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Hammerstein oder Der Eigensinn: Eine deutsche Geschichte
 
 
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Hammerstein oder Der Eigensinn: Eine deutsche Geschichte [Gebundene Ausgabe]

Hans Magnus Enzensberger
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Kurt von Hammerstein war Chef der Heeresleitung -- bis Adolf Hitler im Februar 1933 in der Dienstwohnung des Generals die Pläne für den Zweiten Weltkrieg offenbarte. Nach dem Geheimgespräch, bei dem Hitler nach eigener Aussage das Gefühl beschlich, gegen eine Wand zu reden, nahm Hammerstein seinen Hut und wurde fortan politisch geschnitten. Diese Episode nimmt Deutschlands wohl profiliertester intellektueller Gegenwartsautor Hans Magnus Enzensberger zum Ausgangspunkt seines Romans Hammerstein und der Eigensinn. Er erzählt das Schicksal von Hammersteins ebenso nach wie das seiner sieben Kinder. Eigentlich aber erzählt er von einer von Verrat, Sippenhaft und Widerstand geprägten Zeit.

Mit Hammerstein und der Eigensinn hat sich Enzensberger nach Der kurze Sommer der Anarchie. Buenaventura Durrutis Leben und Tod

und Requiem für eine romantische Frau. Die Geschichte von Auguste Bußmann und Clemens Brentano zum dritten Mal dem Genre des historischen Romans zugewandt. Für die Recherche studierte er laut Verlagsinformationen Akten in den Achiven „von Moskau bis Berlin, von München bis Toronto“. Das Dokumentarische seiner Ausführungen ist damit wohl verbürgt. Aber das ist wahrlich nicht das Beste an Enzensbergers Hammerstein. Das Beste ist der unglaubliche Eigensinn, mit dem der Autor Dichtung und Wahrheit, Fakten und Fiktion zu einem großen Ganzen zu verknüpfen weiß. Dabei bedient sich Enzensberger des Zitats ebenso wie des fiktiven (posthumen) Dialogs ebenso wie sachlicher und erzählerischer Passagen. Wie er das macht -- und so, auch mit vielen Bilder, ein zeitgeschichtliches Panorama der deutschen Geschichte, ihrer Verstrickungen und schillernden Helden entwirft -- , ist wahrlich meisterhaft.

„Die Geschichte dieser Familie beschäftigt mich, weil sie viel darüber sagt, wie man Hitlers Herrschaft überstehen konnte, ohne vor ihm zu kapitulieren“, hat Enzensberger seine Intention zusammengefasst. „Nicht zuletzt handelt diese exemplarische deutsche Geschichte von den letzten Lebenszeichen einer deutsch-jüdischen Symbiose und davon, dass es lange vor den feministischen Bewegungen der letzten Jahrzehnte die Stärke der Frauen war, von der das Überleben abhing.“ In Hammerstein und der Eigensinn hat Enzensberger diese Ansicht mit allen nur erdenklichen Mitteln der Kunst anschaulich greifbar gemacht. Ein großes Buch eines großen Autors, das man unbedingt lesen sollte . -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de

Pressestimmen

»Es ist eine erstaunliche Geschichte von Verrat und aufrechtem Gang, über die Möglichkeit zu widerstehen auf unterschiedlichste Weise. ... Ein Buch ohne Helden, aber mit heldenhaften Momenten und kleinen Widerstandsgesten. Von einem Autor, der die Wahrheit nicht kennt, aber auf entschlossener Wahrheitssuche ein unglaublich spannendes Buch geschrieben hat.« (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung )

»Ein zeitgeschichtlicher Krimi« (Focus )


»Sich diesem Buch zu entziehen, ist unmöglich. Mit seiner literarischen Familienbiographie der Hammersteins hat Enzensberger einen Coup gelandet.« (Frankfurter Rundschau )

»Enzensberger zeigt, dass die scheinbar starren Fronten im Weltbürgerkrieg des letzten Jahrhunderts weitaus diffuser und verwirrender waren, als es rückblickend erscheint. Gegner konnten einander menschlich nahe kommen, nicht nur in einer Familie; die Extreme lagen häufig dicht nebeneinander, Seitenwechsel kamen vor. So anschaulich wie der alte Enzensberger hat das noch niemand zu schildern vermocht.« (Die Tageszeitung )

»Enzensberger will den Historikern ihre Arbeit nicht abnehmen. Er hat ihnen alle Papiere hingestreut, die sie brauchen.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Kurt von Hammerstein-Equord war vom 1. November 1930 bis zum 1. Februar 1934 Chef der deutschen Heeresleitung. Der General, den uns Hans Magnus Enzensbergers neues Buch vorstellt, war mehr: einer der Flügelmänner des Weltgeistes. ... Enzensberger hat in seinem Buch einen eminenten historischen Stoff geborgen. Wieder einmal staunt man, dass die akademische Geschichtsschreibung sich ein Thema hat entwenden lassen - und ist doch froh, nun keine trockene Dissertation zu lesen, sondern das Werk eines Schriftstellers mit Sinn für die raffinierteste literarische Technik. Hier beweist sich erneut und aufs schönste Enzensbergers legendäres Finderglück.«  (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

Kurzbeschreibung

Ein großes Werk über die verhängnisvollste Periode der deutschen Geschichte und über die herausragende Gestalt eines Mannes, dessen Biographie bislang nicht geschrieben wurde. Hans Magnus Enzensberger hat die Geschichte des Generals Kurt von Hammerstein aus allen erreichbaren Quellen recherchiert und entfaltet sie in einem Genre, das er beherrscht wie kein zweiter: in der literarischen Biographie. Kurt von Hammerstein war Chef der Reichswehr, ein Grandseigneur, ein unerschütterlicher Gegner des Nationalsozialismus, ein unbestechlicher Zeuge des Untergangs seiner Klasse, des deutschen Militäradels. Seinen Abschied nahm er, nachdem Hitler seine Weltkriegspläne 1933 in einer Geheimrede offengelegt hatte. Aber es geht auch um die Lebensläufe seiner Frau und seiner sieben Kinder: gezeichnet von den Katastrophen des 20. Jahrhunderts, von Verrat, Widerstand, Spionage und Sippenhaft. Und nicht zuletzt geraten jene Personen ins Fadenkreuz, die zu einem gefährlichen Doppelleben gezwungen waren: vom letzten Reichskanzler der Weimarer Republik über die Agenten der KPD bis zu jener Drogistin, die in Kreuzberg Deserteure und Juden versteckte. Hammerstein ist nach Der kurze Sommer der Anarchie und Requiem für eine romantische Frau Enzensbergers dritte literarische Biographie, in der die Selbstbehauptung des Einzelnen gegenüber kollektiven und autoritären Zumutungen im Zentrum steht. Für dieses Buch hat der Autor die Archive von Moskau bis Berlin, von München bis Toronto befragt. Doch behält für ihn das Dokument nicht das letzte Wort. In einem vielfältigen Werk verbindet sich erneut die Recherche mit der Freiheit des Autors, sich der historischen Wirklichkeit auch über Fiktionen zu nähern.

Über den Autor

Hans Magnus Enzensberger, geb. 1929 in Kaufbeuren, lebt in München. 1963 erhielt Hans Magnus Enzensberger den Georg-Büchner-Preis.
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