Aus der Amazon.de-Redaktion
Hancock ist kein umwerfend toller Film (unter anderem bringt Regisseur Peter Berg zu oft Nahaufnahmen mit einer handgehaltenen Kamera, was dazu führen kann, dass einem schlecht wird), aber er ist überaus unterhaltsam. Das Drehbuch schneidet im Vergleich zu anderen Superheldenfilmen wirklich gut ab: es beinhaltet eine flotte Handlung, gute Dialoge, Begeisterung für die Charaktere und sogar hin und wieder ein paar gute Ideen. Die spektakulären Actionszenen halten zumindest teilweise die physikalischen Gesetze ein, was die Spezialeffekte noch wirklichkeitsnäher wirken lässt. Die drei Hauptdarsteller (Smith, Bateman und Charlize Theron als Rays Frau Mary) gleichen die Mischung aus Komödie, Action und Drama gekonnt aus. Alles in allem ist der Film eine schlaue, subversive Abwandlung eines Genres, das sich allzu oft viel zu ernst nimmt. --Bret Fetzer
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Sehr kraftvolle Farben, die gerade noch im natürlichen Bereich bleiben, lassen das Bild strahlen. Akustisch hagelt es nur so Effekte, aber auch an sanfteren Details und sehr präzisen Sprachsignalen mangelt es keinesfalls. Die Extras beschäftigen sich ausgiebig mit technsichen Fragen. Visuelle Effekte, Previsualisierungen, Stunts und Kostüme bekommen eigene Featurettes. Allgemeinere Infos über die Produktion vermitteln das Making Of und ein Hinter den Kulissen.
Bild: Das Bild strahlt in sehr saftigen, gut gesättigten Farben, die generell so kraftvoll ausfallen, dass sie nur knapp an der Übersättigung vorbei schlittern. Dem Film steht diese bunte Peppigkeit aber sehr gut. Schärfetechnisch bewegt sich die DVD im guten aber keinesfalls überragenden Bereich, denn auch wenn sie in Tageslichtszenen präzise arbeitet, bieten dunklere Einstellungen eine weniger perfekte Auflösung (Frauengesicht, 00:29:34). Auch minimale Artefakte lassen sich finden (Sessel auf Terrasse, 00:26:46 oder leichtes Bildruckeln in Schwenk, 00:31:52), prinzipiell leidet das Bild aber nicht schwerwiegend unter Kompressionsproblemen und auch Rauschen lässt sich nicht verzeichnen. Die Kontrastwerte wurden ein wenig hochgezogen, was zur Folge hat, dass weniger Schwarzabstufungen (im Sessel, 01:13:23) vorhanden sind. Insgesamt überzeugt das Bild hauptsächlich aufgrund seiner hervorragenden Detailschärfe (Gesicht, 00:25:41) und der enormen Farbsättigung.
Ton: Wunderbar flüssig stellt die DVD Verbindungen zwischen äußerst kraftvollen Effekten und fein abgestimmten Sprachsignalen und Stimmungen her (Streicher, 00:40:08). Der Musikeinsatz dient dabei als sehr motiviert arbeitende Brücke, die sich mal sanft, mal laut und rockig einbringt. Die deutschen Synchronstimmen klingen facettenreich, dicht und hervorragend mit Kulisse und Musik abgestimmt. Dabei transportieren sie angenehme räumliche Details und können sich nahezu mit den äußerst direkt ankommenden authentischen englischen Sprachsignalen messen. In Actionszenen ist praktisch alles, was beim Zuschauer ankommt, ist durch richtungsdynamische Effekte aufgeladen (00:47:50).
Extras: Das Bonuspaket beinhaltet auf DVD 2 ein Making Of (12:52 Min.), ein Hinter den Kulissen mit Regisseur Peter Berg (3:57 Min.) sowie die Previsualisierungen "Wie wird es aussehen", und Featurettes über die visuellen Effekte: "Ein besserer Held" (8:16 Min.), über die Stunts: "Kratzer und Prellungen" (10:29 Min.), die Kostüme (8:23 Min.) und "Zu Hause bei den Embreys". --movieman.de
MovieGod.de
Das Drehbuch zu Hancock machte mehr als zehn Jahre lang die Runde in Hollywood, bevor sich ein Studio fand. Zu der Zeit, als der Film noch auf den Titel Tonight, He Comes hörte, war unter anderem auch Michael Mann interessiert, der den Film letztendlich produzierte. Die Regie übernahm schließlich Peter Berg, der bereits mehrfach mit Mann zusammen gearbeitet hatte.
Ein bisschen merkt man dem Film schon an, dass zwischenzeitlich eine Menge Leute ihre Finger im Spiel hatten. In der ersten Stunde wirkt alles mehr oder weniger wie aus einem Guss, doch zum Finale hin zerfleddert das Ganze merklich. Von leichten Timing-Patzern der Regie abgesehen, wird das letzte Drittel von zwei großen Problemen geplagt.
Zum einen bietet der Film mit Bankräuber Eddie Marsan einen zwar gut gespielten, aber viel zu comichaften und in keinster Weise glaubhaften oder bedrohlichen Bösewicht. Zum anderen ist die Mythologie, die dem Film zu Grunde liegt, so unsinnig und simpel, als sei sie in einer langweiligen Unterrichtsstunde auf einem Löschblatt zusammen gekritzelt worden.
Ob man sich allerdings den Film dadurch vermiesen lässt, steht auf einem anderen Blatt. Auch in den blödsinnigsten Momenten halten Smith und Bateman - sowie Charlize Theron als dessen Frau - die Geschichte weitestgehend auf der richtigen Seite der Kitschgrenze, und so durchwachsen das Drehbuch strukturell auch sein mag, die meiste Zeit macht die Geschichte einfach Spaß. Berg zielte auf das kurzlebige Blockbusterkino und schuf einen Film, der mit ca 90 Minuten auch gut mal zwischendurch angesehen werden kann, der ein bisschen Witz, ein bisschen Action, ein bisschen Romantik bietet und den Kopf nach Verlassen des Kinos nicht allzu sehr beschäftigt.
Wer großes Kino erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden. Als leicht verdaulicher Spaß funktioniert Hancock jedoch wunderbar.
Filmkritik von Felix "Flex" Dencker