Was hat uns der Tourismus-Book der 1980er und 90er Jahre nicht an Bildbänden beschert. Aus jeglichen Blickwinkeln wurde Hamburg - beziehungsweise seine "schmuckeren" Stadtteile - für Auswärtige, Neu-Hamburger oder abgelichtet. Damit alle Welt die Schönheit von Alster, Elbe und allem Hanseatischen erkenne.
Dieses Buch allerdings schaut den Hamburgern "aufs Maul". Wohltuend hebt es sich von den zahllosen Hochglanz-Werken ab. Mundartliche Begriffe wie "angetütert", "krüsch" oder "Plünnen" werden ins Hochdeutsche übersetzt. Aber auch "Hein Gas", "Herbertstraße" oder "Hamburger Berg" finden sich, sodass kein reiner Sprachführer vorliegt.
Insgesamt ist das Buch - für ein Lexikon ungewöhnlich genug - äußerst leicht zu lesen; gleichermaßen zwecks Nachschlagen oder Stöbern. Als promovierter Historiker und Autor zahlreicher Bücher und Beiträge über Hamburg schreibt Tilgner sehr kenntnisreich und detailliert. Dennoch verliert er sich nicht im Detail und weiß amüsant zu unterhalten statt zu belehren.