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Hamburger Hochbahn. Roman
 
 
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Hamburger Hochbahn. Roman [Gebundene Ausgabe]

Ulf Erdmann Ziegler
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 330 Seiten
  • Verlag: Wallstein Verlag (1. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3835300962
  • ISBN-13: 978-3835300965
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 247.368 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ulf Erdmann Ziegler
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Warum er denn Dinge zeichne, fragt ihn einmal seine Tochter. Der Architekt Thomas Schwarz zögert nicht lange mit der Antwort. Sogar ist es klug, was er sagt: »So bringt man in Erfahrung, wie die Dinge wirklich aussehen.« Ob die Tochter auch wirklich versteht, was er meint? Der Leser aber erhält an dieser Stelle - wir sind da schon fast am Ende von Ulf Erdmann Zieglers Romandébut »Hamburger Hochbahn« - einen subtilen Schlüssel zu diesem ebenso hinreissenden wie feinfühligen Buch in die Hand. (...) Mit grossem Geschick und äusserst souverän ordnet Ulf Erdmann Ziegler seinen Stoff zu immer dichter gewirkten Mustern. Man merkt es seinem glänzenden Débutroman an, dass der 1959 geborene Autor nicht auf geradem Weg zum Schreiben gekommen ist; freilich erzählt er mit einer Beschwingtheit, als hätte er nie anderes getan. Man muss allerdings genau hinschauen, um zu sehen, wie fein das Erzählte verwoben ist, wie punktgenau die verschiedenen Ebenen verfugt sind.« ((Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 10.3.2007))

»Der Kunstkritiker Ulf Erdmann Ziegler, Jahrgang 1959, hat den literarisch feinsten Roman dieses Frühjahrs vorgelegt. Er heißt »Hamburger Hochbahn« und ist ein subtil durchgearbeitetes realistisches Zeitstück aus den Achtzigerjahren.« ((Thomas Meininger, Spiegel Online, 21.3.2007))

Thomas Meininger, Spiegel Online, 21.3.2007

»Der Kunstkritiker Ulf Erdmann Ziegler, Jahrgang 1959, hat den literarisch feinsten Roman dieses Frühjahrs vorgelegt. Er heißt »Hamburger Hochbahn« und ist ein subtil durchgearbeitetes realistisches Zeitstück aus den Achtzigerjahren.«

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Dieser Débutroman eines Autors, in einem nicht ganz vorgerückten, aber für Debüts etwas unüblichen Alters, ist gleich an die Spitze der SWR Bestenliste katapultiert

Zum Plot: Der Roman ist vordergründig ein Architekturroman, der jedoch auch hintergründige Szenen aufweist. Über weite Strecken spielt er in der Architektur und der Szene der bildenden Kunst. Der Protagonist Thomas Schwarz ist ausgebildeter Architekt und verdient sein Geld zunächst als Zeichner in einem nicht sehr avantgardistischen Hamburger Architektenbüro. Dann landet er in einem etwas anspruchvolleren Architektenbüro als Communications Direktor, das heißt, er wechselt wie es im Roman wörtlich heißt "auf die andere Seite". Er ist kein Architekt mehr, es ist eine Betätigung in der Veraltung, PR, Interne Firmenkommunikation. Er ist das Hirn dieses Büros. Das endet dann aber auch irgendwann, wobei der Ich-Erzähler ist von einer bisweilen lyrischen Larmoyanz geprägt ist, aber vielleicht liegt das an der Genauigkeit mit der Thomas Schwarz die Welt wahrnimmt, die deshalb Euphorie gar nicht zulässt.

Thomas Schwarz lernt, nachdem er bereits Vater geworden ist, eine bildende Künstlerin, namens Elise Katz kennen. Das Paar kommt nach St. Louis im Bundesstaat Missouri, wo diese Katz eine Beschäftigung findet. Thomas Schwarz geht mit, weil er beruflich möglicherweise in einer Umorientierungsphase steckt und er entschließt sich dort seine Lebensgeschichte aufzuschreiben. Das macht er sehr abgeklärt, ordnet die Stationen seines Lebens in einer immer dichter werdenden, geschickt miteinander verknüpften Form.

Das ist zunächst die Rahmenhandlung, die in den einzelnen Kapiteln immer ineinander geschoben wird. Die norddeutsche Kindheit, die Jugend und das frühe Berufsleben des Thomas Schwarz. Er stammt aus Lüneburg, studiert in Braunschweig und kommt dann in der Tat nach Hamburg, wo er Zeichner wird. Und das pendelt so Hin und Her, die Szenen in St. Louis mit den norddeutschen Szenen.

Im Zentrum steht eine auf Granit gelaufene Freundschaft. Darum herum sind viele voluminöse Liebesgeschichten gruppiert. Symmetrisch, die eine hat mit Musik und die andere mit Installationskunst zu tun. Beides wird ziemlich stark und feinfühlig gegeneinander verhandelt. Es ist hinreißend, nicht nur aus der Ich-Perspektive erzählt, sondern was das Briefe schreiben und Tagebuch protokollieren betrifft, auch aus der dritten Person und das ist alles gegeneinander verschränkt.

Das eine Problem kommt aus Lüneburg, eine bundesdeutsche Wirklichkeit, die in die weite Welt,in das Weltgeschehen geworfen wird, die sich aber nie irgendwo über dieses Weltgeschehen triumphierend erhebt, wie in diesem Buch und das macht richtig die Spannung aus. Am Ende landet das Pärchen in St. Louis und dann bricht der Roman, ich will nicht sagen unvermittelt, aber doch mit einem offenen Ende ab.

Das andere Problem ist in Hamburg beheimatet, auch wenn es aus St. Louis gespiegelt wird.

