Nach Battlefield 1942, Medal Of Honor, Jedi Knight 2 und Elite Force 2, habe ich mich für Halo entschieden.
Die Grafik hat gegenüber den oben angeführten Spiele, die meist auf der Quake 3 Engine basieren, einen kleinen Vorsprung. So werden Oberflächen sehr detailliert dargestellt. Zum Test einfach mal auf einen Baum zugehen und die sehr realistisch gezeichnete Struktur der Baumrinde ansehen, oder mal einen genauen Blick auf Metallstrukturen von Wänden, Böden werfen.
Trotzdem haben es die Entwickler geschafft, die Innenlevel langweilig und monoton zu gestalten. Weiters rufen laufende Wiederholungen von Innendesigns hier und da ein Déjà-vu-Erlebnis hervor. Dafür überzeugen die schönen Außenlevel. Und die etwas gewöhnungsbedürftige Steuerung der Warthogs macht so richtig Spass. Durch die etwas geringe Erdanziehungskraft von Halo sind damit spektakuläre Sprünge möglich.
Die KI der Gegner ist nicht zu unterschätzen. So ziehen sie sich bei Dauerfeuer zurück, oder suchen Deckung hinter Steinen, Bäumen oder Schutzschildern, weichen sogar rechtzeitig bei Granaten aus. Das Prinzip: Türe öffnen, rein und sofort wieder raus - warten - dann die blind anmarschierenden Gegner abknallen funktioniert in Halo nicht.
Oft ist es auch nicht sinnvoll sofort aus der Entfernung mit Dauerfeuer anzugreifen. Anschleichen und die Gegner mit einem Kolbenschlag auf den Hinterkopf auszuschalten ist spannender und sorgt nicht für soviel Aufruhr unter den Aliens.
Die Story entwickelt sich im Lauf des Spiels ungemein dramatisch und enthält etliche überraschende Wendungen. Dabei hat mich der Aufbau überzeugt. Im Vergleich zu Jedi Knight II wird die aufgebaute Spannung nicht durch elend lange Zwischensequenzen gestört. So wird der Handlungsverlauf grösstenteils durch Funksprüche vermittelt. Mann befindet sich quasi im Dauerstress.
Viele kritisieren die zum Teil außergewöhnliche Grafik und Sounds der Allianz. Die Streitmächte der Allianz wurden des öfteren als laufende Zwiebeln mit Kinderstimmen bezeichnet. Ich fand sie zu Beginn wirklich unterhaltsam - zum Ende hin sind, vor allem die Stimmen, dann doch ein bisschen nervend.
Dafür macht die Interaktion mit den Marines wirklich Spass. Gute Schüsse werden mit einem lobenden Kommentar belohnt, wirst du von einem Marines versehentlich getroffen, entschuldigt der sich höflich. Andererseits wird man lautstark aufgefordert das Feuer auf die eigenen Leute einzustellen.
Im Grossen und Ganzen war Halo sehr unterhaltsam und kurzweilig. Noch nie hat es ein Spiel geschafft, mich so an den PC zu fesseln. Das lag besonders an der sehr stimmigen Atmosphere (super Soundtrack) und der sehr gut erzählten Story mit ständigen Wendungen und Überraschungen. Zwar hat das Spiel einige Schwächen, verdient aber trotzdem gerade noch 5 Sterne.