albrecht bei keinem der beiden Werke.
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Pressestimmen
Ohne sie könnten wir keinen Knopf schließen, nicht schreiben, nicht kommunizieren und handwerken, kein Musikinstrument spielen: Die Hand erschließt dem Menschen Welten. Sie zwingt das Gehirn, immer neue Eindrücke zu verarbeiten und immer komplexere Handlungen zu steuern. Der Physiker und Philosoph Marco Wehr und der Mediziner Martin Weinmann lassen in ihrem umfassenden Hand-Buch jetzt lauter Experten zu Wort kommen.Die Themen reichen von der detaillierten Beschreibung der Anatomie des Handskeletts über die Betrachtung der Leistungen der Hände beim Musizieren oder im Handwerk bis zur Erläuterung der Zusammenhänge von Hand und Sprache, Hand und Mathematik und vieles mehr. Eine sehr inhaltsreiche und hochinteressante Zusammenstellung.Auf geistreiche, informative und mitreißende Art führen vierzehn renommierte Autoren aus unterschiedlichen Fachgebieten ... dem Leser eindrucksvoll die große Bedeutung der menschlichen Hand für sein gesamtes Denken und Handeln vor Augen. Beginnend bei der Relevanz einer gut funktionierenden Hand für das Alltagsleben lenken sie anschließend den Blick auf den Stellenwert der Handfertigkeit für Handwerk, Künste (zum Beispiel Musizieren), Medizin, Mathematik, Philosophie und Religion.Die Begeisterung für das anatomische Wunderwerk Hand, der Bezug zur Musik und die Würdigung ihrer evolutionären Schlüsselrolle ist bei allen Autoren deutlich zu spüren.Weinmann und Wehr schlagen einen kühnen Bogen.>> Tagblatt >>Es sind schier tausend Fragen, die das ... Buch "Die Hand" allgemeinverständlich und oft mit überraschenden Gedanken beantwortet.Daß dieses Buch so ungemein spannend ist, liegt zum einen an dem Umfang des Werkes, das durch die Beiträge von Medizinern, Psychologen, Informatikern, Philosophen und Kunstgeschichtlern ein überaus großes Spektrum erreicht, zum anderen ist es aber die Hand selber, die hier in so faszinierender Weise geschildert wird ... Obwohl das Buch eine Zusammenstellung von Beiträgen vieler Autoren ist, so ist es den Herausgebern in großartiger Weise gelungen, ein homogenes und überaus lesbares Werk daraus zu machen.Das in Typographie und Illustration so liebevoll gemachte Buch sieht aus wie ein Stück guter Unterhaltung ... und ist es auch.Das Buch erzählt viele lesenswerte Geschichten über die Hand, dieses Wunderwerk an Präzision, Empfindsamkeit, Kraft und Sanftheit.Die Lektüre des Buches verlangt vom Leser einige Vorkenntnisse. Belohnt wird er aber mit einer umfassenden Information über jenes universelle Werkzeug, ohne das wir keinen Brief schreiben oder keine Kaffeetasse halten könnten.In diesem interessanten und facettenreichen Buch reichen sich Biologie, Medizin und Kultur die Hände.Die Themenwahl reicht dabei von den medizinischen Grundlagen über die kulturgeschichtliche Bedeutung bis zur philosophischen Betrachtung. Die 'Händigkeit' wird ebenso gründlich besprochen wie die Bedeutung der Hand für die kulturelle Entwicklung des Menschen. Dabei sind die Kapitel so aufgebaut, daß sie auch einzeln gelesen werden können. Man kann also je nach Interesse in die verschiedenen Abschnitte einsteigen, ohne Verständnislücken befürchten zu müssen.
Kurzbeschreibung
So selbstverständlich ist uns der Gebrauch unserer beiden Hände, daß wir selten hinterfragen, wie die Hand eigentlich genau funktioniert und wo überall in unserer Kultur, unserer Sprache und unserem sozialen Miteinander sie ihre Spuren hinterlassen hat. Dieses 'Hand'-Buch geht solchen Fragen nach und bietet faszinierende und überaus überraschende Einsichten.
Buchrückseite
>Aber Hände sind schon ein komplizierter Organismus, ein Delta, in dem viel fernherkommendes Leben zusammenfließt, um sich in den großen Strom der Tat zu ergießen. Ein Blick in die Stammesgeschichte des Menschen lehrt uns, daß die biologische Entwicklung einer Greifhand und, damit einhergehend, die gekoppelte Entwicklung von Hand und Hirn geradezu die Basis unserer Kultur bilden - ob es nun um die Entwicklung der Zahlen, um musikalische Virtuosität, um Handwerkskunst oder Philosophie geht. Nirgendwo wird die untrennbare Verknüpfung von Körper und Geist sichtbarer. Biologie, Medizin und Kultur reichen sich in diesem brückenschlagenden Buch die Hände, und durch das handfeste Wissen, das es vermittelt, wird die Faszination für das "Werkzeug des Geistes" nur noch größer.
Über den Autor
Marco Wehr ist ausgebildeter Physiker und Philosoph und hat 1998 mit einer wissenschaftstheoretischen Untersuchung der Chaostheorie promoviert. Sein wissenschaftliches Interesse gilt Fragen der "Voraussagbarkeit". Im "Zweitberuf" ist Wehr Tänzer, Choreograph und Tanzlehrer. Er lebt in Tübingen. Martin Weinmann ist promovierter Mediziner. In der Forschung hat er sich vor allem immunologischen und radiologischen Fragestellungen gewidmet. Studienaufenthalte führten ihn nach Luxemburg und Tel Aviv. Seit April 1997 arbeitet er als wissenschaftlicher Angestellter in der Abteilung für Radioonkologie der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Die weiteren Autoren: Eckhart Altenmüller, Niels Birbaumer, Maike Christadler, Bettina Handel, Peter Janich, Friedhart Klix, Richard Michaelis, Bruno Preilowski, Peter Reill, Helge Ritter, Stephanie Töpfner, Thomas Wägenbaur.