Ein gutes Stativ ist schwer und windsteif. Dagegen steht allerdings unangenehm das Gewicht.- Deswegen sollte man bei einem Reise-Stativ einen Kompromiss eingehen. Für die Landschafts-Photographie in abschüssigem Gelände ist das Omega Carbon III besser geeignet, weil die Höhe der bergseitigen (Bein-verkürzenden) Seite des Stativs zählt. Mit 2,08 m bis zur Mitte des Monitors bei einer SLR-Kamera ist dies beachtlich, während man beim Omega Carbon II "nur" auf 1,78 m kommt.
Je höher der Standpunkt, umso mehr Weite ergibt sich für das Photo bis zum Horizont. Das ist für die Darstellung der Landschafs-Segmente im "Raum" einer Landschaft vorteilhaft.
Bei Nutzung im Außenbereich sollte wegen des geringen Gewichts des Stativs die Mittelsäule aber mit einem Gegengewicht (etwa einem Stein) beschwert werden. Beim kleineren Omega Carbon II ist dafür ein Haken vorhanden, beim größeren Omega Carbon III muss man sich (etwa mit einem Gummiband und einer Schnur) etwas umständlich behelfen. Der Grund ist, dass die Mittelsäule zusätzlich ein ausziehbares Einbein-Stativ ist (!), das aber leider nur voll ausziehbar ist (bis Augenhöhe), nicht in Zwischengrößen.
Die Feststell-Clips der Beine sind schnell und sicher arretierbar. Die Gummifüße des Omega Carbon III sind allerdings zu groß und zu weich geraten. Der Vibrationsgefahr bei Wind sollte man entgehen, indem man sie im Gelände zurück schraubt, so dass das Stativ auf Spikes steht.
Ein besonderes Highlight beider Stative ist der Kugelkopf! Sauber und mit präziser Druckführung über einen separaten Drehknopf einstellbar. Die Kugel-Ausrichtung und die horizontale Drehung ist ohne Stottern angenehm gleichmäßig und träge. Wegen der Größe des Kugelgelenks sind Aufnahmen sogar bei halber Arretierung möglich. Bei einer provisorischen Montage mit einem Hebel am Kopf ist sogar eine weiche diagonale Videoführung denkbar.
Insgesamt: Gutes Design, beste Qualität. Das gilt für beide Stative. Der Preis ist SEHR günstig !!!
Prof. Klaus Warwas, Bremen
Hama Stativ Omega Carbon II