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Der Hals der Giraffe: Bildungsroman
 
 

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Der Hals der Giraffe: Bildungsroman [Audiobook] [Audio CD]

Judith Schalansky , Dagmar Manzel
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (46 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Der Audio Verlag, Dav (16. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862311295
  • ISBN-13: 978-3862311293
  • Größe und/oder Gewicht: 14 x 12,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (46 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 133.759 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Judith Schalansky
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Eine talentierte und vielversprechende neue Stimme." Frankfurter Rundschau

Kurzbeschreibung

Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet die schrullige Lehrerin seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Dass ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hatte, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur. Als die Lehrerin beginnt, Gefühle für eine Schülerin zu entwickeln, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken.

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87 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Sarah O. TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Der Hals der Giraffe" von Judith Schalansky steht auf der diesjährigen Longlist des Deutschen Buchpreises. Meiner Meinung nach völlig zurecht.

Zum Inhalt: Es geht um die Biologie-Lehrerin Inge Lohmark, 55 Jahre alt und "die letzte ihrer Art". Eine Lehrerin der alten Schule, Frontalunterricht, Strenge, kein persönlicher Kontakt zu den Schülern - das ist für sie das einzig Wahre. Gruppenunterricht, "U"-artige Platzanordnung oder ein freundschaftliches Verhältnis zu Schülern - personifiziert durch ihre Kollegin Schwanneke - verabscheut sie.
Aber ihre Unterrichtszeit am Charles-Darwin-Gymnasium in einer schrumpfenden Kleinstadt in Vorpommern nähert sich dem Ende. Die neunte Klasse, ihre Klasse, besteht nur noch aus 12 Schülern und wird die letzte sein. In vier Jahren ist Schluss, aber sie will bis zum Ende bleiben. Ihr Mann Wolfgang züchtet Strauße, seit er seinen Job als Veterinärtechniker in der Rinderzucht verloren hat. Das Ehepaar sieht sich nur selten. Die einzige Tochter, Claudia, lebt seit Jahren in den USA, der Kontakt ist spärlich und - obwohl schon 35 - hat sie kein Interesse daran Kinder zu kriegen. Zu guter Letzt entwickelt Inge Lohmark auch noch ein fragwürdiges Interesse an einer ihrer Schülerinnen und ignoriert die Mopping-Attacken gegen eine andere. Irgendetwas läuft nicht mehr richtig in Frau Lohmarks biologisch korrekter Welt...

Das Buch ist in drei Kapitel eingeteilt; drei Kapitel für drei Tage aus Frau Lohmarks Leben, überschrieben mit "Naturhaushalte", "Vererbungsvorgänge" und "Entwicklungslehre". Jede Doppelseite bekommt außerdem noch eine zusätzliche Überschrift aus dem Reich der Biologie, die dem Inhalt der jeweiligen Seiten angepasst ist, und zusammen mit den Illustrationen von Tieren, Stammbäumen und Entwicklungsstadien den Untertitel "Bildungsroman" noch etwas anschaulicher macht.
Außerdem ist die Gestaltung des Einbands hervorzuheben. Bezogen mit grobem grau-braunen Leinen ist es ein Hingucker in jedem Bücherregal.

Geschrieben ist "Der Hals der Giraffe" in einer sehr trockenen, oft schon zynischen, analysierenden Sprache, über die man durchaus schmunzeln kann. Frau Lohmark beobachtet alles, ihre Schüler, ihre Stadt, die Beziehungen zu ihrer Tochter und ihrem Mann. Ihre nüchternen Schlussfolgerungen sind teilweise schon grotesk, insbesondere die Charakterisierungen ihrer Schüler, die sich rein nach ihrem Entwicklungsstand aus evolutionärer Sicht richten. Gefühle sind überflüssig, Liebe ist ein "Alibi für kranke Symbiosen".

Frau Lohmark weiß also eigentlich alles über die Notwendigkeit der Anpassung, nur sie selbst ist dazu nicht mehr in der Lage. Ihren Unterrichtsstil hält sie trotz Kritik bei, neue berufliche Perspektiven sind ausgeschlossen. So verliert sie selbst mit der Zeit den Anschluss, sowohl beruflich als auch privat, denn ihr Mann hat die Anpassung geschafft. Zudem schenkt ihr ihr einziges Kind keine Nachkommen, "das tote Ende einer Entwicklung" ist erreicht, Frau Lohmarks Gene werden nicht mehr weitergegeben. So wird Frau Lohmark, der es ausgerechnet die ausgestorbenen Tiere angetan haben, wirklich zur "letzten ihrer Art".

