___ Die Handlung:___
Die schwangere Claire zeigt ihren Frauenarzt zu Recht wegen sexueller Belästigung an, der sich daraufhin eine Kugel durch den Kopf jagt. Seine ebenfalls schwangere Frau Peyton (Rebecca De Mornay) erleidet dadurch eine Fehlgeburt und verliert dadurch innerhalb weniger Tage Mann und Kind. Diesen äußerst schweren Schicksalsschlag kann die junge Frau nur äußerlich, aber nicht innerlich verarbeiten. Voller Hass macht sie Claire für alles Unglück verantwortlich und will sich rächen. Dieses Gefühl beherrscht sie immer mehr, so dass sie sich 6 Monate später unter falschem Namen als Kindermädchen ins Haus von Claire und ihrem Mann einschleicht und ein perfides Rache-Räderwerk in Gang setzt.
Daraufhin geht in dem bis dato rundherum glücklichen Fünf-Personenhaushalt mit den beiden Eltern, der vierjährigen Tochter Emma, dem Baby und dem geistig behinderten Hausangestellten mit Familienanschluss alles schief:
Dabei fängt es erst recht harmlos an: Da und dort verschwinden mal wichtige Unterlagen, die Familienatmosphäre leidet unter gezielt eingesetzten Gerüchten und Verdächtigungen. Das Kindermädchen schürt bewusst Zwietracht, schafft es aber dennoch, nach außen hin währenddessen immer als verständnisvolle Diplomatin zu erscheinen.
Der Spannungsbogen baut sich stetig, aber sehr langsam auf. Liebhaber spektakulärer Szenen kommen eigentlich erst im letzten Drittel des Filmes auf ihre Kosten, als das ganze Geschehen in einem Mord und mehreren Mordversuchen gipfelt.
___ Die Besetzung:___
Als kühl berechnender Racheengel spielt Rebecca de Mornay derart beklemmend und überzeugend, dass blonde Kindermädchen in den USA nach diesem Kinohit Probleme mit Bewerbungen hatten. Absolut top!
Annabella Sciorra macht als ständig bedrohte Mutter ebenfalls einen recht guten Schauspieljob, wenn auch insbesondere die Mimik nicht ganz so überzeugend herüberkommt wie bei ihrer oben genannten Kollegin.
Ihr Film-Ehemann Matt Mccoy erscheint daneben eher farblos, was wohl aber vor allem am Drehbuch liegt, das ihm gar keine Gelegenheit gibt, in den Vordergrund zu treten.
Der dunkelhäutige Ernie Hudson füllt seine Rolle als geistig behinderter Hausangestellter sehr gekonnt aus und wirkt dabei sowohl sympathisch als auch sehr authentisch.
Einige der übrigen Darsteller seien hier der Vollständigkeit halber auch noch erwähnt:
Emma............. . ......Madeline Zima
Rechtsanwalt .... ......Mitchell Laurance
Marlene ......................Julianne Moore
Dr. Mott ......................John De Lancie
Marty.......................Kevin Skousen
Schulhof-Schläger....Justin Zaremby
___ weitere Fakten: ___
·Originaltitel: The Hand That Rocks the Cradle
·Regie: Curtis Hanson
·Genre: Psychothriller /Drama
·FSK: 16
___ Pluspunkte: ___
· gelungene Besetzung der Hauptrollen
· einigermaßen stimmig konstruierte Handlung (Einschränkung siehe unten)
· behutsamer, langsamer Aufbau des Spannungsbogens
· Verzicht auf überflüssige, verwirrende Nebenhandlungen
· Liebe zu Details
· Gespür für atmosphärische Elemente des Films
· keine Konzentration auf bloße Schockeffekte
· trotz allem vorhandene Schockeffekte (gegen Ende)
___ Kritikpunkte: ___
· zwei logische Brüche im Plot:
1. Spätestens nach dem Mord hätten polizeiliche Ermittlungen begonnen werden müssen, in deren Folge das Kindermädchen zumindest wegen Tatverdachts hätte festgenommen werden müssen. Der Filmfortgang wäre somit hinfällig gewesen.
2. Dass die Mutter das Kindermädchen schließlich trotz Asthmas überwältigt, ist zwar unglaubwürdig, aber das lasse ich noch mal so stehen. Immerhin entwickelt man in Todesgefahr manchmal ungeahnte Kräfte. Dass sie aber danach von einer Sekunde auf die nächste wieder normal atmen kann, ist absolut unlogisch.
· kein Film für eingefleischte Action-Fans, da wirklich spektakuläre Szenen erst gegen Filmende zu sehen sind
___ Fazit: ___
Wie während meiner obigen Ausführungen schon deutlich geworden sein durfte, halte ich den Film für gelungen. Die positiven Aspekte sind erheblich zahlreicher als eventuelle Kritikpunkte.
Da ich aber nun mal äußerst empfindlich gegenüber logischen Brüchen im Handlungsablauf bin, muss ich dafür mindestens einen Stern abziehen. Aber es bleiben ja noch vier Sterne übrig. Das sind mehr als genug für eine Empfehlung.