Aus dem energetischen Zentrum des Buches gehen diese beiden ausgreifenden Bewegungen hervor, einmal die nach Hamburg in die Vergangenheit aber auch die, in der Gegenwart in St. Louis, sie greifen spielend ineinander.

Da, wo der Protagonist sich als Architekturleiter ganz zurücknimmt, da kommentiert er, als kluger Mensch voller Zynismus, was in dieser Welt passiert. Er bezeichnet sich als falschen Verlierer, der nicht zu den Gewinnern dieses Spiels gehört. Er, durch den drei Jahrzehnte deutscher Geschichte hindurch laufen, wobei alles durch ein mittleres Bewusstsein gefiltert wird, ist fast ein Mann ganz ohne Eigenschaften. Elise, die auf einem schmalen Grat montiert ist, wird dagegen als eine Art "Preußin des Kunstbetriebes" geschildert. Das hat der Autor dadurch geschafft, weil er alles mit Kunst, Architektur und Designergeschichten voll gestopft hat. Die Architekten befassen sich mit der physischen Welt und deshalb sind sie so beeindruckt und beeinflussbar von der physischen Welt.

Es ist ein Generationenroman, eines zu sich selbst findenden Menschen, kein politischer Roman, weil keine spektakulär politischen Situationen vorkommen. Vielleicht ist es auch ein Bildungsroman, denn die Bildungsromananfrage lautetet, wie ist Tom Schwarz der geworden, der er geworden ist? Neben Entwicklungs- und Bildungsroman ist es vielleicht in erster Linie ein Gesellschaftsroman, weil er äußerst präzise eine Epoche, nämlich die "Achtzigerjahre", in einer sehr genau kenntlich gemachten Gesellschaft beschreibt.

Ein sehr lesenwertes Buch, atmosphärisch dicht geschrieben, mit einer zauberhaften Sicherheit und wunderbaren, beschwingten Stimmigkeit, an dem eigentlich jeder Leser seine Freude haben müsste.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Brilliantes Buch 12. Januar 2009
Von M. Stella
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe lange nicht mehr ein so gutes Buch gelesen. Ulf Erdmann Ziegler verfügt über eine klare, literarische Sprache und versteht es meisterhaft eine Athmosphäre aufzubauen. Die Biographien verdichten sich zu einem Panorama der Lebensentwürfe, zu einem Bild unserer Zeit. Man findet sich unwillkürlich selbst zwischen den Lebensläufn wieder und meint nach einer Weile, die Protagonsten selbst zu kennen. Die Geschichte eines Architekten, der in die USA geht, ist dabei gar nicht so wichtig, entscheidend ist, wie Ziegler seine Figuren aus den Siebziger-Achtzigerjahren bis heute entwickelt: Von der Kindheit zum Erwachsenwerden, aus der Provinz in die Stadt, vom Westen in den Osten. Ein hervorragender literarischer Autor, den man sich merken sollte. Es gibt in der deutschen Gegenwartsliteratur leider nur sehr wenige in dieser Qualität.
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Glücksfall per Glücksgriff 28. Februar 2011
Von bxa
Format:Taschenbuch
Es war eigentlich nur der Titel, der mich das Buch hat greifen lassen: 30 Jahre in Hamburg (weitgehend parallel zu den Jahren, die in "Hamburger Hochbahn" beschrieben werden), inzwischen schon bald 15 Jahre wieder weg - da kann man ein Buch schon mal aus reinem Lokalpatriotismus kaufen.

Muß man aber nicht, wenn es ein solch gelungener Wurf wie "Hamburger Hochbahn: Roman" ist. Denn dann gibt es auch noch eine ganze Reihe anderer, sehr guter Gründe. Angefangen von der wunderbar dichten und - auch in der Beschreibung des geographischen wie sozialen Stadtbilds - sehr präzisen Schilderung des Lebens als Hamburger Student und junger Berufsanfänger in den 70er und 80er Jahren über die wunderbare Sprache, die mit großer Leichtigkeit Satzbauklippen großer Höhe und Komplexität nimmt bis hin zu dem leisen, feinen Humor der hinter allem steht und hin und wieder hinter den Sätzen hervorfunkelt und -zwinkert.

Und so liest man sich immer gieriger, weil immer mehr den Personen freundschaftlich verbunden vom anfänglichen "Damals, die Entscheidung über den Neubau des Hamburger Kunstmuseums stand kurz bevor, schickte mich Göckjohann ins Rathaus zur Präsentation der Modelle." Hält kurz inne und lauscht einem Satz hinterher wie " Der Hubschrauber war nun nicht mehr zu hören, aber aus einem geöffneten Fenster streuten stark rhythmisierte Klangfiguren eines Streichquartetts in den grünen Bauch des verwilderten Gartens, mitten drin im Fluß der Erzählung, ein Satz der Moderne mit Romantik kitschfrei verbindet.

Und spürt eine gewisse melancholische Trauer, wenn es zum Schluß heißt: "Im Dorchester saugte Elise den Teppichboden, als er zurückkam, vor sich die Düse und hinter sich ein heulendes Ding auf Kufen, das ihr folgte."

So läßt das Buch einen zurück - und tut doch eigentlich ganz recht daran, denn sonst versenkte man sich nur noch weiter und immer weiter in das Buch und seine Sprache.

TIP:
Wem die Sätze dieser Rezension zu lang und/oder hie und da ein wenig zu verschachtelt scheinen, der möge tatsächlich dem Rezensenten, der nur einen Stern vergab, folgen und zur Sicherheit erstmal in das Buch hineinlesen. Der Stil ist eigen, wer ihm nicht folgen mag, wird nur begrenzten Genuß aus "Hamburger Hochbahn" ziehen können. Allen anderen sei das Buch wärmstens ans Herz gelegt.
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