| |||||||||||||||
Produktinformation
|
Halloween? Amerikanisches Kleinstadtidyll? Kuschelig und trügerisch zugleich, da nur einen Wimpernschlag entfernt jener Horror lauert, der eine unbeschwerte Teenagerzeit schlagartig zunichte macht? Richtig, dies klingt nach der Domäne eines der ganz Großen: Ray Bradbury, Übervater und Doyen der amerikanischen Fantasy-Literatur. Und siehe da, Stewart O'Nan, geistiger Nachfahre des Schöpfers solcher Klassiker wie Die Mars-Chroniken und Das Böse kommt auf leisen Sohlen, hat seinem literarischen Vorbild sein neuestes Werk gewidmet.
Eines wird damit klar: Blutrünstige Fans weniger zimperlicher Horrorspezialisten wie Stephen King, John Carpenter, oder gar des Zombieschockers Die Nacht der lebenden Leichen, werden hier nicht adäquat bedient. Was die (eher zeitgeistig schnoddrigen) Geisterkids erleben, gleicht einer nachdenklichen Reise ins trostlose, herbstlich getönte Sozioelend amerikanischer Schlafstädte mit ihren gestanzten, ewig gleichen Shopping Malls, Starbucks und Dunkin' Donuts, in denen ebenso gestanzte Menschen illusionslos dahinvegetieren.
Was der Tod aus Zurückgebliebenen macht, zeichnet O'Nan in düster-elegischen Erdfarben nach. Wir erleben die hilflos ungelenke, aber menschlich tiefe Geste, mit der Kyles Mom zum Todestag ein tortenartiges Gedenkkranzgebilde mit unmöglichen Fotos der Verstorbenen anfertigt, die sich (unsichtbar) kringeln vor Peinlichkeit. Officer Brooks, der seit einem Jahr durch die Nacht fährt, im Kopf den immer gleichen Endlosfilm. Und die Drei beobachten Tim, ihren früheren Freund, der fieberhaft mit der beunruhigenden Planung seiner eigenen, fürchterlichen Gedächtnisfeier beschäftigt ist. Wer mitfeiern möchte und sich auf Stewart O'Nan einzulassen vermag, erlebt ein verstörend anderes Halloween. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
Beklemmend, verstörend, deprimierend sind Adjektive, die mir unwillkürlich bei der Lektüre einfielen. Die Hilflosigkeit und Gefangenheit der Protagonisten in ihrer Gedankenwelt und die Banalität des Lebens in einer amerikanischen Kleinstadt werden brillant beschrieben. Die zurückgebliebenen Verwandten und Freunde versuchen jeder auf seine Art, mit ihrem Schicksal fertig zu werden. Dass auch die Verstorbenen das tun müssen, nimmt dem Leser den Trost, dass die Toten nicht mehr leiden müssen. Nichts für depressive Stunden, aber durchaus lesenswert!
Ich las in einer Kritik O'Nan sei einer der großen Beobachter und Erzähler unserer Zeit und dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Ich habe selten ein Werk so verschlungen. Das Buch fängt flach an, wickelt dich langsam aber sicher ein und lässt einen Sog entstehen, dem man sich nur schwer entziehen kann. Am Ende legt man sein Werk aus der Hand und wünscht sich, es hätte noch ein paar Seiten mehr...
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|