Vor kurzem habe ich seit langem wieder einmal eine CD gekauft - ganz spontan. Allerdings nur, weil die Band Anajo heißt und mir noch von ihrem ersten Album "Nah bei mir" sehr positiv in Erinnerung geblieben ist.
Also bin ich das Risiko eines "Beinahe-Blindkaufs" eingegangen und ich wurde nicht enttäuscht. Wer eine leichte Abwandlung der alten Lieder als neue Kompositionen erwartet, wird genau das jedoch sein. Anajo klingt zwar nicht mehr so wie auf "Nah bei mir", aber ich würde inzwischen sogar behaupten, sie klingen besser als damals. Warum? Für mich hat es die altbekannten Qualitäten (Jeder Song gefällt mir persönlich: viele tolle Melodien, Gefühlslagen von melancholisch bis fröhlich, sehr individueller Gesang) und sogar noch einige neue: Die Songs sind diesmal bis auf ein, zwei Ausnahmen alle gut tanzbar, es wird weniger mit dem Synthie gearbeitet und die Qualität der Texte hat sich mMn noch einmal gesteigert. Zwar vermisse ich ein wenig die Wortspiele wie bei "Honigmelone" und "Lang lebe die Weile" auf "Nah bei mir", das machen aber die genialen Texte von "Mein lieber Herr Gesangsverein" und "Am Anfang" wieder wett - Ich hätte nicht gedacht, dass der eigentlich lustig klingende Satz "Lass uns am Anfang den Karren nicht an die Wand fahr'n" so nach Sehnsucht und Melancholie klingen kann!
Herausheben möchte ich "Stadt der Frisuren", "Hallo, wer kennt hier eigentlich wen" und "Mein lieber Herr Gesangsverein". Bei letzterem möchte man zu Beginn meinen, man hört Mando Diao - unbedingt testhören =)
Mein Fazit: Wer das Vorgängeralbum mochte, wird viele Paralellen auf dieser CD zu damals finden, aber vor allem neue Lieder, keine Kopien. Diese Band hat sich weiterentwickelt, ihre alten Stärken aber dennoch behalten.