Martin O'Donnel und Michael Salvatori liefern mit Halo Reach, ihrem (vorläufig) letzten Halo Soundtrack eine wirklich atemberaubend gute Arbeit ab.
Wer glaubte, dass die Halo Grundthemen nichts mehr an neuer Musik hergeben konnten, sieht sich gründlich getäuscht. Mehr noch, als auf den vorangegangenen Soundtracks, gelang es den Komponisten ein eigenständiges Werk zu schaffen, das an Abwechslung und Spannung schwer zu überbieten ist. Mag die Musik auch im Game bereits hörbar gut sein, so erschließt sich doch erst beim ausschließlichen Hören der Musik, wie gut das 108 Minuten Opus wirklich ist.
Dramatisch große Orchesterpassagen gehen Hand in Hand mit teils harter Elektronik; ruhige, flächig-sphärische Passagen werden von herannahenden Trommeln abgelöst oder mit diverser Percussion unterlegt; nahöstliche Elemente sind perfekt in Orchesterbegleitung und Chöre integriert; klaviergetragene Ruhemomente, Frauenchöre, Frauensolostimmen, Sakralgesänge, bedrohlich eingesetzte Bläser und eine Vielzahl weiterer Elemente lassen kaum die Chance zum Weghören. Wie das tatsächlich zusammen wirkt, kann man schwer beschreiben bzw. rezensieren. In jedem Fall klingt das herausragend gut und nur selten haben sich alle kompositorischen und soundtechnischen Elemente so gut verstanden wie in diesem Soundtrack.
Die Halo Themen tauchen immer auf. Nicht isoliert, gekünstelt oder auf Biegen und Brechen eingebaut, sondern organisch, echt, kraftvoll und in unzähligen Variationen. Mal leise und fast hintergründig, ein anderes Mal donnernd rhythmisch oder sogar zur Hymne auftürmend.
Halo Reach ist ein Werk, dass tatsächlich das Prädikat Episch verdient und dass man nicht nur als gelungenen Soundtrack, sondern auch als herausragend gutes Album von O'Donnell / Salvatori betrachten muss. Ohne Einschränkung auch jedem zu empfehlen, der von Halo noch nie etwas gehört hat.