Die Autorin hat hier ein teilweise (trocken) witziges, teilweise bedrückendes Buch über das die Anpassung und das Aussterben geschaffen, in dem sie das Älter werden, den demografischen Wandel und die Abwanderung aus der ehemaligen DDR geschickt verarbeitet. Jede der 222 Seiten ist gelungen und ich konnte es nicht aus der Hand legen.
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45 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der erste Eindruck von diesem Buch war eine Wucht. Was für eine knackige Sprache, welche zupackenden und zugleich bizarren Formulierungen, was für eine morbide Atmosphäre. Eine alternde Biologielehrerin, die sich dem ganzen Gutmenschengetue versagt, das Exemplar einer aussterbende Pädagogenspezies, die all das ausspricht, was sich so mancher Lehrer insgeheim schon des Öfteren über den sich anbahnenden Zusammenbruch der intergenerativen Kulturweitergabe gedacht hat.

Um was geht es? Inge Lohmarck (55) unterrichtet in einer 9. Klasse nur noch zwölf Schüler in einer vorpommerschen Schule, die in wenigen Jahren abgewickelt werden wird. Denn die Zivilisation wird eingemottet in Vorpommern, die Menschen hauen ab, heiraten nicht mehr, und wenn, dann bekommen sie nicht mehr genügend Kinder. "Es war nicht zu übersehen, dass die Flora auf der Lauer lag. In Gräben, Gärten und Gewächshauskasernen wartete sie auf ihren Einsatz. Schon bald würde sie sich alles zurückholen. Die missbrauchten Territorien mit ihren sauerstoffproduzierenden Fangarmen wieder in Besitz nehmen"(S. 69) Dieses Zitat ist nur ein Beispiel für die konsequent biologistische Sichtweise der Hauptperson: alles, was Frau Lohmarck sieht, das Hopsen der Schülerinnen beim Langlauf, die Hängebacken des feisten Tom, das Wuchern des Unkrauts in verlassenen Gärten, der Flug der Störche oder die Verirrung der Fledermaus sind nur Variationen eines großen biologischen Drehbuches, in dem die Natur sich selbst vollstreckt, in dem der Stärkste siegt und in dem für Gefühle und Schwäche kein Platz ist. Die Autorin Judith Schalansky auf der Höhe eines intelligenten, fast karikierenden Stils trägt allerdings dabei bei der Beschreibung ihrer Hauptperson so dick auf, dass auch für den einfältigsten Leser bald klar wird: diese Person soll kein Sympathieträger sein. Soweit mein erster Eindruck.

Mein zweiter Eindruck: ich war gespannt, wie es weitergeht. Wie sich die Geschichte entwickelt, denn immerhin war nicht nur ein Roman" sondern sogar ein Bildungsroman" angekündigt. Der Klappentext jedenfalls machte neugierig: da war von plötzlich aufkeimenden Gefühlen für eine Schülerin der 9. Klasse" die Rede, und man durfte gespannt sein, wie sich dieser Konflikt zwischen einer reichlich erratisch gezeichneten Kunstfigur und einem lebendigen Wesen entwickelt würde. Um gleich die Antwort zu geben: er entwickelt sich überhaupt nicht. Wenn nicht der Klappentext den Leser mit der Nase darauf stoßen würde, hätte man die Episode, um die es geht, glatt überlesen: nach etwa Dreivierteln des Buches wird Inge Lohmarck auf die Schülerin Erika aufmerksam, dann nimmt sie die Schülerin mit dem Auto mit zur Schule S. 178-181), und das war es dann auch. Es ereignet sich überhaupt keine Auseinandersetzung, keine Handlung, kein Konflikt, allenfalls die Erinnerung an Inge Lohmarcks gefühlloses Verhalten ihrer Tochter gegenüber könnte man noch zu der Erika-Episode in Beziehung setzen. Aber das war es dann auch.

