Schon auf dem letzten GRAND MAGUS-Album "Iron will" war eindeutig herauszuhören, dass die Band sich mehr und mehr vom finsteren Doom Metal-Genre losgesagt hatte, und sich mittlerweile dem traditionellen Metal-Sound der 80er Jahre zugewandt hat. Den letzten wichtigen Schritt hat das schwedische Trio auf seinem aktuellem Langeisen "Hammer of the north" nun entgültig hinter sich gebracht. Soll heißen: Nur wenn das Tempo zeitweise mal etwas angezogen wird, dann fühlt sich der Hörer zeitweise an CANDLEMASS-Smasher wie "Black dwarf" erinnert - was mittlerweile als einziger Doom-Verweis herhalten muss.
Der große Teil der 10 Songs ist nämlich im hymnisch-groovigen Mid-Tempo angesiedelt, wobei GRAND MAGUS sich dabei eindeutig an Rock/Metal-Urvätern wie JUDAS PRIEST , RAINBOW , DIO , ACCEPT und natürlich BLACK SABBATH orientieren. Und dabei entfacht die Band dermaßen viel Energie, dass sich ein Großteil der Metal-Konkurrenz daran mal dringend ein Beispiel nehmen sollte. Die Produktion von "Hammer of the north" ist insgesamt bodenständig heavy ausgefallen. Jedoch wurde im Studio glücklicherweise nicht übertrieben, so dass vor allem der Gitarren-Sound ein unglaublich warmes Flair versprüht. Gleiches gilt für den Sänger, der seinen Stimmbändern teilweise richtige "soulige" Töne entlocken kann, die dabei einen guten Kontrast zum energischen Metal-Shouting abgeben.
Der ganz große Pluspunkt von "Hammer of the north" liegt aber definitiv in den großartigen Songs begründet, die insgesamt noch homogener daherkommen, als noch auf dem Vorgänger "Iron will". Das Songwriting auf diesem 47-Minüter ist dermaßen stark ausgefallen, dass der Hörer musikalische Schwächen schon mit der Lupe suchen muss - und dabei garantiert nichts finden wird. Oder um es mal etwas simpler auszudrücken: Man kann "Hammer of the north" einfach immer wieder und wieder komplett durchhören, ohne dass diese Scheibe langweilig wird oder man vermeintlich schwächere Nummern überspringen müsste.
Songs wie "Ravens guide our way" , "Mountains be my throne" , "Savage tales" , die vergleichsweise ruppigen "Northern star" , "At midnight they'll get wise" und "I, the jury" oder die formvollendeten Deluxe-Hammerschläge "The lord of lies" , "Black sails" , "Bond of blood" oder "Hammer of the north" (mit feinem Blues-Solo!) sind ausnahmslos Highlights allerbester Kajüte, die jeden eingefleischten Metal-Head dieser Welt zu wahren Begeisterungsstürmen hinreissen werden. Für jeden überzeugten Kuttenträger der Himmel auf Erden. Und auch wenn das Zeitalter der Emanzipation natürlich schon längst Einzug gehalten hat, muss folgender Slogan einfach mal erlaubt sein: GRAND MAGUS spielen Rockmusik für richtige Männer !!! Dreckig, ehrlich und packend. Das Rezept ist sehr simpel , das Ergebnis schlichtweg überragend. Höllisch eingängige Riffs mit ordentlich Zunder, ein magisches Oldschool-Feeling wie aus dem Metal-Bilderbuch, fein ausgearbeitete Melodien, ein krönender Refrain mit höchstem Suchtpotential. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen.
Nur das noch: "Hammer of the north" wurde exakt aus demselben Stahl gefertigt, aus dem nur außergewöhnliche Metal-Klassiker gegossen werden. Diese Scheibe wird am Ende des Jahres eine der vordersten Positionen meiner persönlichen Jahres-Charts einnehmen. Wetten dass ?!?