War mein zweiter Eindruck als eher der einer Enttäuschung, blieb mir am Ende nur Verwunderung. So locker und blitzgescheit sich alle Seiten des vorliegenden Buches lesen - so ist es mir doch schleierhaft, was an dem Hals der Giraffe" ein Bildungsroman sein soll. Es kann sich wohl kaum um den Bildungsroman von Inge Lohmarck handeln, dafür sind die Rückblicke zu kursorisch, es kann sich auch nicht um den Bildungsroman von Erika handeln, dafür ist diese Figur viel zu marginal. Ich glaube auch nicht, dass es sich etwa um einen Bildungsroman des Menschen als Naturwesen handelt, dafür wird diese Perspektive in ihrer krassen Überzeichnung doch zu sehr ins Kuriose gerückt. Sollte es sich wirklich bei dem Etikett Bildungsroman" nur um eine Anspielung darauf handeln, dass es sich hier um einen Schulroman handelt?

Wie aber steht es mit der glaubhaften Psychologie der Figuren und der Handlung? Leider auch nicht besser. Sowohl die Kollegen wie die Schüler bleiben nebulös, es sind Projektionen, Abziehbilder, die nicht selbstständig handeln sondern nur auf Frau Lohmarcks Befehle reagieren. Und der Ehemann, der erfolgreiche Straußenzüchter tritt überhaupt nicht auf.
So mündet am Ende schließlich mein vierter Eindruck in eine gewisse Gelangweiltheit. So kurz dieser Roman" auch daherkommt 222 Seiten fast in Großbuchstaben für Leute, die ihre Brille verlegt haben) so hätte es auch die Hälfte getan. Hier wurde die Chance zu einer erstklassigen Kurzgeschichte zugunsten einer am Ende reichlich mäandernden Konstruktion vertan.

Umso erstaunlicher erscheint mir nach der Lektüre des Buches die Begeisterung des Feuilletons. Abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen wurde das kleine Werk mit seinen Zeichnungen wie eine Offenbarung gefeiert - und zwar in eine meiner Ansicht nach ganz falschen, aber bezeichnenden Richtung. Eine autoritäre Lehrerin, die auch noch biologistisch vernagelt ist, die darwinistische Karikierung von Erziehgun als reine Auslese ist das Rezept, um in den angesagten Feuilletons sperrangelweite Türen einzulaufen. Mit dem Inhalt des Buch hat all das, was ich in den Kritiken gelesen habe mit Ausnahme der kundigen Kritik bei 3 SAT Kulturzeit nichts zu tun. Auch die Autorin kann dafür wahrscheinlich nichts, wenngleich dieser Hype sicher ausschlaggebend für den Erfolg des Buches ist.

So bleibt am Ende ein zwiespältiger Gesamteindruck. Als etwas lang geratene Kurzgeschichte für einen fast unverschämten Preis von 21,90 Euro!) liest sie sich in wenigen Stunden locker durch. Leider geht es nach einem furiosen Anfang nicht mehr weiter, und der so viel versprechende Anfang des Buches endet, um in der Terminologie des Werkes zu bleiben, in einer literarischen Sackgasse. Empfehlenswert nach meiner Meinung vor allem für pädagogische Fossilien kurz vor der Pension , die Inge Lohmarck insgeheim zustimmen und für Biologie-Referendare zur Auffrischung ihres Fachwissens.
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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch "Atlas der abgelegenen Inseln" bescherte Judith Schalansky das schöne Gefühl, zuoberst auf dem Treppchen zu stehen. Denn die Entdeckungsreise zu fünfzig schwer erreichbaren Orten gestaltete die studierte Kunstgeschichtlerin und Kommunikationsdesignerin so schön, dass sie 2009 den Preis für das schönste Buch des Jahres entgegennehmen durfte, den die Stiftung Buchkunst vergibt. Und da ich mich ebenfalls auf dem Gebiet der Ästhetik tummle, blieb mir der Name der 1980 geborenen Gestalterin so gut im Gedächtnis, dass mich ihre schriftstellerische Arbeit nun ebenfalls interessiert. Zumal mich das ungewöhnliche Cover ebenso anzog wie der Untertitel "Bildungsroman". Und die Neugier hat sich gelohnt, legt doch die in Berlin lebende Autorin einen Roman vor, der mich in jeder Beziehung überzeugte.

"Setzen", sagte Inge Lohmark, und die Klasse setzte sich." Judith Schalansky weiß um die Bedeutung des Beginns. Und sie glaubt offenbar auch an das offene Kunstwerk. Denn die 55jährige Biologie-Lehrerin, an deren Leben uns die junge Schriftstellerin drei Tage lang teilhaben lässt, ist nicht nur die gescheiterte Figur, als die sie vielleicht viele Leser sehen. Diese Pädagogin einer scheinbar untergegangenen Welt steht eben auch für Naturgesetze, die wir mit Rationalisierungen und Verpflichtungen zur politischen Korrektheit am liebsten aufheben würden. Jedenfalls macht es Judith Schalansky ihren Lesern nicht leicht, die Sympathiepunkte zu verteilen. Und allein das finde ich im Zeitalter der Bekenntnisliteratur überaus wohltuend.

Es ist nicht die Schuld der frontal unterrichtenden Lehrerin, dass sich die Jungen aus Vorpommern zurückziehen, die Wissenschaftler ein Glaubwürdigkeitsproblem haben, Sinnlücken die Sehnsucht nach einer überschaubaren Ordnung nähren, Mobbing zum modernen Zeitvertreib gehört und eine überalterte Gesellschaft ratlos nach Sündenböcken sucht. Und Inge Lohmark kann auch nichts dafür, dass sich so viele Bürgerinnen und Bürgern der ehemaligen DDR überaus geschmeidig an die neuen politischen Verhältnisse anpassten.

Es ist das Faszinierende an guter Literatur, dass sie den Lesern das Reale in der Fiktion erleben lässt. Daher konnte ich mich auch nicht dagegen wehren, selber in der Schulbank zu setzen, bei Prüfungen mitzuleiden, Klassenkameraden zu piesaken und mir meine eigene Stellung in der Gruppe auch durch kleine Fiesitäten zu erobern. Und es ist auch alles andere als einfach, sich dem Sog der evolutionären Ziele zu entziehen, wenn diese von Frau Lohmark so klar und bestimmt vorgetragen werden. Fortpflanzen, anpassen, überleben. In einer Sprache, die mit den 20 schwarz-weiß Illustrationen der Autorin korrespondiert, analysiert Judith Schalansky eine Gesellschaft, die sich immer weiter von der Natur entfernt und trotzdem ihren Gesetzen untersteht. Was bei Bertolt Brecht "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral" hieß, wird in diesem Bildungsroman zu "Zuerst kommt die Natur, dann kommt ihre Verleugnung".

Mit einer erstaunlichen, manchmal geradezu beängstigenden Abgeklärtheit präsentiert Judith Schalansky ein Frauenleben, das so außergewöhnlich gar nicht ist und daher Stellvertretercharakter hat. Und wer sich von Inge Lohmark so abgrenzt, dass er deren Leben als gescheitert betrachtet, sollte vielleicht nochmals die letzten Sätze lesen. Die lauten nämlich: "Ein Licht wie in einem Film, aufgeblendet, alles wie angestrahlt. Die Wolken, fest umrissen, Unerträglich, aber schön. Der Geruch von Erde. Die Strauße tanzten über die Weide. Inge Lohmark stand am Zaun und schaute."

Wenn Inge Lohmark ihre Tochter Claudia nicht in den Arm nehmen kann, wenn diese wimmernd nach Tröstung fleht, ist die Mutter nicht nur Täterin, sondern auch Opfer eines überholten Bildungs- und Erziehungssystems. Daher heisst es lakonisch: "Es ging nicht. Vor der ganzen Klasse. Nicht möglich. Sie waren in der Schule. Es war Unterricht." Und die Beantwortung der Frage, wer sich schließlich am besten den Verhältnissen anpassen konnte, überlässt die Autorin kühl und sachlich ihren Lesern. Ihre Tochter hatte sich in die USA abgesetzt, ihr Mann, der ehemalige Veterinärtechniker und Großviehbesamer, züchtet nun Strauße, ihre scheinbar so lieben Berufskollegen arrangieren sich gekonnt mit den Reformpädagogen und die Jungen hauen aus Vorpommern ab. Fortpflanzen, anpassen, überleben.

Mein Fazit: Ein Roman, dessen bedrückende Passagen deshalb zu ertragen sind, weil es der Autorin gelingt, ihre nüchternen Beobachtungen auch mit einem feinen Witz vorzutragen. Und weil zwischen den Zeilen immer wieder die Botschaft durchdringt, zu einem befriedigenden Leben gehöre auch ein geglücktes Arrangement mit den Naturgesetzen. Was trotzdem an Unangenehmen bleibt, sollten wir lieber nicht beiseiteschieben oder verdrängen, da es uns ohnehin wieder einholt. Das gilt sinnigerweise auch für Personen, die mit geschwellter Brust vorgeben, sie würden alles und jeden verstehen. Schön, dass dieser Roman mit den wunderbaren Illustrationen der Autorin auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis steht.
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